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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Skoda; Skokloster; Skolecit; Skolex; Skolien; Skoliosis; Skolopénder; Skoloten; Skonto; Skontotage; Skontro; Skopas

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Skoda - Skopas.

Ebenso zeichnete er sich bei dem Vormarsch über den Balkan, der Gefangennahme der Schipka-Armee (9. Jan. 1878) und der Einnahme von Adrianopel aus. 1878 ward er zum Kommandeur des 4. Korps der Okkupationsarmee, 1880 zum Chef der Expedition gegen die Tekinzen in Zentralasien ernannt und erstürmte die Festung Gök-Tepe 24. Jan. 1881. Seit 1881 Gouverneur von Minsk, stellte er sich an die Spitze der panslawistischen Kriegspartei und vermehrte dadurch die im Türkenkrieg erworbene Popularität. Er galt als der Oberfeldherr in dem von S. sehnlichst erstrebten Entscheidungskampf mit den Deutschen. Doch starb er plötzlich 7. Juli 1882 bei einem Gelage in Moskau. Vgl. Ossipowitsch, M. D. Skobelew (Hannov. 1887); Gradowsky in den "Jahrbüchern für die Armee und Marine" (1886).

Skoda, Joseph, Mediziner, geb. 10. Dez. 1805 zu Pilsen in Böhmen, studierte seit 1825 zu Wien, ward 1831 Cholerabezirksarzt in Böhmen, 1833 Sekundärarzt am allgemeinen Krankenhaus zu Wien, wo er unter Rokitanskys und Kolletschkas Leitung pathologische Anatomie studierte und namentlich die Perkussion und Auskultation auf Erkenntnis pathologisch-anatomischer Zustände anzuwenden suchte. Seit 1835 leitete er praktische Übungen am Krankenbett in diesen Fächern, erhielt dann 1840 die Stelle eines ordinierenden Arztes in der neu gebildeten Abteilung für Brustkranke, ward 1841 zum Primärarzt und 1846 zum Professor der Klinik in Wien ernannt und starb 13. Juni 1881 daselbst. Skodas "Abhandlung über Auskultation und Perkussion" (Wien 1839, 6. Aufl. 1864) war epochemachend, indem er darin den Grundsatz durchführte, daß die am Kranken (zunächst bei Brustkrankheiten) beobachteten physikalischen Zeichen an und für sich nur bestimmte physikalische Zustände im Organismus andeuteten, daß aber der rationelle Arzt dann mit Hilfe seiner pathologisch-anatomischen Erfahrungen die wirklich vorhandenen innern Krankheiten durch Schlußfolgerungen erkennen könne. Demnächst liegt Skodas Bedeutung in der Leitung der von ihm gegründeten Schule für praktische Einübung der Perkussion und Auskultation.

Skokloster (d. h. "Waldkloster"), schön gelegenes Gut am Mälarsee unweit Upsala in Schweden, war zu Anfang des 13. Jahrh. ein Cistercienser-Nonnenkloster, wurde bei der Reformation eingezogen und von Gustav II. Adolf dem Feldmarschall Wrangel geschenkt, dessen Sohn, der berühmte Feldherr des Dreißigjährigen Kriegs, Karl Gustav Wrangel, das jetzige prachtvolle Schloß mit den in Deutschland erpreßten Schätzen aufführte. Seit dessen Tod ist das Schloß im Besitz der Familie Brahe. Es enthält eine Bibliothek von 30,000 Bänden und eine große Waffensammlung.

Skolecit (Kalkmesotyp), Mineral aus der Ordnung der Silikate, findet sich in monoklinen, kurz- oder langsäulen- bis nadelförmigen Kristallen, auch in faserigen Aggregaten, ist farblos oder wenig gefärbt, glas- oder perlmutterglänzend, Härte 5-5,5, spez. Gew. 2,0-2,39, meist ausgezeichnet polar-thermoelektrisch, besteht aus wasserhaltigem Kalkaluminiumsilikat CaAl2Si3O10+3H2O ^[CaAl<sub>2</sub>Si<sub>3</sub>O<sub>10</sub>+3H<sub>2</sub>O], windet sich vor dem Lötrohr wurmförmig und schmilzt dann, löst sich vollständig in Salzsäure. S. findet sich in Blasenräumen basaltischer Gesteine (Kandallah, Island); über der Fellinenalp, im Etzlithal und auf den Färöern findet sich trikliner S., während der S. von Staffa, der Auvergne und Puna in Ostindien kristallographisch noch nicht bestimmt ist.

Skolex (griech.), s. Bandwürmer, S. 315.

Skolien, bei den alten Griechen kleine Lieder oder Gesänge, welche bei fröhlichen Gelagen von den einzelnen Gästen zur Lyra, oder indem der Singende ein Lorbeer- oder Myrtenreis in der Hand hielt, meist aus dem Stegreif angestimmt zu werden pflegten. Als Meister des Skolion werden genannt: Alkäos, Anakreon, Praxilla, Sappho, Pindar, dessen S. in kunstreicher chorischer Form abgefaßt waren. Der Inhalt war teils ernsthaft, auf Vaterland und Freiheit bezüglich, teils satirisch und humoristisch; auch verherrlichten sie oft die Freuden des Weins und der Liebe. Berühmt vor allen war das Skolion des Atheners Kallistratos auf Harmodios und Aristogeiton. Die vorhandenen Überreste von S. finden sich in den Sammelwerken von Schneidewin und Bergk; eine deutsche Übersetzung gab Hartung in "Die griechischen Lyriker" (Bd. 6, Leipz. 1857).

Skoliosis (griech.), seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, s. Pottsches Übel.

Skolopénder (Bandassel, Zangenassel, Scolopendra L.), Gattung aus der Klasse der Tausendfüßer und der Ordnung der Lippenfüßer, platt gedrückte, lange Tiere mit je einem Fußpaar an jedem der 21 Leibessegmente, 17-20 gliederigen Fühlern, vier Paar Augen und mäßig entwickelten Kinnbacken; das erste Fußpaar ist zu Mundteilen umgewandelt, und die beiden folgenden Füße gleichen einer kräftigen Zange, deren klauenartige Spitzen aus einer feinen Durchbohrung Gift in die damit geschlagene Wunde fließen lassen. Die S. sind lichtscheue, räuberische Tiere, welche zum Teil eine beträchtliche Größe erlangen und vorherrschend den heißen Ländern angehören. Sie nähren sich von andern Tieren, welche sie mit ihren Giftzangen töten; beim Menschen erzeugt ihr Biß nur schmerzliche Entzündung. Die Lucasbandassel (S. Lucasi L.), 14 cm lang, rostfarben, auf dem Rücken der einzelnen Glieder mit zwei auseinander gehenden Linieneindrücken, lebt auf Inseln des Indischen Ozeans, mehrere Arten kommen in Südeuropa vor.

Skoloten, Volk des Altertums, s. Skythen.

Skonto (ital.), s. v. w. Diskont (s. d. und Interusurium).

Skontotage, s. Kassiertage.

Skontro (ital., Skontration; franz. Virement des parties, engl. Clearing), die Ausgleichung (Kompensierung) gegenseitiger Verbindlichkeiten durch Abrechnung, bez. Überweisung der Guthaben, so daß nur die Überschüsse (Saldi) bezahlt zu werden brauchen, daher auch Zahlung mit geschlossenem Beutel genannt; die Abtretung wird durch Umschreiben in den Handlungsbüchern (Skontrieren, Riskontrieren) vollzogen. S. heißt auch der Tag (Skontrotag), an dem dies geschieht (vgl. Clearinghouse und Kassiertage). In der Buchhandlung ist S. ein Nebenbuch, in welchem über Zu- und Abgang der einzelnen Artikel und auch wohl über den an denselben erzielten Gewinn oder erlittenen Verlust Rechnung geführt wird (je nach dem Artikel: Waren-S., Wechsel-S. etc.).

Skopas, griech. Bildhauer, geboren vor 400 v. Chr. zu Paros, neben Praxiteles das Haupt der jüngern attischen Schule, welche durch die Ausbildung des Pathetischen, der freien Anmut und des Lieblichen charakterisiert wird, zuerst als Wiedererbauer des 394 abgebrannten Tempels der Athene Alea in Tegea genannt, wandte sich um 377 nach Athen, wo er mehrere seiner berühmten Werke, wie den die Kithara spielenden Apollon, die rasende Bacchantin u. a., schuf. Seine weitern Schicksale sind unbekannt. Sein bedeutendstes Werk war eine für eine Stadt in Bi-^[folgende Seite]