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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Vega-Expedition - Vegetius.

über Lope de V.« (Wien 1839), eine Übersetzung seiner Romane und Novellen Richard (Aach. 1824-27, 6 Bde.). Unter dem Titel: »Ultimos amores de Lope de V.« wurden (Madr. 1876) bisher ungedruckte Briefe und Gedichte von V. veröffentlicht. Vgl. Montalvan, Fama posthuma à la vida y muerte de Lope de V. (Madr. 1836); Holland, Some account of the lives and writings of Lope de V. (Lond. 1817); Damas Hinard, Notice sur Lope de V. (in seiner Übersetzung ausgewählter Stücke, neue Ausg., Par. 1861); Lafond, Essai sur la vie et les œuvres de Lope de V. (das. 1857); Dorer, Die Lope de Vega-Litteratur in Deutschland (Zürich 1885).

Vega-Expedition, 1878-79, s. Maritime wissenschaftliche Expeditionen, S. 257.

Vegesack, Stadt im Gebiet der Freien Stadt Bremen, an der Mündung der Lesum (Wümme) in die Weser, Knotenpunkt der Linien Burglesum-V. und Grohn-V.-Farge der Preußischen Staatsbahn, hat eine evang. Kirche, ein Realgymnasium, ein Verwaltungsamt, einen Hafen, große Schiffswerften, Eisengießerei und Massenfabrikation, Schiffstau- und Reisstärkefabriken, Segelmacherei, eine Reismühle, Reederei, Handel und (1885) 3807 meist evang. Einwohner. In der Umgegend viel Wollwäscherei, -Kämmerei und -Spinnerei.

Vegetabilien, s. v. w. Pflanzen; vegetabilisch, was zu Pflanzen gehört oder aus ihnen bereitet wird.

Vegetabilisches Leder, s. Ledertuch.

Vegetarier (lat.), ursprünglich die Mitglieder der nach J. ^[John] Newtons Vorgang (vgl. »Return to nature or defence of vegetable regimen« 1811) 1847 von Jos. Simpson in London gegründeten Vegetarian Society, danach alle Menschen, welche sich unter prinzipieller Verwerfung der animalischen Nahrung auf Kost aus dem Pflanzenreich, beschränken. Die V. berufen sich auf die Thatsache, daß der Mensch von ausschließlich vegetabilischer Kost leben und unter Umständen vortrefflich gedeihen kann; sie citieren die Bibel, Philosophen und Naturforscher, halten das Fleisch für ein schädliches Reizmittel, welches Krankheiten erzeuge und die Leidenschaftlichkeit anrege, und glauben, daß viele Gebrechen der Gesellschaft auf den Fleischgenuß zurückzuführen seien. Milch, Butter, Eier, Käse werden nicht von allen Vegetariern gemieden, Spirituosen dagegen und Gewürze verbieten sie; viele verwerfen auch den Gebrauch der Arzneimittel, ja die gesamte wissenschaftliche Medizin und die Schutzimpfung und huldigen der Naturheilkunde und der Kaltwasserkur. In Deutschland traten die V. seit 1869 und unter der Führerschaft Baltzers in Nordhausen hervor und gründeten einen »Verein für naturgemäße Lebensweise« mit zahlreichen Zweigvereinen. In mehreren Städten wurden vegetarische Speisehäuser und in St. Gallen eine vegetarische Heilanstalt errichtet. Vielfach ergaben sich auch Beziehungen des Vegetarismus zum Sozialismus; andre betonten die Humanität, und einige ließen noch andre Bestrebungen hervortreten, wie die Aufhebung der Ehe etc. Die wissenschaftliche Haltlosigkeit der ganzen Lehre wurde von Virchow, Ludwig, Funke und andern Physiologen überzeugend dargethan. Es ist vollkommen richtig, daß der Mensch ausschließlich von Vegetabilien leben kann, ganze Völkerstämme beweisen es, und in Deutschland genießt die Landbevölkerung mancher Gegenden so wenig, resp. so selten Fleisch, daß gar kein Zweifel obwaltet, diese zum Teil höchst wohlgenährten und durch Körperkraft ausgezeichneten Leute würden auch ohne alles Fleisch sich wohl befinden. Dergleichen gilt aber nur für Menschen, die im Freien schwere körperliche Arbeit verrichten, und deren Verdauungsorgane die Überlastung mit unverdaulichen Substanzen zu bewältigen vermögen. Diese Überlastung, die erforderlich ist, um dem Körper das notwendige Minimum von Nahrungsstoffen zuzuführen, kann nur durch Genuß von Eiern und Milch vermieden werden. Dann aber wird die Kost zu teuer, um für Massenernährung anwendbar zu sein, und überdies liegt die Gefahr vor, daß ein so genährter Körper im Krankheitsfall geringe Widerstandsfähigkeit besitzt. Schriftstellerisch wurde der Vegetarismus besonders vertreten durch Alcott, Silv. Graham, Lane (»A brief practical essay on vegetable diet«, Lond. 1847), Gleïzès (»Thalysie, ou la nouvelle existence«, Par. 1821; 2. Aufl. 1842, 3 Bde.; deutsch, Berl. 1872), Baltzer (s. d. 2), Th. Hahn (»Die naturgemäße Diät«, Köthen 1859; »Der Vegetarianismus«, Berl. 1869), Struve (Die Pflanzenkost, Stuttg. 1869), Henschke (»Die Pflanzenkost«, 2. Aufl., Berl. 1876), Kingsford (»Die Pflanzennahrung«, deutsch, 2. Aufl., Rudolst. 1888) u. a. Vegetarische Kochbücher schrieben Baltzer (7. Aufl., Grötzingen 1882), Schulz (2. Aufl., Berl. 1888). Zeitschriften: »Thalysia« (Nordhaus., seit 1868) und »Vegetarische Rundschau« (Berl., seit 1881). Vgl. Springer, Wegweiser durch die vegetarische Litteratur (2. Aufl., Nordhaus. 1880).

Vegetation (lat.), das Wachstum der Pflanze; auch die Gesamtheit der Pflanzen einer Gegend oder einer kleinern Bodenfläche; endlich derjenige Abschnitt des Pflanzenlebens, in welchem die Entwickelung der sogen. vegetativen, d. h. für die Ernährung arbeitenden, Organe stattfindet, im Gegensatz zur Reproduktion oder Fortpflanzung.

Vegetationshäuser, s. Botanische Institute etc.

Vegetationsorgane (vegetative Organe), alle Organe der Pflanze, welche der Ernährung im weitesten Sinn dienen, im Gegensatz zu den Reproduktionsorganen.

Vegetationsperiode, derjenige Teil des Jahrs, in welchem die Vegetation hauptsächlich entwickelt ist, im Gegensatz zu derjenigen Zeit, in welcher die Vegetation ruht.

Vegetationspunkt, die Spitze des Stengels, der Wurzeln und des Thallus, welche aus den jüngsten und in Vermehrung begriffenen Zellen besteht, und durch deren bildende Thätigkeit diese Organe in die Länge wachsen.

Vegetativ (lat.), auf die Vegetation (s. d.) bezüglich.

Vegetieren (lat.), wie eine Pflanze (unthätig) leben.

Vegetius, 1) Flavius V. Renatus, röm. Militärschriftsteller, um 375 n. Chr., schrieb als »Epitome institutionum rei militaris« einen Auszug aus ältern kriegswissenschaftlichen Werken, der großen Einfluß auf das Kriegswesen des Mittelalters hatte. Von Fronsperger wurde er 1529 unter dem Titel: »Flavii Vegetii Renati vier Bücher der Ritterschaft« herausgegeben. Ausgabe von Lang (2. Aufl., Leipz. 1885), Übersetzung von Lipowski (Sulzb. 1827). Vgl. Förster, De fide Flavii Vegetii Renati (Bonn 1879).

2) Publius Renatus, auch Veterinarius genannt, aus Volterra, lebte in der zweiten Hälfte des 4. Jahrh., der Verfasser der »Artis veterinariae sive digestorum mulomedicinae libri IV« (Bas. 1528, Mannh. 1781; auch im 4. Bd. der »Scriptores rei rusticae«, Leipz. 1797; mehrfach ins Französische, Italienische, Englische, Deutsche übersetzt). V. führte zuerst die Krankheitsformen in einer gewissen Ordnung auf und bemühte sich, allgemeine Grundsätze der Diagnose und Heilung aufzustellen. Nach