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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Surbiton - Surrogat.

Surbiton (spr. ssörbit'n), Stadt in der engl. Grafschaft Surrey, an der Themse, dicht bei Kingston, hat zahlreiche Landsitze und (1881) 9406 Einw.

Surburg, Flecken im deutschen Bezirk Unterelsaß, Kreis Weißenburg, im N. des Hagenauer Waldes und an der Eisenbahn Straßburg-Weißenburg, hat eine kath. Kirche, Wollspinnerei, 2 Mühlen und (1885) 1298 Einw. Nahebei ein Oratorium an der Stelle, wo der heil. Arbogast im 7. Jahrh. als Einsiedler wohnte, bevor er Bischof von Straßburg wurde.

Surcot (franz., spr. ssürkoh, auch Surcotte), s. v. w. Cotte-hardie.

Surdität (lat.), s. v. w. Taubheit.

Sure (arab.), Bezeichnung der einzelnen Kapitel des Korans, welche angeblich durch den Engel Gabriel an Mohammed gesondert abgeliefert worden sind. Jede S. zerfällt in mehrere Ajes (Koransätze).

Sure (spr. ssühr), Fluß, s. Sauer.

Surenen, Hochgebirgspaß im östlichen Flügel der Berner Alpen (2305 m), zwischen Uri-Rothstock und Titlis, beginnt im Unterwaldner Thal Engelberg (1010 m) und senkt sich mit steilem Abstieg zum Urner Reußthal (Attinghausen, 451 m ü. M.).

Surenrinde, s. Cedrela.

Suresnes (spr. ssürähn), Flecken im franz. Departement Seine, Arrondissement St.-Denis, an der Seine, über welche vom Boulogner Wäldchen eine Brücke herüberführt, am Fuß des Mont Valérien und an der Bahnlinie Paris-St.-Cloud-Versailles, mit Villen, Bleicherei, Färberei und Druckerei und (1886) 7683 Einw.

Surettahorn, Berggipfel, s. Err, Piz d'.

Surgères (spr. ssürschähr), Stadt im franz. Departement Niedercharente, Arrondissement Rochefort, an der Eisenbahn Niort-La Rochelle, hat ein altes Schloß, eine interessante Kirche, Geldschrankfabrikation, Branntweinbrennerei und (1881) 3203 Einw.

Surinam, Küstenfluß im holländ. Guayana, mündet unterhalb Paramaribo und ist in der Küstenebene für große Boote schiffbar.

Surinam, Land, s. v. w. Niederländisch-Guayana, s. Guayana, S. 895.

Surja, in der wed. Mythologie die Personifikation der Sonne, der Sonnengott. Er fährt auf einem goldenen Wagen mit drei Sitzen und drei Rädern, den die kunstfertigen Ribhu, die sich mit den Zwergen der nordischen und deutschen Sage vergleichen lassen, geschaffen haben. Er schaut auf Recht und Unrecht bei den Menschen, behütet den Gang der Frommen und beachtet das Treiben eines jeden. In den wedischen Liedern wird seine Thätigkeit unter verschiedenen Namen gepriesen, die vielleicht ursprünglich die Sonnengötter verschiedener Stämme bezeichneten.

Surlet de Chokier (spr. ssürlä d' schockjeh), Erasmus Louis, Baron, belg. Staatsmann, geb. 27. Nov. 1769 zu Lüttich, war unter der französischen Regierung Maire in Ginglom bei St.-Trond, 1800-1812 Mitglied des Großen Rats, dann des Gesetzgebenden Körpers und nach der Bildung des neuen Königreichs der Niederlande durch königliche Wahl Mitglied der Zweiten Kammer. 1818 durch die Regierung entlassen, ward er in der Provinz Limburg wieder gewählt und gehörte von 1828 bis 1830 zu den hervorragendsten Mitgliedern der Opposition. Nach dem Ausbruch der belgischen Revolution begab er sich mit den übrigen Abgeordneten der südlichen Provinzen nach dem Haag, bestand jedoch auf Trennung beider Länder hinsichtlich der Verwaltung, ward zum Abgeordneten des Nationalkongresses erwählt, im November 1830 Präsident desselben und, als der Herzog von Nemours die Krone ausschlug, 26. Febr. 1831 provisorischer Regent von Belgien. Nachdem der Prinz Leopold 21. Juli 1831 seinen Einzug in Brüssel gehalten, legte S. seine Gewalt in die Hände des Präsidenten des Kongresses nieder. Er lebte seitdem zurückgezogen in Ginglom und starb 7. Aug. 1839. Vgl. Juste, Surlet de Chokier (Brüssel 1865).

Surmulet, s. Seebarbe.

Surnia, s. Eulen, S. 905.

Surone, Gewicht in Santo Domingo, à 100 Libra = 46 kg; in Mittelamerika à 150 Libra = 69 kg; s. auch Seronen.

Surplus (franz., spr. ssürplüh), Überschuß, Rest; im Handel auch s. v. w. Deckung (s. d.).

Surrah, Stadt, s. Mogador.

Surre (arab.), die auf Kosten der türkischen Regierung ausgerüstete, unter Leitung des S.-Emini stehende Karawane, welche die vom Sultan und den Landesgroßen für die Kaaba und die heilige Stadt Mekka bestimmten Geschenke alljährlich befördert.

Surrey (spr. ssörri), engl. Grafschaft zwischen den Grafschaften Middlesex, Kent, Sussex, Southampton und Berks, hat 1963 qkm (35,6 QM.) Areal mit (1881) 1,436,899 Einw., wovon 980,522 auf London kommen. Die Grafschaft ist zum größten Teil fruchtbares Hügelland; die Mitte wird von Kreidehügeln (Downs) durchzogen, der hügelige Süden kulminiert im Leith Hill (303 m). Nördlich bildet die Themse die Grenze und nimmt hier den Wey und Mole auf. Ackerbau und Viehzucht bilden die Haupterwerbszweige der außerhalb Londons lebenden Einwohner. Außer Getreide werden namentlich Hopfen und Gemüse gezogen. 32,2 Proz. der Oberfläche sind unter dem Pflug, 29,2 Proz. bestehen aus Wiesen. 1888 zählte man 13,057 Ackerpferde, 45,864 Rinder, 81,982 Schafe und 25,238 Schweine. Hauptstadt ist Guildford.

Surrey (spr. ssörri), Henry Howard, Earl of, engl. Dichter, geb. 1517 zu Kenning Hall in Suffolk, ältester Sohn des Herzogs von Norfolk, trat 1540 in den Kriegsdienst und befehligte bereits 1544 das englische Heer als Feldmarschall auf dem Zug nach Boulogne, ward aber dann von dem argwöhnischen König Heinrich VIII. ohne allen Grund des Hochverrats angeklagt und trotz seiner männlichen und begeisterten Selbstverteidigung 21. Jan. 1547 im Tower zu London enthauptet. S. war seit Chaucer der erste bedeutendere Dichter der Engländer. Seine Gedichte sind selbständige Nachahmungen Petrarcas, weniger durch hohen Flug der Phantasie als durch Anmut und Zartheit sowie durch Reinheit und Eleganz der Sprache ausgezeichnet; unter ihnen stehen die Liebesgedichte an Geraldine (nach H. Walpole wahrscheinlich die noch sehr jugendliche Lady Elizabeth Fitzgerald) obenan. S. führte das Sonett und die ungereimten fünffüßigen Iamben in die englische Sprache ein. Auch vermied er die vielen Latinismen seiner Vorgänger aus der Schule Chaucers und Dunbars. Seine "Songs and sonnets" erschienen, mit denen seines Freundes Thomas Wyatt u. a., zuerst 1557 u. öfter; eine neue Ausgabe besorgte Bell (1871).

Surrogat (lat.), Ersatzmittel, besonders für einen Rohstoff oder ein Fabrikat, welches meist der Wohlfeilheit halber Anwendung findet und möglichst annähernd die Eigenschaften der Substanz besitzen soll, welche es zu ersetzen bestimmt ist. Häufig ist die Anwendung von Surrogaten durch die Verhältnisse geboten, weil der ursprünglich angewandte Rohstoff zu teuer geworden oder überhaupt nicht in genügender Quantität zu beschaffen ist (Anwendung von Esparto, Holzstoff etc. statt Hadern in der Papierfabrikation),