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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Rabenkrähe - Rache.

dungen aller in Europa bekannten Pilze" (Dresd. seit 1869, wird fortgesetzt); "Flora lusatica" (Leipz. 1839-40, 2 Bde.); "Flora des Königreichs Sachsen" (das. 1859). Auch gab R. seit 1852 bis zu seinem Tode die Zeitschrift "Hedwigia. Notizblatt für kryptogamische Studien" (fortgesetzt von Winter) heraus.

Rabenkrähe, s. Rabe.

Rabenschlacht, altdeutsches Heldengedicht aus dem 13. Jahrh., ist nur in einer Umarbeitung in 1140 sechszeiligen Stanzen bekannt, die von demselben Heinrich dem Vogler herrührt, welcher das in den gleichen Sagenkreis fallende Gedicht von Dietrichs Flucht bearbeitet hat. Der Inhalt des zum Kreis der gotischen Dietrichssagen gehörigen Gedichts ist hauptsächlich der große Sieg Dietrichs von Bern (Verona) über Ermrich vor Ravenna (Raben). Eine meisterhafte Episode bildet die Erzählung von dem tragischen Ende der Söhne Etzels. Das Gedicht ist aus der Heidelberger und Wiener Handschrift in v. d. Hagens und Primissers "Heldenbuch in der Ursprache" (Berl. 1825), dann in Hagens "Heldenbuch" (Leipz. 1855) abgedruckt; kritisch herausgegeben von E. Martin im "Deutschen Heldenbuch" (2. Teil, Berl. 1866).

Rabenschnabelfortsatz, s. Schultergürtel.

Rabenstein, alte volkstümliche Bezeichnung sowohl für die Richtstätte als für den aus steinernen Säulen errichteten, von Raben umschwärmten Galgen.

Rabenstein, Weiler im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, Bezirksamt Pegnitz, in der "Fränkischen Schweiz", mit umfangreichem, auf einem 44 m hohen grotesken Felsen gelegenem, das Ailsbachthal beherrschendem Schloß des Grafen von Schönborn. In der Nähe die merkwürdige Sophien- oder Rabensteinhöhle mit drei Hauptabteilungen und einer großen Menge fossiler Knochen (s. Muggendorf).

Rabh., bei botan. Namen Abkürzung für L. Rabenhorst (s. d.).

Rabiat (rabbiat, ital.), wütend, rasend.

Rabies (lat.), Wut; R. canina, Tollwut.

Rabinal, Indianerflecken im Departement Baja Verapaz des zentralamerikan. Staats Guatemala, 55 km westlich von Salamá, in reizendem Thal, an einem Nebenfluß des Usumacinta, mit (1880) 3184 Einw., die Quiché sind. In der Umgegend noch zahlreiche Ruinen altindianischer Bauten.

Rabinschen, s. Valerianella.

Rabiusa, 1) rechtsseitiger Zufluß des Vorderrheins im schweizer. Kanton Graubünden, durchfließt in 28 km langem Lauf das waldreiche Safien, das im Versamer Tobel, einer wilden, kühn überbrückten Schlucht, zum Vorderrhein hinaus sich öffnet, während im Hintergrund des Thals, am Piz Tomil oder Bärenhorn vorbei, der Paßpfad des Safierbergs nach Splügen führt. In den Ortschaften Thal, Platz, Neukirch etc. wohnt, wie eine germanische Insel im rätoromanischen "Oberland", ein Hirtenvölkchen deutschen Stammes und protestantischer Konfession, im ganzen 693 Seelen. - 2) (Rabiosa) Linksseitiger Zufluß der Plessur in Graubünden, in dessen Thal die "untere Straße" von Chur über Malix und Churwalden zur Lenzer Heide emporsteigt. In der Tiefe seiner wilden Schlucht wurden 1863 die verschütteten Heilquellen von Passugg wieder entdeckt.

Rable (franz., spr. räbl), s. v. w. Ziemer.

Rabnitz, linker Nebenfluß der Raab in Westungarn, entspringt in Niederösterreich, nimmt in Ungarn die Abflüsse des Hanság auf und mündet bei Raab.

Rabouge (franz., spr. -buhsch, auch Rappuse), Kartenspiel zwischen beliebig vielen Personen und unter Benutzung einer beliebigen Anzahl französischer Kartenspiele, welche vollständig verteilt werden. Umgekehrt wie bei andern Spielen, wo die Zahl der gemachten Stiche oder Points entscheidet, kommt es hier darauf an, möglichst bald seine Karten los zu werden. Jeder Mitspielende ist bestrebt, durch Ablegen vom Talon seine Karten mit denen der andern in regelrechte Folgen von 13 Karten (As, Zwei, Drei etc.) zu sondern, wobei ein beliebiges Blatt den Anfang bilden darf und die Farben von keiner Bedeutung sind. Ein solches Häufchen sowie die 13., es abschließende Karte wird im engern Sinn R. genannt. Es gibt verschiedene Arten dieses Spiels; immer aber ist derjenige der Gewinner, der zuerst seine sämtlichen Karten untergebracht oder, falls niemand mehr auslegen kann, die meisten Rabougen gemacht hat.

Rabulist (v. lat. rabula), geschwätziger, ränkevoller Jurist, Zungendrescher, Rechtsverdreher.

Rabutin (spr. -bütäng), Roger de, s. Bussy-R.

Racahout (franz., spr. raka-uh), ursprünglich Mehl schwach gerösteter Eicheln aus Algerien (R. des Arabes); dann Mischung von Reismehl, Kartoffelstärke etc. mit Salep, Dextrin, Kakao, Vanille etc., wurde als Geheimmittel zu übertrieben hohem Preis in den Handel gebracht.

Racalmuto, Stadt in der ital. Provinz Girgenti (Sizilien), an der Eisenbahn Canicatti-Aragona, hat eine Gymnasial- und eine technische Schule, Schwefel- und Salzbergbau, Gipsbrüche, Wein- und Ölbau und (1881) 13,133 Einw. Dabei ein Kastell aus dem 14. Jahrh.

Racan (spr. -kang), Honorat de Bueil, Marquis de, franz. Dichter, geb. 1589 zu La Roche-Raccinin der Touraine, war in seiner Jugend Page am Hof Heinrichs IV., machte einige Feldzüge mit, zog sich dann aber zurück und wurde durch den Dichter Malherbe für die Poesie gewonnen. R. war ein häufiger Gast des Hôtel Rambouillet und gehörte der Akademie seit ihrer Gründung (1635) an. Er starb 1670. Seinen Ruhm verdankt R. vorzugsweise seinen "Bergeries", endlosen Reimereien voll faden, süßlichen Geschwätzes, für unsern Geschmack unerträglich. Nicht besser sind seine "Psaumes"; dagegen enthalten die "Stances" einige Stellen reiner und wahrer Empfindung von häuslichem, friedlichem Glück. Seine "OEuvres" ^[Œuvres] (zuerst gesammelt Paris 1724, 2 Bde.) wurden neuerlich von Tenant de Latour (das. 1857, 2 Bde.) herausgegeben.

Racconigi (spr. -dschi), Stadt in der ital. Provinz Cuneo, Kreis Saluzzo, an der Maira und der Eisenbahn Turin-Cuneo, hat ein königliches Schloß (Lieblingsaufenthalt Karl Alberts) mit schönem Park, ein Gymnasium, eine Militärerziehungsanstalt, ein Theater, ein großes Krankenhaus, starke Seidenzucht und Spinnerei, Fabrikation von Schuhwaren, Handel und (1881) 7875 Einw.

Race (franz., spr. raß), s. Rasse.

Race (engl., spr. rehß), Wettlauf, besonders Pferderennen; Racer, Renner; Race-horse, Rennpferd.

Racehorse-Expedition, 1773, s. Maritime wissenschaftliche Expeditionen, S. 256.

Racemation (lat.), Nachlese (von Weintrauben).

Racemus (lat.), Traube (s. Blütenstand, S. 80); racemosus, traubenförmig.

Racha (richtiger Raka, hebr.), ein Matth. 5, 22 vorkommendes Schimpfwort, s. v. w. Dumm- oder Schwachkopf.

Rachbeeren, s. Daphne.

Rache, diejenige Vergeltung, bei welcher der Beleidigte (entweder selbst oder durch die Seinen) zum Vergelter wird. Dieselbe unterscheidet sich von der