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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Simultanbeobachtungen - Sincorá.

Simultanbeobachtungen, nach Verabredung zu gleicher Zeit (unabhängig von der Ortszeit) angestellte Beobachtungen, z. B. in der Astronomie.

Simultaneum (lat.), etwas von zwei Personen zugleich Besessenes; auch ein gleichberechtigtes Nebeneinanderbestehen, namentlich dasjenige der katholischen und der protestantischen Kirche; endlich ein Vertrag, zufolge dessen die Glieder verschiedener Konfessionen an einem Ort sich zu ihrem Gottesdienst einer und derselben Kirche (Simultankirche) bedienen dürfen. Gemeinschaftliche Schulen für die Kinder verschiedener Konfessionen heißen Simultanschulen (vgl. Kommunalschule).

Simultanwährung, s. Währung.

Sin., mathemat. Abkürzung für Sinus (s. d.).

Sina, Reich, s. v. w. China.

Sinaapfel, s. v. w. Apfelsine, s. Citrus, S. 147.

Sinái, vielgipfeliger Gebirgsstock im südlichen Teil der Sinaitischen Halbinsel, zwischen dem Meerbusen von Suez und dem von Akaba, auf welchem Moses der Sage nach die zehn Gebote empfing. Ob der heutige Dschebel Musa (2244 m) oder der unweit südlich davon gelegene Katharinenberg (2602 m) oder endlich der Serbal (2052 m), nordwestlich davon, der Gesetzgebungsberg (Horeb) sei, ist nicht ausgemacht; von den meisten wird der erste dafür gehalten. Das ganze Gebirge (arab. Dschebel Tur) ist wild und felsig, von vielen engen, meist wasserlosen Thälern durchschnitten und besteht in seinem Kern aus nacktem Urgestein (Granit, Porphyr, Glimmerschiefer, Diorit), das nach der Küste zu ein Mantel von Sandstein, weiterhin von Kalk umlagert. In einer Thalschlucht am Fuß des Dschebel Musa liegt das St. Katharinenkloster (1528 m), ein festungsähnliches Gebäude, angeblich 527 vom byzantinischen Kaiser Justinian gegründet; 3 km höher die Kapelle des Elias (2097 m), der hierher flüchtete, nachdem er die Baalspriester am Bach Kison erschlagen. Von hier aus erreicht man in ¾ Stunde den Gipfel des Bergs, wo eine kleine Kirche steht, das Hauptziel der Pilgrime. Dort soll Moses gestanden haben, als "die Herrlichkeit des Herrn vorbeiging". In einer kleinen hochverehrten Moschee daneben bringen ihm die Beduinen noch heute Tieropfer dar. Vgl. Palmer, Der Schauplatz der 40jährigen Wanderung Israels (Gotha 1876); Hull, Mount Seir, S. and Western Palestine (Lond. 1885).

^[Abb.: Kärtchen des Sinaigebirges.]

Sinaia, Kloster in der Walachei, Kreis Prahowa, am Fuß des 2519 m hohen Karpathenbergs Bucsecs, in wildromantischer Lage, an der Eisenbahn Plojesti-Predeal, 1695 erbaut, diente früher den Reisenden von und nach Kronstadt als Obdach und Schutz in rauher Jahreszeit und ward dann vom jetzigen König Karl bis zur Vollendung seines Schlosses "Kastell Pelesch" (s. d.) als Sommerresidenz benutzt. Seitdem sind zierliche Villen der rumänischen Großen in dem von dem reißenden Prahowafluß durchströmten Thal entstanden.

Sinalóa (Cinaloa), ein Staat der Republik Mexiko, erstreckt sich 200 Leguas weit längs des Stillen Ozeans und des Busens von Kalifornien, im Süden von Jalisco, im O. von Durango und Chihuahua, im N. von Sonora begrenzt, und hat einen Flächengehalt von 93,730 qkm (1702,24 QM.). Seiner natürlichen Beschaffenheit nach zerfällt das Land in drei Teile: die meist sandige und dürre, in der trocknen Jahreszeit fast vegetationslose, in der Regenzeit mit dem schönsten Grün bekleidete Küstenebene, einen höhern und fruchtbaren Landstrich mit schönen Hochebenen in der Mitte des Landes und einen gebirgigen Teil gegen die Nordostgrenze hin, bestehend aus den Abfällen des Hochlandes von Anahuac, dessen hoher Westrand die Grenze gegen Durango bildet, mit schönen Wäldern, fruchtbaren Thälern und kleinen Hochebenen. Die bedeutenden Flüsse sind der Culiacán, der Sinaloa und Rio del Fuerte. Das Klima ist je nach der Erhebung des Bodens verschieden, im ganzen aber gesund. Die Produkte sind mancherlei Art. Die Wälder liefern Farb- und Bauhölzer, auch verschiedene Harze und Droguen. Die Bevölkerung belief sich 1882 auf 201,918 Seelen, darunter viele Indianer, die noch in Stämmen leben. Landbau, Viehzucht und Bergbau bilden die Haupterwerbszweige; aber auch die Perlen- und Kabeljaufischerei und der Robbenschlag sind von einiger Bedeutung. Angebaut werden vornehmlich Mais, Baumwolle, Zuckerrohr, Bohnen, Weizen, spanischer Pfeffer, Reis, Indigo, Tabak, Kartoffeln und Anis. Der Bergbau beschäftigte 1878: 2000 Menschen und ergab einen Ertrag von 1,829,810 Pesos, namentlich Silber und Gold. Aber auch andre Metalle wie auch Salz und Steinkohlen kommen vor. Die Industrie beschränkt sich auf einige der Städte. Hauptstadt ist Culiacan. Die Villa S. (San Felipe y Santiago do S.) liegt in fruchtbarer Gegend am gleichnamigen Fluß, hat Ausfuhr von Mais, Schmalz und Schweinefleisch und 2000 Einw. (im Munizipium 1880: 15,330).

Sinalunga (Asinalunga), Stadt in der ital. Provinz Siena, Kreis Montepulciano, an der Eisenbahn Florenz-Empoli-Rom, hat eine Hauptkirche mit Gemälden von Soddoma u. a., eine Gymnasialschule, ein Theater, Seidenweberei, Hutfabrikation und (1881) 1173 Einw. In S. wurde Garibaldi 1867 auf Befehl der italienischen Regierung gefangen genommen.

Sinapis, Pflanzengattung, s. Senf.

Sinapismus (lat.), Senfpflaster, Senfumschlag.

Sinbad (Sindbad), Name eines abenteuerreichen Reisenden in "Tausendundeine Nacht".

Sincere et constanter (lat.), "aufrichtig und standhaft", Wahlspruch des preußischen Roten Adlerordens (s. Adlerorden 3).

Sincerität (lat.), Aufrichtigkeit, Lauterkeit.

Sincorá (Serra de S.), Gebirge im Innern der