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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Smaragd - Smichow.

Smaragd (Emeraude, Emerald, Amarilstein), Edelstein, eine Varietät des Berylls (s. d.), ausgezeichnet durch seine schöne grüne Farbe, welche von Chrom (in isomorpher Vertretung des Aluminiums) herrührt (s. Tafel "Edelsteine", Fig. 5). Hauptfundort für Smaragde ist das Tunkathal in Neugranada, die berühmteste Grube die von Muso, etwa 30 Meilen westlich von Bogotá, wo die Edelsteine in bituminösem, auf sehr kohlenreichem Thonschiefer gelagertem Kalk enthalten sind. Außerdem findet er sich in Glimmerschiefer im Habachthal in Salzburg, Kosseir in Ägypten, am Fluß Takowoia im Ural (hier bis 40 cm lange und 25 cm dicke Kristalle im Glimmerschiefer), Mourne Mountains in Irland und in Nordcarolina. Unter den Sammlungen sind namentlich die von Petersburg, Dresden, Wien und München reich an schönen Smaragden. Schon die Alten kannten und benutzten den S. als Schmuckstein, bezeichneten aber auch andre Mineralien (Malachit, Plasma) mit gleichem Namen. Gegenwärtig ist er sehr geschätzt, und man benutzt ihn besonders zu Ring-, Nadelsteinen und Armbändern. Er ist selten frei von Rissen (und heißt dann "moosig", "jardinée"), trüben Flecken, Wolken etc. Grün gefärbte Glasflüsse werden betrügerischerweise für S. ausgegeben, und einige dieser Pseudosmaragde haben eine historische Berühmtheit erhalten, so der Riesensmaragd des Klosters Reichenau und das sogen. heilige Gefäß, früher in Genua, seit 1806 in Paris. Auch grüne Flußspate figurieren als falsche Smaragde. Brasilischer S., s. Turmalin; orientalischer S., s. Korund.

Smaragdgrün, s. Chromgrün und Chromhydroxyd.

Smaragdit, s. v. w. Omphacit, s. Augit.

Smaragdochalcit, s. v. w. Atacamit.

Smaragdopal, s. Chrysopal.

Smederewo (Semendria), Kreisstadt im Königreich Serbien, an der Donau und der Eisenbahn Velikaplana-S., in weinreicher Gegend, einst Residenz des serbischen Despoten Brankowitsch, hat eine Festung, 2 Kirchen, ein Untergymnasium, ein Bankinstitut, ansehnlichen Handel (besonders Ausfuhr von Schweinen und Getreide) und (1884) 6578 Einw. Hier 1411 Sieg der Türken über die Ungarn. Die Festung (nach einigen eine altrömische Anlage) wurde 1717 von dem Prinzen Eugen erobert und hatte bis 1867 eine türkische Besatzung. Der Kreis S. umfaßt 1164 qkm (21 QM.) mit (1887) 96,688 Einw.

Smegma cutaneum (griech.-lat.), Hautschmiere.

Smeinogorsk, Stadt im sibir. Gouvernement Tomsk, am Altai, mit 6000 Einw., welche meist in den 1745 von Demidow erschlossenen, später in den Besitz der Regierung übergegangenen Bergwerken beschäftigt sind, aus denen an 56,000 Pud Silber gewonnen wurden, jetzt aber nur noch wenig Silber, dagegen viel Blei und Kupfer (jährlich 10,000, resp. 500,000 Pud) liefern.

Smelfung, einem Roman Smolletts entnommene Bezeichnung für einen Menschen, dem nichts recht ist.

Smeraldina, komische Maske in der italienischen Volkskomödie, die Geliebte des Arlecchino.

Smerdis, griech. Name des Bruders des Perserkönigs Kambyses, den die persischen Inschriften Bardija nennen. Derselbe wurde auf Befehl des Kambyses, der auf ihn neidisch war und infolge eines Traumgesichts durch ihn vom Thron gestürzt zu werden fürchtete, vor seinem Zug nach Ägypten von Prexaspes heimlich ermordet. Dies benutzte 522 v. Chr., während des Kambyses langer Abwesenheit in Ägypten, ein Magier, Gaumata, um sich für S.-Bardija auszugeben und die Herrschaft von den Persern wieder auf die Meder zu übertragen. Der Pseudosmerdis gewann die Völker des Reichs für sich und behauptete sieben Monate den königlichen Thron, wurde aber endlich als Betrüger erkannt und 521 von Dareios getötet.

Smerinthus, Schmetterling, s. Pfauenauge.

Smetana, Friedrich, Klavierspieler und Komponist, geb. 2. März 1824 zu Leitomischl (Böhmen), erhielt seine Ausbildung durch J. ^[Joseph] Proksch, war eine Zeitlang Konzertmeister beim Kaiser Ferdinand und übernahm 1856 die Direktion der Philharmonischen Gesellschaft in Gotenburg. Nachdem er noch 1861 unter großem Beifall in Stockholm konzertiert hatte, kehrte er nach Prag zurück und wirkte hier von 1866 an als erster Kapellmeister am böhmischen Nationaltheater, bis ihn der fast vollständige Verlust seines Gehörs 1874 zum Rücktritt von seiner Stellung zwang. Seitdem ist er nur noch als Komponist thätig gewesen; er starb 12. Mai 1884. Ein Meister in der Instrumentation und genial in der Charakteristik, ist S. in seinen Opern mit der neuesten Entwickelung der dramatischen Musik gleichmäßig fortgeschritten; seine Bedeutung liegt aber besonders in dem nationalen Element seiner Musik. Wie Chopin und Glinka die Eigentümlichkeiten der polnischen und russischen Volksmusik für ihre Kunst verwerteten, so hat S. durch seine Werke die Nationalmusik der Böhmen künstlerisch veredelt. Von seinen Werken dieser Richtung sind hervorzuheben die symphonischen Dichtungen: "Wallensteins Lager", "Richard III.", "Hakon Jarl", "Die Moldau", "Vysherad" und "Libusa"; die Opern: "Die Brandenburger in Böhmen" (1865), "Die verkaufte Braut" (1866), "Dalibor" (1868), "Ein Kuß" (1876) und "Das Geheimnis" (1878) sowie eine Anzahl kleinerer Kompositionen, unter denen namentlich die Männerchöre Beifall fanden.

Smethwick (spr. sméthik), Fabrikstadt in Staffordshire (England), 6 km westlich von Birmingham, mit Glashütten, Eisen- und Stahlfabriken, chemischen Fabriken, Maschinenbau und (1881) 25,055 Einw.

Smichow, die größte, in raschem Aufschwung begriffene Vorstadt von Prag, südlich von der Prager Kleinseite gelegen, zieht sich langgestreckt am linken Ufer der Moldau, gegenüber dem Wyschehrad und der Neustadt, hin, mit welch letzterer sie durch eine neue steinerne Brücke verbunden ist. Die hervorragendsten Straßen sind die langgestreckte, von einer Pferdebahn befahrene Hauptstraße und der Moldaukai zwischen der Prager Ferdinands-Ketten- und der oben erwähnten steinernen Brücke. Bemerkenswerte neue Gebäude sind die Pfarrkirche, das Rathaus und die Kasernenanlage. S. ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat ein deutsches Untergymnasium und ein tschechisches Realgymnasium, 2 Nonnenklöster mit Erziehungsanstalten, einen zur Prager Universität gehörigen botanischen Garten, einen schönen fürstlich Kinskyschen Garten und (1880) 24,984 Einw. S. ist ein bedeutender Fabrikort. Unter den zahlreichen industriellen Etablissements befinden sich: eine großartige Maschinen- und Eisenbahnwagenfabrik (mit 1200 Arbeitern), eine ausgedehnte Kattunmanufaktur (mit 1030 mechanischen Webstühlen und 25 Druckmaschinen), eine Baumwollspinnerei (17,000 Spindeln), eine Fabrik für Mühleneinrichtungen, eine Dampfmühle mit Dampfbäckerei, 2 Walzmühlen, 2 Bierbrauereien, eine Schokolade- und Kanditenfabrik, eine Chemikalien- und eine Farbenfabrik, eine Hutfabrik, eine Fabrik für gelochte Bleche, eine bedeutende Por-^[folgende Seite]