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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Saldieren; Salé; Salem; Salemi; Salency; Salentin; Salep

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Saldieren - Salep.

rang. Auch bei Liegnitz und Torgau 1760 bewährte er Mut und Kriegserfahrenheit. 1766 zum Generalleutnant ernannt, erhielt er die magdeburgische Inspektion und leistete Vorzügliches in der taktischen Ausbildung der Truppen, so daß er sich bei den Herbstmanövern stets Friedrichs d. Gr. besondere Anerkennung erwarb. Er starb 14. März 1785 als Gouverneur von Magdeburg. Er schrieb: "Taktik der Infanterie" (Dresd. 1784); "Taktische Grundsätze" (das. 1786) u. a. Vgl. Küster, Charakterzüge des Generalleutnants v. S. (Berl. 1792).

Saldieren (ital.), eine Rechnung abschließen, auch dieselbe ausgleichen, bezahlen. Der Unterschied der Gesamtsummen von Soll und Haben einer Rechnung ist der Saldo (auch Bilanz). Diesen Unterschied ausmitteln nennt man den Saldo ziehen. Ist derselbe gleich Null, so sagt man: die Rechnung saldiert sich. Ist dagegen die Summe im Soll größer oder kleiner als im Haben, so ist das Konto entweder durch Zahlung des zur Ausgleichung der Rechnung eingestellten Saldo zu s., oder es wird der letztere auf neue Rechnung auf die entgegengesetzte Seite als Saldovortrag (Rest der Forderung oder Schuld) wieder vorgetragen. Reiner oder Nettosaldo ist im Gegensatz zum rohen oder Bruttosaldo der Saldo, bei welchem Spesen und Nebenkosten bereits abgezogen sind. In Saldo sein oder bleiben, s. v. w. noch schuldig bleiben. Saldierungsverein (Saldosaal), in Österreich s. v. w. Abrechnungsstelle, Clearinghouse (s. d.).

Salé (Sla), Hafenstadt in Marokko, s. Rabat.

Salem (arab.), s. Selam.

Salem (Schalam), alter Name von Jerusalem; auch Ort im Jordanthal südlich von Bethschean, wo Johannes der Täufer sich aufhielt.

Salem, 1) (Salmannsweiler) Dorf im bad. Kreis Konstanz, 11 km nördlich vom Boden- (Überlinger) See, an der Saalfelder Aach, 445 m ü. M., hat ein Schloß (ehemalige Cistercienserabtei) des Markgrafen Wilhelm mit prächtigen Sälen (darunter der Kaisersaal im Rokokostil mit den lebensgroßen Statuen der deutschen Kaiser) und einer sehenswerten gotischen, im Innern reichgeschmückten, neuerdings restaurierten Kirche (1282-1311 erbaut), ein Forstamt, eine Bezirkssparkasse, eine großherzogliche Hofkellerei und (1885) 451 Einw. Das ehemalige freie Reichsstift, 1134-37 gestiftet, hatte ein Gebiet von 330 qkm (6 QM.) und wurde 1802 säkularisiert. Vgl. Weech, Urkundenbuch der Cistercienserabtei S. (Karlsr. 1881 ff.). - 2) (Schelam) Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts (19,820 qkm oder 360 QM. mit [1881] 1,599,595 Einw.) in der britisch-ind. Präsidentschaft Madras, liegt am Südabhang der Schiwaraiberge 276 m ü. M. und hat 50,677 Einw., meist Hindu. - 3) Stadt im nordamerikan. Staat Massachusetts, auf einer Landzunge zwischen den Nord- und Südfluß genannten Baien des Atlantischen Ozeans, Beverley gegenüber, 22 km nordöstlich von Boston gelegen, ist unregelmäßig, aber gut gebaut, hat viele altertümliche Backsteinhäuser, 20 Kirchen, mehrere wissenschaftliche Vereine (Athenaeum und Essex Institute in der sogen. Plummer Hall, mit Bibliothek von 39,000 Bänden; die von Peabody gegründete Academy of science mit Museum in der 1825 von alten Ostindienfahrern erbauten East India Marine Hall), ein Lehrerseminar, lebhafte Industrie in Leder, Baumwolle, Jute und Chemikalien, Reederei, Fischerei, Küstenhandel und (1886) 28,084 Einw. S. wurde 1626 gegründet, von den Indianern Maumkeag genannt und 1630 als Stadt inkorporiert. Vor Ausbruch der Revolution betrieben die Einwohner lebhaften Fischfang; während des Kriegs rüsteten sie 60 Kaperschiffe mit 4000 Mann aus, und nach Herstellung des Friedens eröffneten sie dem amerikanischen Handel die Bahn nach Indien und Ostafrika. Mit der Zeit haben Boston und New York den Handel an sich gerissen: 1887 besaß S. nur 14 Schiffe von 2047 Ton. Gehalt, und der Verkehr mit dem Ausland war ganz unbedeutend. 3 km von S. liegt das Dorf Peabody (s. d.). - 4) Stadt im NW. des nordamerikan. Staats Ohio, Grafschaft Columbiana, hat verschiedene Fabriken, starke Schweinezucht und (1880) 4041 Einw. - 5) Hauptstadt des nordamerikan. Staats Oregon, am schiffbaren Willamette, 100 km oberhalb dessen Mündung in den Columbiafluß, hat ein Staatenhaus, eine Taubstummenanstalt und ein Zuchthaus, ist Sitz der Willamette-Universität, hat verschiedene Fabriken und (1880) 2538 Einw. - 6) Landschaft im Süden des nordamerikan. Staats New Jersey, unfern des Delaware, mit (1880) 5056 Einw. - 7) Andre Orte dieses Namens in den Vereinigten Staaten sind: S., Hauptstadt der Grafschaft Roanoke, in Virginia, 1759 Einw.; S. in der Grafschaft Dent, Missouri, 1624 Einw.; S. in der Grafschaft Washington, Indiana, 1615 Einw., etc.

Salemi, Stadt in der ital. Provinz Trapani (Sizilien), Kreis Mazzara del Vallo, unweit der Bahn Palermo-Trapani, mit malerisch gelegenem Kastell, mehreren Kirchen und (1881) 11,512 Einw.

Salency (spr. ssalangssi), Dorf im franz. Departement Oise, Arrondissement Compiègne, mit (1881) 808 Einw., bekannt wegen des Rosenfestes, welches, schon unter Ludwig XIII. gestiftet, hier jährlich 8. Juni gefeiert wird; s. Rosenfeste.

Salentin, Hubert, Maler, geb. 15. Jan. 1822 zu Zülpich, war 14 Jahre lang Hufschmied und kam erst in seinem 28. Jahr auf die Düsseldorfer Akademie, wo W. v. Schadow, K. Sohn und Tidemand seine Hauptlehrer waren. Er behandelt mit Vorliebe gemütvolle Szenen aus dem bäuerlichen Leben in Westdeutschland, welche sich durch korrekte Zeichnung und lichte Farbengebung bei flüssiger Behandlung auszeichnen. Von seinen zahlreichen Bildern sind hervorzuheben: der Schmiedelehrling, das Maifest, der blinde Knabe (Museum zu Besançon), die Nachbarn (Museum zu Douai), goldene Hochzeit (1857), die Frühlingsboten (Museum zu Prag), die Heilquelle (Museum zu Köln, 1866), die Dorfkirche (städtische Galerie in Düsseldorf), Wallfahrer vor der Kapelle (1870, Nationalgalerie in Berlin), der kleine Prinz auf Reisen (1873), Kahnfahrt zur Kapelle (1875), die kleinen Gratulanten (1879), Hirtenkinder (1880), der Storch (1886). Er lebt in Düsseldorf.

Salep (verstümmelt aus dem arab. khus yatus salab, "Fuchshoden"), getrocknete Wurzelknollen verschiedener Orchideen aus der Abteilung der Ophrydeen. Diese Pflanzen besitzen zur Blütezeit zwei Knollen, eine verwelkte, auf deren Kosten sich der blühende Stengel entwickelt hat, und eine derbe, vollsaftige, ungeteilte, kugelige oder handförmig geteilte, gelappte, aus welcher sich im folgenden Jahr ein blühender Stengel entwickelt. Man sammelt nach der Blütezeit die vollsaftigen Knollen, welche frisch bitterlich schmecken und eigentümlich unangenehm riechen, wäscht sie, reibt die äußere braune Haut ab, brüht die Knollen und trocknet sie in künstlicher Wärme. Alle Orchideenknollen können S. liefern; am häufigsten benutzt man in Mitteleuropa die ungeteilten Knollen von Orchis morio, mascula, militaris, ustulata, Anacamptis pyramidalis, weniger