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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Saint-Hippolyte - Saint-Jean Pied de Port.

Flecken im franz. Departement Manche, Arrondissement Mortain, mit Collège, Tuch- und Leinwandfabrikation und (1881) 3226 Einw.

Saint-Hippolyte (spr. ssängt-ippolit), Pseudonym, s. Auger 2).

Saint-Hippolyte du Fort (spr. ssängt ippolit dü for), Stadt im franz. Departement Gard, Arrondissement Le Vigan, am Vidourle und an der Eisenbahn Sommières-Le Vigan, hat ein Handelsgericht, ein protest. Blinden- und Taubstummeninstitut, Seidenzucht, Fabrikation von seidenen Handschuhen und Socken, Wirkwaren etc. und (1881) 3995 Einw.

Saint-Honorat (spr. ssängt-onorá), Insel, s. Lerinische Inseln.

Saint-Honoré les Bains (spr. ssängt-onoreh lä bäng), Gemeinde u. Badeort im franz. Departement Nièvre, Arrondissement Château-Chinon, mit Mineralquellen und 1629 Einw. Vgl. Binet, Étude clinique et climatologique sur S. (1881).

Saint-Hubert (spr. ssängt-übähr), Stadt in der belg. Provinz Luxemburg, Arrondissement Neufchâteau, unweit der Eisenbahn Brüssel-Arlon, hat eine prächtige Kirche (mit der Gruftkapelle des heil. Hubertus), eine ehemalige Abtei (jetzt Besserungsanstalt für jugendliche Verbrecher) und (1887) 2527 Einw. Ehemals 3. Nov. hier berühmte Jagd.

Saint Hyacinthe (spr. ssent hei-ässint), Stadt in der britisch-amerikan. Provinz Quebec, am Yamaska, östlich von Montreal, ist kath. Bischofsitz, hat ein Jesuitenkolleg und (1881) 5321 Einw.

Saint-Imier, Val (spr. wall ssängt-imjeh), ein durch Alpenwirtschaft und Uhrenindustrie blühendes jurassisches Bergthal im schweizer. Kanton Bern, von der 29 km langen, reißenden Schüß (franz. Suze) durchflossen, welche durch die enge, wilde Bieler Klus in die Hochebene tritt und damit den Bieler See erreicht. Im 7. Jahrh. baute hier der Ritter Imier eine Einsiedelei und brachte so Anbau in das menschenleere Waldthal. Es zählt in 19 Gemeinden 25,155 Einw. (nahezu 9/10 Protestanten, mehr als 1/3 deutscher Abkunft); größter Ort ist St.-Imier mit (1880) 7114 Einw. Die Suze mündete früher in die Thièle, der sie viel Geschiebe zuführte; da dies zur Versumpfung des Seelandes wesentlich beitrug, so wurde ihr 1824 ein Kanal in den See gegraben (s. Juragewässerkorrektion). Ein neuerer Bau ist die Thalbahn (seit 1874), welche das ganze Thal von Biel aus hinaufzieht, bei Sonceboz nach dem Birsthal abzweigt (s. Pierre Pertuis) und bei Convers in die Linie Neuchâtel-La Chaux de Fonds einmündet.

Saintine (spr. ssängtihn), Joseph Xavier Boniface, genannt S., franz. Schriftsteller, geb. 10. Juli 1798 zu Paris, wandte sich, nachdem er dreimal von der Akademie gekrönt worden war, der Bühne zu und entwickelte als Dramatiker, teils mit, teils ohne Mitarbeiterschaft, eine ungewöhnliche Fruchtbarkeit (gegen 200 Stücke). Den meisten Ruhm erwarb er sich indessen mit seiner "Picciola" (1836), dem rührenden Roman einer Gefangenen und ihrer Blume, welcher in alle europäischen Sprachen übersetzt wurde, über 40 Auflagen erlebte und überdies dem Verfasser seitens der Akademie den Preis Monthyon (3000 Frank) eintrug. Von seinen Romanen sind außerdem zu erwähnen: "Jonathan le visionnaire" (1825, 2 Bde.); "Le mutilé" (1834); "Récits de la Tourelle" (1844, 2 Bde.); "Les trois reines" (1853, 2 Bde.); "Seul!" (1857); "La seconde vie" (1864) u. a. S. starb 21. Jan. 1865 in Paris.

Saint Ives (spr. ssent eiws), 1) Stadt an der atlantischen Küste der engl. Grafschaft Cornwall, hat Pilchardfischerei, Ausfuhr von Kupfer, Zinn und Schiefer und (1881) 6445 Einw. - 2) Stadt in Huntingdonshire (England), am Ouse, mit großen Viehmärkten und (1881) 3002 Einw. - 3) Engl. Name für Setubal (s. d.).

Saint James (spr. ssent dschehms), Kirchspiel im Westende Londons, mit königlichem Palast; daher "Kabinett von St. James", häufig Bezeichnung für das englische Ministerium.

Saint-Jean Bonnefonds (spr. ssäng-schang bonn'fóng), Stadt im franz. Departement Loire, Arrondissement St.-Étienne, mit Steinkohlengruben, Eisenwerken und (1881) 3401 Einw.

Saint-Jean d'Acre (spr. ssäng-schang dákr), s. Akka.

Saint-Jean d'Angély (spr. ssäng-schang dangscheli), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Niedercharente, an der von hier an schiffbaren Boutonne und der Eisenbahn Taillebourg-Niort, mit Handelsgericht, Industrie in Bier, Branntwein und Metallwaren, lebhaftem Handel mit den Ackerbauprodukten der fruchtbaren Umgebung und (1886) 6131 Einw. S. verdankt seine Entstehung einer Benediktinerabtei, welche Pippin der Kleine an Stelle des zerstörten Angeriacum, der Residenz der Herzöge von Aquitanien, errichtete, hat aber in den Religionskriegen viel gelitten. Vgl. Saudau, S. d'après les archives, etc. (St.-Jean d'Angely 1886).

Saint-Jean d'Angely, franz. Marschall, s. Regnaud de Saint-Jean d'Angely.

Saint-Jean de Losne (spr. ssäng-schang d' lohn), Stadt im franz. Departement Côte d'Or, Arrondissement Beaune, an der Saône, in welche hier der Kanal von Burgund mündet, und von welcher etwas oberhalb der Rhône-Rheinkanal seinen Ausgang nimmt, an der Eisenbahn Dijon-St. Amour, mit Handelsgericht, Weinhandel und (1881) 1505 Einw. Von ihrer tapfern Verteidigung gegen die Kaiserlichen 1636 erhielt die Stadt auch den Namen Belle Défense.

Saint-Jean de Luz (spr. ssäng-schang d' lühs), Stadt im franz. Departement Niederpyrenäen, Arrondissement Bayonne, an der Mündung der Nivelle in die Bucht von S. des Atlantischen Ozeans und an der nach Spanien führenden Eisenbahn gelegen, hat zwei Schlösser, in denen Ludwig XIV. und Infantin Maria Theresa anläßlich ihrer Vermählung wohnten, eine Kirche aus dem 13. Jahrh., in welcher ihre Hochzeit 1660 stattfand, einen Hafen, eine nautische Schule, besuchte Seebäder und (1881) 3254 Einw., welche Pökelfleisch, konservierte Fische und Schokolade bereiten. Am linken Ufer der Nivelle liegt die Fischervorstadt Ciboure und am westlichen Eingang der Bucht der neuangelegte Hafen Socoa mit Fort.

Saint-Jean de Maurienne (spr. ssäng-schang d' moríänn), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Savoyen, am Arc und an der Mont Cenis-Bahn, Sitz eines Bischofs, hat eine Kathedrale mit bemerkenswerten Grabmälern, ein Seminar, Bergbau auf Silber und Blei, Weinbau und (1886) 2464 Einw.

Saint-Jean du Gard (spr. ssäng-schang dü gar), Stadt im franz. Departement Gard, Arrondissement Alais, am Gardon, hat Seidenspinnerei, Fabrikation von seidenen Strümpfen etc. und (1881) 2492 Einw.

Saint-Jean Pied de Port (spr. ssäng-schang pjeh d'por), Stadt im franz. Departement Niederpyrenäen, Arrondissement Mauléon, an der Nive, Festung dritter Klasse mit Citadelle, welche die wichtige über den Paß von Roncesvalles führende Pyrenäenstraße beherrscht, und (1881) 1556 Einw. S., 716 gegründet, ist die alte Hauptstadt von Niedernavarra und kam im Pyrenäischen Frieden 1659 an Frankreich.