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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Sahara

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Sahara (geographische Einteilung).

die S. sehr arm, indem mit Ausnahme des überall verbreiteten Salzes nur noch Salpeter (im Gebiet der Uled Amer), Natron an zahlreichen Stellen (außer in Fezzan z. B. in den beiden Natronseen bei Birki zwischen Mursuk und Bilma im westlichen Tibbuland, dann in Quellen zu Tekro im östlichen Tibbuland sowie in einem Natronsee zu Arbat, acht Tagereisen südlich von Audschila), endlich Antimonerze (angeblich in der Oase Tuat) und Eisenerze (stellenweise im Tuareggebiet) vorkommen. Kochsalz ist ein Hauptgegenstand des Handels und wird an vielen Stellen der Küste in Lagunen, hauptsächlich aber im Innern des Landes aus den beckenförmigen Vertiefungen der Oberfläche gewonnen. Auch beständig trockne Stellen, an denen eine fortwährende und bedeutende Salzgewinnung stattfindet, sind sehr zahlreich in der S. Endlich kommt noch Alaun häufig, besonders im Gebiet der Tuareg, vor und wird seit der urältesten Zeit viel nach den Atlasländern und Ägypten in den Handel gebracht.

[Geographische Einteilung.] Topographisch und nach der Gliederung ihrer Oberfläche zerfällt die S. in verschiedene Teile. Das Küstengebiet längs des Atlantischen Ozeans, vom untern Senegal bis zur Grenze von Marokko, ist ein wenig durch Plateauhöhen unterbrochenes Flachland von 1500 km Länge und 180-220 km Breite. Das Hochland von Taganet und El Hodh nordöstlich von der Mündung des Senegal, von 110-165,000 qkm (2-3000 QM.) Flächeninhalt, scheint (nach der sehr niedrigen Temperatur der Nächte) eine mittlere Höhe von 500-600 m zu haben. Es erheben sich hier zahlreiche isolierte sowie kettenartig verlaufende Felsberge von Sandstein und dunklem Kieselschiefer. An dieses Hochland schließt sich im N. die Einsenkung von Adrar an, eine vielleicht bis 300 m abfallende, mit Sandhügeln und Kieseln bedeckte, hin und wieder auch fruchtbare und in den Thalvertiefungen mit Bäumen bestandene Fläche. Zwischen derselben und der Grenze von Marokko dehnt sich von 22-25° nördl. Br. ein Wüstengürtel mit spärlichen Oasen und dem Salzsee Gilta oder Elgilte aus, während weiter nach N. der Boden wieder ansteigt und auf einer Sandstein-, Schiefer- und Kalkunterlage infolge periodischer Regen eine dürftige Vegetation auftritt. Südlich vom Wadi Draa in der Richtung gegen Timbuktu tritt nach Lenz eine Zone von Sanddünen auf, die unter dem Namen Igidi bekannt ist und aus einer Anzahl untereinander paralleler Hügelketten aus schönem weingelben Sand besteht. Zwischen den einzelnen Ketten sind mehr oder weniger breite Streifen von Felsboden, und unter dem Sand findet sich nicht selten eine Schicht blaugrauen Thons und zwischen dieser und dem Sand Ansammlungen von Wasser, so daß die Igidiregion ziemlich viel Wasser hat. Der Platz der Dünen wechselt, so daß oft Areg an Stelle von Hamada zu finden ist und umgekehrt; doch ist dieser Wechsel nur innerhalb einer größern Dünenregion bekannt. Nach Überschreitung der Dünenregion Igidi durchschritt Lenz bald felsiges Plateau, bald mit Halfa und Kamelfutter bewachsene sandige Ebenen, bald Durchbrüche von Granit, auch kleine Wälder von stachligen Mimosen, eine ganze Reihe ausgetrockneter Flußbetten, bei welchen sich oft in geringer Tiefe Wasser fand. Herden von Gazellen und Antilopen waren nicht selten, und auffallend war die Menge kleiner Singvögel, wo sich Vegetation zeigte. Der tiefste Punkt in diesem 200-400 m hoch gelegenen Teil der westlichen S. war das Wad Teli, das aber immerhin noch in einer Höhe von 148 m gelegen ist, so daß also von einer Depression in diesem Teil der S. keine Rede sein kann. Bekannt ist die Einsenkung von Tafilet und Tuat, welche am Südfuß der Hochlande von Marokko und Algerien sich von Tafilet im NW. bis Insalah im SO. in einer Längenausdehnung von 750 km und einer Breite von etwa 220 km erstreckt, mit zahlreichen Wasserrinnen. Am meisten erforscht ist das Tiefbecken von Wargla, welches sich als ziemlich kreisrunde Fläche von nahe 330,000 qkm (6000 QM.) von 29-35° nördl. Br. erstreckt und, größtenteils zu Algerien gehörend, als algerische S. bezeichnet wird, im O. aber in das Gebiet von Tunis und Tripolis reicht. Südlich von dieser Tiefebene erhebt sich der Boden zu dem mannigfaltig gestalteten Gebirgsland der Hogar (Ahagar) und Asgar. Nach NW. vermitteln die Dünen von El Golea die Verbindung mit den Terrassenländern des südlichen Algerien. Hier erhebt sich zuletzt das Plateau von Tademait, das mit seinem Süd- und Westrand, dem Dschebel Tidikelt (gegen 600 m hoch), steil gegen die Landschaften Tidikelt, Tuat und Gurâra abfällt und dem Wadi Akaraba zahlreiche Wasseradern zusendet, während gegen NO. das Wadi Mia und dessen zahlreiche Nebenthäler die Hochebene durchfurchen, sich nach dem Becken von Wargla hinabsenkend. Niedrigere Höhen bilden den Übergang zum Plateau von Muidir und mit diesem das Quellgebiet des Wadi Akaraba. Weiter nach SO. erhebt sich zwischen 22 und 25° nördl. Br. das Plateau von Ahagar, von welchem nach N. das Wadi Ighargar ausgeht. Die Höhe dieses Plateaus mag 1300 m betragen, während seine höchsten (wahrscheinlich vulkanischen) Berggipfel über 2000 m ansteigen. Vom Ostrand des Wadi Ighargar erstreckt sich gegen SO. bis über Ghat hinaus das Plateau von Tasili, welches an seinem Südrand, dem Hochland der Asgar, bis über 1300 m ansteigt. Zwischen diesem Plateau und dem Parallelkreis von Ghadames endlich breitet sich eine weite steinige, hier und da sandige Fläche von 300-500 m Erhebung aus. Das Gestein ist vorwiegend Sandstein, nach Süden zu Granit. Südlich vom Plateau von Ahagar liegt das Gebirgsland Aïr oder Asben unter 17-19¼° nördl. Br. Die Berggruppe von Timge (1300-2000 m), das Eghellal- und Baghsengebirge (1300-1600 m) bilden hier drei mächtige, isolierte Gebirgsstöcke, um welche sich kleinere Gebirgsstöcke und einzelne, oft seltsam geformte Berge (z. B. der Dogem, gegen 1600 m) gruppieren. Tief einschneidende, oft vegetationsreiche oder mit Mimosen dicht bewaldete Thäler lassen hier vergessen, daß man sich in der S. befindet. Von dem Ostrand des Beckens von Wargla und vom Hochland Ahagar nach O. bis an die Libysche Wüste und nach N. bis an die beiden Syrten des Mittelmeers erstrecken sich, eine Fläche von 991,000-1,100,000 qkm (18-20,000 QM.) einnehmend, die Plateaulande von Fezzan als felsige oder mit Gerölle, selten mit Sand bedeckte, fast vegetationslose Hamada, größtenteils zu Tripolitanien gehörig. Der 500-600 m ansteigende Plateaurand erreicht vor Lebda die Meeresküste, welche er bis gegen das Vorgebirge Mesrata begleitet. Er führt von W. nach O. die Namen Dschebel Nefusa, D. Ghurian, D. Tarhona und D. Mesallata. Seine höchsten Punkte sind die isolierten Berge Tekut (852 m), Bibel, Toësche (674 m) und Ras Tekira. Um die Anfänge der quellenreichen und fruchtbaren Wadis Sosedschin und Semsem hat die Hamada eine bedeutende, nach NO. gerichtete Einsenkung. Zwischen