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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pytheas - Q.

Pytheas, kühner Seefahrer, Astronom und Geograph aus Massilia, umschiffte um 330 v. Chr. die Küsten des westlichen und nördlichen Europa von Gades bis Thule (Shetlandinseln) und den germanischen Nordseeküsten, welche er durch genaue Breitenbestimmungen festlegte. Die Berichte des P., soweit sie uns noch in den Überlieferungen andrer Schriftsteller, namentlich seines Gegners Strabon, vorliegen, sind ein Gemisch von Wahrheit und Dichtung. Von seinem in griechischer Sprache verfaßten "Periplus" haben sich nur einige Fragmente erhalten (hrsg. von Arwedson, Upsala 1824, u. Schmeckel, Merseb. 1848). Vgl. Bessel, P. von Massilien (Götting. 1858); Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde, Bd. 1 (Berl. 1870).

Pythia, Name der Priesterin zu Delphi (s. d.), welche die Orakel erteilte.

Pythiade, Zeitraum von vier Jahren, von einem Pythischen Spiel zum andern; s. Pythische Spiele.

Pythios (der Pythische), der zu Pytho oder Delphi (s. d.) Verehrte, Beiname des Apollon.

Pythische Spiele (Pythien), berühmte Kampfspiele der Hellenen, welche auf der Krissäischen Ebene bei Delphi zu Ehren des pythischen Apollon gefeiert wurden, der sie nach Erlegung des Drachen Python (s. d.) selbst eingesetzt haben sollte. Die geschichtliche Zeit dieser Spiele beginnt mit 586 v. Chr., als nach Beendigung des Heiligen Kriegs die Leitung derselben von den Delphiern auf die delphische Bundesgenossenschaft (Amphiktyonie) übergegangen war. Seitdem kehrte auch die Feier derselben nicht mehr erst, wie bis dahin, alle acht, sondern alle vier Jahre wieder, und zwar immer im dritten Jahr jeder Olympiade im delphischen Monat Bukatios (wahrscheinlich Ende August). Die Wettkämpfe waren bei den Pythischen Spielen anfangs nur musikalische und zwar Gesang zur Kithara, und diese behaupteten, später erweitert durch Gesang zur Flöte und Soloflötenspiel, hier auch größere Bedeutung als bei den andern großen Festspielen, nachdem mit der Neugestaltung der Pythien auch in ihnen die gymnastischen Wettkämpfe und die Wagen- und Reiterrennen Eingang gefunden hatten, wie besonders bei den Olympischen Spielen. Die für letztere geltenden Kampfgesetze wurden wohl auf die musikalischen übertragen; doch wurde bei diesen der Siegeskranz aus dem dem Apollon heiligen Lorbeer gewunden, dessen Zweige in feierlichem Aufzug geholt wurden. Auch Äpfel scheinen manchmal als Kampfpreis dargereicht worden zu sein, und den symbolischen Palmzweig erhielt der Sieger in den Pythien ebenso wie in den Olympien. Auch war es dem Sieger, wie zu Olympia, gestattet, auf dem Schauplatz der Wettkämpfe sich eine Siegerstatue errichten zu lassen. Die Dankopfer, Prozessionen und Siegesschmäuse, welche die Sieger veranstalteten, waren noch in der spätern Zeit sehr glänzend. Die Pythischen Spiele wurden noch zu den Zeiten des Kaisers Julian begangen und sind wohl ungefähr zu derselben Zeit abgekommen, in welcher die Olympien zu Ende gingen (Ol. 293, etwa 394 n. Chr.). Kleinere Pythien wurden in vielen andern Städten Kleinasiens und Griechenlands gefeiert. Vgl. Krause, Die Pythien, Nemeen und Isthmien (Leipz. 1841); Kirchhoff, Über die Zeit der pythischen Festfeier (in den "Berichten der Berliner Akademie" 1864); A. Mommsen, Delphika (Leipz. 1878).

Pytho, ältester Name von Delphi (s. d.).

Python, Tigerschlange; Pythonidae, Tigerschlangen, Familie aus der Ordnung der Schlangen, s. Tigerschlangen.

Python, im griech. Mythus ein furchtbarer Drache, Sohn der Gäa, der, aus der feuchten Erde nach der Deukalionischen Flut entstanden, in den Klüften des Parnassos hauste und von Apollon (s. d.) erlegt ward.

Pythonissa (griech.), Weissagerin.

Pythonomorphen, s. Reptilien.

Pyurie (griech.), s. Eiterharnen.

Pyxidium (Deckelkapsel), Kapselfrucht, die sich durch Abtrennung eines deckelartigen Teils öffnet, wie bei Hyoscyamus.

Pyxis (griech.), elfenbeinerne, metallene, hölzerne oder steinerne Büchse zur Aufbewahrung der Hostien, hatte bisweilen die Gestalt eines Turms als der angeblichen Form des Grabes Christi, meist aber eine runde, cylindrische Form. Sie war mit einem zeltartigen Deckel versehen und oft mit Reliefs geschmückt.

Pz., 1) bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Georg Wolfgang Franz Panzer, geb. 1755, gest. 1829 als Physikus zu Hersbruck; Entomolog. - 2) Chiffer des Schriftstellers Karl Ed. Pönitz.

Q.

Q (ku), q, lat. Q, q, ein ursprünglich von dem semitischen Koph, der Bezeichnung des tiefen, tonlosen Kehllautes der semitischen Sprachen, herkommender Buchstabe, der im Latein und den meisten neuern Sprachen den Doppellaut kw ausdrückt. Bei den Griechen kommt er unter dem Namen Koppa, in den ältern Alphabeten als k-Laut und noch später als Zahlzeichen vor; als die Römer ihr Alphabet von den unteritalischen Griechen entlehnten, behielten sie neben dem Kappa (k) und Gamma (lat. c) auch das Koppa bei, gaben ihm aber den Lautwert der im Latein häufigen Lautverbindung kw; das w drückten sie jedoch regelmäßig noch durch ein besonderes Zeichen aus, daher im Latein z. B. quis, quem, nicht qis, qem geschrieben wird. Auch in den modernen Sprachen, die es aus dem Latein entlehnt haben, wird es in der Regel mit nachfolgendem u geschrieben; doch ist dieses u oder w im Französischen ganz aus der Aussprache geschwunden und z. B. französisch qui wie ki zu sprechen. Auch im Englischen hat es in einigen Wörtern, die aus dem Romanischen stammen, die Aussprache k; in der Regel aber, z. B. in quite, quantity, quiet, wird es fast wie ku, der zweite Laut also viel mehr vokalisch als im Deutschen gesprochen. Fast vokalisch lautet das u auch in dem italienischen qu; im Spanischen und Portugiesische ist aber qu in den meisten Fällen zum einfachen k geworden. In den skandinavischen Sprachen (qv) lautet es wie im Deutschen, in den slawischen kommt es nicht vor, ebenso nicht im Magyarischen.

Abkürzungen.

Q. oder Qu. in römischen Inschriften, Handschriften, auf Münzen etc. für Quintus, Quintius, Quästor, Quirinus; auf Rezepten früher s. v. w. Quentchen; ferner (qu.) s. v. w. quästioniert (in Frage stehend).

Q. B. = Queen's Bench.