Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Slowenen; Sluis; Slum; Sluter; Sluzk; Sm.,; Smaalenene; Smack; Smalah; Småland; Smallingerland; Smalte; Smaltin, Smaltit; Smaltum

1034

Slowenen - Smaltum.

wieder erneuert. Vgl. Sasinek, Die S. (2. Aufl., Prag 1875).

Slowenen (Winden), ein südslawischer Volksstamm, welcher den größten Teil von Krain, Untersteiermark, den südöstlichen Teil Kärntens, Görz und das Gebiet von Triest, einen kleinen Teil von Istrien (im NW.) und von Ungarn (im SW., zwischen Raab und Mur) bewohnt und (1880) 1,214,000 Seelen zählte. Nachdem die S. gegen das Ende des 6. Jahrh., dem Andrang der Avaren weichend, von Pannonien her eingewandert waren, finden wir sie bereits 595 mit dem bayrischen Herzog Thassilo im Kampf. Zwischen 627-662 standen sie mit Samos Reich in einem Bundesverhältnis, und um diese Zeit fand nach und nach das Christentum bei ihnen Eingang. Nachdem sie mit dem Markgrafen von Friaul zum Teil siegreiche Kämpfe bestanden hatten, mußten sie sich seit der Mitte des 8. Jahrh. der Herrschaft der Franken unterwerfen. Als erster den Franken unterworfener windischer Fürst wird Borut (750) genannt. Sodann bildete die sogen. windische Mark einen Bestandteil des Reichs Karls d. Gr. Später schieden sich daraus die Herzogtümer Steiermark, Kärnten und Krain ab. Noch jetzt führt der Kaiser von Österreich den Titel eines Herrn der windischen Mark. Weiteres in den Artikeln Slawen und Krain.

Die Sprache der S. (Slowenisch oder Windisch) ist sehr nahe mit den südostslawischen Sprachen, namentlich den serbokroatischen Dialekten, verwandt. Als ältestes Sprachdenkmal sind die berühmten "Freisinger Denkmäler" (s. d.) zu nennen, die aus dem 10. Jahrh. stammen; von da an fehlt es an Schriftwerken bis zur Reformation. Letztere fand unter den S. zahlreiche und eifrige Anhänger und rief eine geistliche Litteratur (darunter eine vollständige Bibelübersetzung, 1584) hervor, die indessen durch die darauf folgende Gegenreformation bald wieder unterdrückt wurde. Seitdem ruhte die litterarische Thätigkeit bei den S. abermals so gut wie ganz, um erst gegen Ende des 18. Jahrh., namentlich mit dem Auftreten des Dichters Valent. Vodnik (gest. 1819), der mit großem Erfolg die Volkssprache in die Litteratur einführte, zu neuem Leben zu erwachen. Neben Vodnik ist Georg Japel (gest. 1807), Mitarbeiter an einer neuen (katholischen) Bibelübersetzung (auch sonst als Übersetzer thätig), sodann als der eigentliche Schöpfer der slowenischen Poesie Franz Preširen (gest. 1849) zu nennen. Einen Mittelpunkt der slowenischen Litteratur, die sich allmählich immer entschiedener dem Volksinteresse zuwandte, bildete die 1843 von Bleiweiß gegründete Zeitschrift "Kmetijske in rokodelske Novice", an der sich alle zeitgenössischen Schriftsteller beteiligten. Wir heben von den neuern Erscheinungen hervor: die Lyriker Jovan Vesel-Koseski, L. Toman (gest. 1870), Franz Levstik (geb. 1833), der sich durch seine "Lieder" (1853) den Zorn der Geistlichkeit zuzog, und Krek ("Poezije", 1850), die Geschichtschreiber Fr. Bradaschka (über altslawische Geschichte) und J. ^[Janez] Parapat (über die slowenische Geschichte) etc. Auch zwei der bedeutendsten slawischen Gelehrten, Kopitar und Miklosich, sind S., ihre Schriften jedoch in deutscher Sprache verfaßt. Sammlungen slowenischer Volkslieder gaben Vraz ("Narodne pěsni ilirske etc.", Agram 1839) und Janežič ("Cvetje slovenskoga naroda", Klagenf. 1852) heraus; eine deutsche Übersetzung slowenischer Lieder veranstaltete Anast. Grün ("Volkslieder aus Krain", Leipz. 1850). Slowenische Grammatiken lieferten Kopitar ("Grammatik der slawischen Sprache in Krain, Kärnten und Steiermark", Laib. 1808), Dainko (Graz 1824), Metelko (Laib. 1825), Murko (2. Aufl., Graz 1850), Sket (3. Aufl., Klagenf. 1885), Janežič (5. Aufl., das. 1876; auch deutsch; "Lesebuch", 1854), Levstik (Laib. 1866), Suman (Klagenf. 1884); Wörterbücher: Murko (Graz 1833, 2 Tle.) und Janežič (2. Aufl., Klagenf. 1867, 2 Bde.). Vgl. Šuman u. a., Die S. (Teschen 1881); Klun, Die slowenische Litteratur (Wien 1864); Šafařik, Geschichte der südslawischen Litteratur, Bd. 1 (Prag 1864).

Sluis (Sluys, spr. sleus), Stadt in der niederländ. Provinz Zeeland, Bezirk Middelburg, am Zwin, einer Bucht der Nordsee, hat 2 Kirchen, ein Kantonalgericht, einen guten innern Hafen (der Außenhafen versandet) und (1887) 2631 Einw., die fast ausschließlich vom Ackerbau leben. S. war im Mittelalter eine ansehnliche Handelsstadt und lange eine wichtige Festung, welche sich noch 1794 rühmlich gegen die Franzosen verteidigte. Hier 24. Juni 1340 Seesieg der Engländer über die französisch-genuesische Flotte.

Slum (engl., spr. sslömm), in der Gaunersprache s. v. w. Brief und ein durch einen Brief bewerkstelligter Betrug.

Sluter, Claux, niederländ. Bildhauer, dessen beide Hauptwerke, der Mosesbrunnen in der Kartause zu Dijon (1399) und das Grabmal des Herzogs Philipp des Kühnen von Burgund im Museum daselbst, durch Naturwahrheit und Tiefe der Charakteristik ausgezeichnet sind.

Sluzk (Ssluzk, Slucz), Kreisstadt im russ. Gouvernement Minsk, hat 8 russische, eine katholische und eine protest. Kirche, ein griechisch-russ. Kloster, eine Synagoge, ein Gymnasium und (1885) 19,208 Einw. S. bestand schon im 12. Jahrh. als Stadt, kam später in den Besitz der Familie Radziwill, die hier drei Schlösser hatte, und fiel 1795 an Rußland.

Sm., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für 1) Hamilton Smith, engl. Offizier, Verfasser vieler Zusätze zur englischen Übersetzung von Cuviers Tierreich. - 2) James Edward Smith (s. d. 2). - 3) Andreas Smith, Reisender in Südafrika 1834 (Zoolog). - 4) William Smith, geb. 1808 zu Bolnamere, gest. 1857 als Professor in Cork (Diatomeen).

Smaalenene, Amt im norweg. Stift Christiania, 4110 qkm (74,6 QM.) groß mit (1876) 107,804 Einw. wird vom Glommen durchflossen, der hier den Sarpenfos bildet und ist einer der fruchtbarsten und am besten bewirtschafteten Teile des Landes, besonders reich an Holz, daneben ergiebig an Feldspat und Nickel (letzteres namentlich im Romskollen). Das Amt umfaßt die drei Vogteien: Idd und Marker, Moß, Rakkestad. Hauptstadt ist Frederikshald.

Smack (engl.), kleines Küstenfahrzeug, s. Schmack.

Smalah (Smahla, arab.), das gesamte Gefolge, die Zelte der Familie, die Dienerschaft eines arabischen Häuptlings, die er auf Kriegszügen bei sich führt.

Småland, Landschaft im südlichen Schweden, welche etwa die Mitte von Gotland einnimmt und in die drei Läns: Kalmar (ohne die Insel Öland), Kronoberg und Jönköping (s. die einzelnen Läns) zerfällt. Der Name S. ("kleines Land") bezieht sich auf die kleinen Ackerflächen, welche ehemals die meist mit Wald bedeckte Landschaft unterbrachen.

Smallingerland, Gemeinde in der niederländ. Provinz Friesland, Bezirk Heerenveen, besteht aus 6 Ortschaften mit (1887) 9791 Einw. Hauptort ist der schöne Flecken Dragten mit einiger Industrie, bedeutendem Ackerbau und Viehzucht.

Smalte, s. Schmalte.

Smaltin, Smaltit, s. v. w. Speiskobalt.

Smaltum, s. Glas, S. 388.