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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schwedische Sprache; Schwedischer Kaffee

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Schwedischer Kaffee - Schwedische Sprache.

Ljunggren, Svenska dramat (Lund 1864), bibliographisch von Klemming, Sveriges dramatiska literatur til 1863 (das. 1870), und Dahlgren, Förteckning öfver svenska skådespel (das. 1866), bearbeitet. Als Nachschlagewerke dienen außer den bibliographischen Hilfsmitteln (s. Bibliographie): "Biographiskt lexikon öfver namnkundige män" (Upsala 1835-56, 23 Bde.; neue Folge, Örebro 1858 bis 1883, 9 Bde.) und Mejer, Svensk literaturlexikon (Stockh. 1885 ff.). Zur schnellern Orientierung für Deutsche sind zu empfehlen: Sturzenbecher, Die neuere schwedische Litteratur (deutsch, Leipz. 1850); Wollheim da Fonseca, Nationallitteratur der Skandinavier (Berl. 1874-77, 3 Bde.); Winkel Horn, Geschichte der Litteratur des skandinavischen Nordens (Leipz. 1880); Schweitzer, Geschichte der skandinav. Litteratur (das. 1886-89, 3 Bde.).

Schwedischer Kaffee, s. Astragalus.

Schwedische Sprache. Das Gebiet der schwedischen Sprache ist im allgemeinen das schwedische Reich, nur daß im Norden das Finnische und Lappische sich noch gehalten hat, während anderseits in Finnland das Schwedische Schriftsprache ist. Unter den Volksdialekten stehen die der Landschaften Schonen, Blekinge und Halland, welche ehemals zu Dänemark gehörten, dem Dänischen näher als dem Schwedischen, während die Mundarten von Norrland, Finnland und Esthland sprachgeschichtlich zum Norwegischen gehören. Eine Sonderstellung nimmt das Gotländische ein, dessen ältestes Denkmal, das "Gutalag" (Gesetzbuch von Gotland), sprachlich von höchstem Interesse ist (Handausgabe von Säve: "Gutniska urkunder", Stockh. 1859). Vgl. besonders J. A. ^[Johan August] Lundell, "Om de svenska folkmålens frändskaper ock etnologiska betydelse" (Stockh. 1880), sowie die neubegründete schwedische Zeitschrift "Nyare bidrag till kännedom om de svenska landsmålen ock svenskt folklif" (das. 1879 f.) und Lefflers Schrift "Om konsonantljuden i de svenska allmoge-målen" (Heft 1, das. 1872). In lexikalischer Hinsicht sind die Dialekte am besten bearbeitet in dem vortrefflichen "Svenskt dialektlexikon" von Rietz (Lund 1867). Ursprünglich gab es im heutigen Schweden zwei besondere Stämme, die Schweden (Svêar) und die Gauten (Gautar, Götar). Die Sprachen beider zeigen sich aber in historischer Zeit schon miteinander verschmolzen; man kann also nicht mehr feststellen, ob diese Gauten (Göten) den andern Skandinaviern oder den geschichtlich bekannten Goten (Gutôs) näher standen.

Die s. S. ist eine nordische und teilt als solche die allgemeinen Eigentümlichkeiten des nordischen Zweigs vom germanischen Sprachstamm (s. Nordische Sprache und Litteratur). Es ist aber das Schwedische mit dem Dänischen als das Ostnordische dem Norwegisch-Isländischen als dem Westnordischen gegenüberzustellen, nicht als Tochtersprache, sondern als gleichgeordnete Schwestersprache, da der nordischen Grundsprache zuweilen noch das Ostnordische am nächsten steht (z. B. im seltenern Auftreten des Stammumlauts und im fast gänzlichen Fehlen des Flexionsumlauts durch u, ferner in der Erhaltung des vr-Anlauts, in der geringern Ausdehnung konsonantischer Assimilation), meist jedoch das Westnordische. Das Ostnordische hat nämlich eine ausgeprägte Neigung zur Formenausgleichung (Analogiebildung), die sich sowohl innerhalb der Konjugation als der Deklination geltend macht; sodann hat es später die Diphthonge (in den altertümlichsten Dialekten jedoch noch heute nicht) zu langen Vokalen zusammengezogen (au und ey zu ö, ei zu ê; mehrfach fehlt der i-Umlaut). Die Sprachtrennung mag etwa im 9. Jahrh. begonnen haben, trat aber erst im Lauf der Zeit deutlicher hervor.

Man unterscheidet fünf Sprachperioden. In die erste (ostnordische) Periode (bis 1250) fallen die meisten der kurzen, uns schwer datierbaren Inschriften des kürzern Runenalphabets (s. Runen), in die zweite (1250-1400) die Landschaftsgesetze. Das älteste darunter ist das ältere "Vestgötalag" (Handschrift von 1281; Handausgabe mit normalisiertem Text von Schwartz und Noreen, Ups. 1876); demnächst sind die wichtigsten das "Östgötalag" und "Uplandslag" (in Handschriften aus dem 14. Jahrh.), besonders auch das "Gutalag" (s. oben), dessen Abfassung noch älter ist (Gesamtausgabe der altschwedischen Gesetze im "Corpus juris Sveo-Gothorum antiqui" von Collin und Schlyter, Stockh. 1827 ff.). Die dritte Periode (1400-1520, Zeitalter der Chroniken und der "Euphemia-visor") umfaßt die Unionszeit, in der die aus dem Södermanländischen entwickelte Schriftsprache (d. h. hier noch Sprache der Hofkreise) unter dänischem und (direkt und indirekt durchs Dänische hindurchwirkendem) deutschem Einfluß stand. Die vierte Periode (1520-1700) umfaßt das Zeitalter der Reformation und ist auf sprachlichem Gebiet eine Zeit der Reaktion. Der Entwickelungsgang der Sprache in diesen Perioden ist nämlich folgender: Innerhalb der ostnordischen Sprachgruppe bildet sich ein zunächst noch fast verschwindender Unterschied zwischen den dänischen und schwedischen Dialekten. Dieser ist auch in der zweiten Periode noch sehr gering, wodurch die Sprachmischung in der Unionszeit ermöglicht ward, indem besonders das Schwedische der beeinflußte Teil war. Zusammenfallen der vollern Endvokale im tonlosen e sowie der meisten Kasus (durch Verlust des Dativs) und andrer Flexionsformen, Erweichung der Tenues, die Eigentümlichkeiten des gleichzeitigen Dänischen, finden sich daher vielfach auch in den schwedischen Schriftwerken dieser Periode. Mit dem Aufhören der Union beginnt eine Reinigung des Schwedischen von Danismen infolge des in Schweden erstarkten Nationalgefühls, unterstützt durch die Reformation in Verbindung mit der Einführung des Buchdrucks (1483), besonders durch die Bibelübersetzung der Brüder Petri (1526-41). Alte Formen und vollere Endungen treten aus den Dialekten, wo sie sich erhalten haben, in die zu einer nationalen Reichssprache sich entwickelnde Schriftsprache, die von da ab vom Dänischen wesentlich verschieden ist. Am Ende der vierten Periode, beim Tod Karls XI., ist das Schwedische im wesentlichen zur heutigen Reichs- und Schriftsprache geworden, deren Ausbildung im einzelnen die fünfte Periode (von 1700 ab) ausfüllt. Zugleich beginnt die grammatische Behandlung der Sprache, zuerst durch Nils Tjällman ("Grammatica svecana", 1696) und Jesper Svedberg ("Schibboleth", 1716; "En kort svensk grammatica", 1722).

Das heutige Schwedisch unterscheidet sich durch seine vollen Endungen (welche die Sprache zu einer sehr wohlklingenden machen) und durch Bewahrung eines verhältnismäßig alten, mehr nordischen Gepräges, namentlich auch im Wortschatz, vorteilhaft vom nahe verwandten Dänischen. Die Aussprache unterscheidet sich wesentlich im folgenden von der deutschen: å bezeichnet den Laut zwischen a und o; für Länge und Kürze lassen sich nur ganz im allgemeinen diese Regeln ausstellen: kurzer Vokal vor Doppelkonsonanz (außer rn, rd); langer: 1) am Ende des Stammes, 2) vor rn und rd, 3) vor einfacher