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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Samische Gefäße - Samoa.

selbe an. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: "Klinische Beobachtungen aus der Augenheilanstalt in Wiesbaden" (mit Pagenstecher, Wiesb. 1861-62, 2 Hefte); "Beiträge zur normalen und pathologischen Anatomie des Auges" (Leipz. 1862); "Der Ulcus corneae serpens und seine Therapie" (Bonn 1870); auch redigierte er mit Gräfe das "Handbuch der gesamten Augenheilkunde" (Leipz. 1874-80, 7 Bde.).

Samische Gefäße, s. v. w. Arretinische Gefäße (s. d.).

Sämischgerberei, s. Leder, S. 611.

Samland, eine der alten Landschaften Ostpreußens, zwischen dem Pregel, Frischen Haff, der Ostsee, dem Kurischen Haff und der Deime, umfaßt den jetzigen Kreis Fischhausen, einen Teil des Kreises Labiau und den nördlichen Teil des Landkreises Königsberg, mit den Orten Pillau, Fischhausen, Königsberg, Tapiau und Labiau. Das S. ist in seinem östlichen Teil mehr eben, im westlichen hügelig, woselbst der 110 m hohe Galtgarben und im NW. die 34 m hohe Landspitze Brüsterort mit einem Leuchtturm. Die westliche Küste, zwischen Pillau und Brüsterort, heißt die Bernsteinküste. Durch Eindringen der Meeresflut sind die Küsten seit Jahrhunderten sehr verändert worden. - Das Bistum S. wurde 1249 gegründet und dem Erzbistum Riga unterstellt. Es erstreckte sich im N. bis jenseit des Niemens, im O. umfaßte es auch das Quellgebiet des Pregels. Der Bischof residierte in Fischhausen und Königsberg. Georg v. Polentz, der schon 1523 evangelisch geworden war, trat 1525 das bischöfliche Gebiet, das aus zwei getrennten Teilen (an der Ostsee und im N. von Insterburg) bestand, an den Herzog Albrecht I. von Preußen ab. Doch bestand ein evangelisches Bistum in S. noch längere Zeit. Vgl. Gebauer, Wegweiser durch S. (7. Aufl., Königsb. 1886); Reusch, Sagen des preußischen Samlandes (2. Aufl., das. 1863).

Sammaël, nach dem orientalischen Mythus der Engel, welcher im Planeten Mars lebt und einer der sieben Weltregenten ist. Neidisch auf die Ehre, die Gott Adam und Eva erwies, indem er sie von Engeln bedienen ließ, verbündete er sich mit andern Engeln zur Verführung der Menschen, wurde aber hierfür mit seiner Schar aus dem Himmel gestürzt. Aus S., womit die Juden später auch den obersten der Teufel bezeichneten, entstand unser Samiel, s. v. w. böser Geist, Satan.

Sammelbilder, s. Spiegelung.

Sammelfrüchte, s. Frucht, S. 756.

Sammelhaare, in der Pflanzenanatomie die Haare des Griffels, an welchen bei der Bestäubung der Pollen hängen bleibt.

Sammellinse, konvexe Linse, s. Linse.

Sammelspiegel, Hohlspiegel, s. Spiegelung.

Sammelwort, s. Substantivum. ^[richtig: Substantiv.]

Samnaun, s. Schergenbach.

Samniter, im Altertum mächtiges Volk in Unteritalien, von welchem die spätere Landschaft Samnium (s. Karte bei "Italia") den Namen hat. Diese lag zwischen Lukanien, Apulien, Latium und dem Adriatischen Meer und war, von Zweigen des Apennin durchzogen, besonders im nördlichen Teil gebirgig und rauh, im südlichen milder, im ganzen aber mehr zur Viehzucht als zum Ackerbau geeignet. Die S. gehören zu den sabellischen Völkern, welche sich in früher Zeit über einen großen Teil von Mittel- und Unteritalien verbreiteten, und zerfielen in mehrere Völkerschaften, von denen besonders die Kaudiner, Hirpiner, Pentrer und Frentaner genannt werden; ihre Sprache war die oskische, welche sie, wie die übrigen sabellischen Völker, von den durch sie unterworfenen Oskern, obwohl teilweise mit anderweiten Elementen vermischt, annahmen. Sie eroberten Lukanien und Bruttium und vertrieben im 5. Jahrh. v. Chr. die Etrusker aus Kampanien. Als sie Capua bedrängten, stellte sich dieses unter Roms Schutz, welches den Samnitern den Krieg erklärte, als diese trotzdem einen Einfall in das Gebiet von Capua machten. So entstand der erste Samniterkrieg (343-341 v. Chr.). Der Konsul M. Valerius Corvus gewann 343 zwei Siege über die S. am Berge Gaurus in der Nähe von Cumä und bei Suessula, während der andre Konsul, A. Cornelius Cossus, der in das Gebiet der S. eingedrungen war, zwar von den Feinden in einem Engpaß eingeschlossen, aber durch den Mut und die Tapferkeit des P. Decius gerettet wurde und nachher auch noch einen Sieg gewann. Hierdurch war die Überlegenheit der Römer entschieden; sie gewährten aber dennoch 341 den Samnitern einen billigen Frieden, um für den, wie sie voraussahen, nahe bevorstehenden Krieg mit den Latinern freie Hand zu haben. Die S. wurden nun zunächst durch einen Krieg mit dem König Alexander von Epirus beschäftigt. Nach Beendigung dieses Kriegs aber reizten sie, besonders dadurch verletzt, daß die Römer 328 auf ihrem Gebiet die Kolonie Fregellä anlegten, Paläopolis, die Schwesterstadt von Neapolis, zu Feindseligkeiten gegen Rom, unterstützten dieselbe auch in dem darauf ausgebrochenen Krieg, und als die Römer sie deshalb zur Rede stellten, gaben sie eine stolze, trotzige Antwort. Dies der Anlaß zu dem zweiten Krieg (326-304), aus welchem besonders die Einschließung der Römer in den Kaudinischen Engpässen (Furculae Caudinae) 321 und der den Eingeschlossenen aufgedrungene, vom Senat und Volk in Rom aber verworfene schimpfliche Vertrag wie ferner die Ausbreitung des Kriegs nach Etrurien seit 311 hervorzuheben sind; die Haupthelden diesem Kriegs auf römischer Seite sind L. Papirius Cursor und Quintus Fabius Rullianus. Der dritte Krieg (298-290), welcher durch die Bitte der Lukaner um Hilfe gegen die S. veranlaßt wurde, gewann 295 dadurch eine besonders drohende Gestalt, daß die S. sich mit den Etruskern, Umbrern und Galliern vereinigt den Römern entgegenstellten; indessen ward auch diese Gefahr durch den schwer und nur mit Aufopferung des einen Konsuls P. Decius erkämpften Sieg bei Sentinum in Umbrien überwunden und dann durch weitere Siege der Friede 290 erzwungen. Endlich unternahmen die S. einen vierten Krieg, als der König Pyrrhos von Epirus 280 in Italien erschien und sich an die Spitze der italischen Völker stellte, wurden aber, nachdem Pyrrhos 275 Italien verlassen hatte, durch die allmähliche Eroberung ihrer Städte bis 272 wieder unterworfen. Das Ergebnis dieser Kriege war, daß die S. zwar dem Namen nach Bundesgenossen der Römer wurden, aber einen großen Teil ihres Gebiets verloren und durch Kolonien, die auf diesem Gebiet angelegt wurden, in Abhängigkeit erhalten wurden. Noch einmal erhoben sie die Waffen, indem sie sich 90 an dem Bundesgenossenkrieg beteiligten und dann 83 in dem Bürgerkrieg an die Marianer anschlossen; sie wurden aber 82 in einer blutigen Schlacht am Kollinischen Thor geschlagen und fast völlig aufgerieben, die Gefangenen, 3000 oder nach andern 8000 an der Zahl, wurden auf Befehl Sullas alle niedergemetzelt.

Samnium, s. Samniter.

Samoa (Schifferinseln, hierzu Karte "Samoa-Inseln"), polynes. Inselgruppe, nordöstlich von den Fidschiinseln unter 13½-14½° südl. Br.