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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Vitiligo - Vittoria.

größere Entfernungen vom Meer aus durch kleine Dampfer befahrbar. An der Südostküste Suwa, die Hauptstadt des Archipels an der Suwabai.

Vitilīgo (lat.), eine erworbene Hautkrankheit, bei welcher auf der Haut scharf begrenzte, weiße, glatte Flecke entstehen, die sich stetig vergrößern, während ihre Grenze von abnorm dunklem Pigment eingerahmt erscheint. Auch die auf diesen Stellen wachsenden Haare sind pigmentlos. Bei einer andern Form (V. gravior, Lepra maculosa) ist die Haut fast des ganzen Körpers durch große, braune oder graubraune Flecke verfärbt, zwischen denen auch ganz pigmentlose Stellen auftreten. Die Ursache dieser Krankheiten ist nicht bekannt, die Behandlung völlig machtlos.

Vitis, Pflanzengattung, s. v. w. Weinstock.

Vitĭum (lat.), Fehler, Laster; vitiös, lasterhaft; Vitiosität, Verderbtheit.

Vitivertwurzel, s. Andropogon.

Vitorĭa, Hauptstadt der span. Provinz Alava, am Zadorra und der Bahnlinie Madrid-Burgos-Irun, in weiter, fruchtbarer Ebene gelegen, ist in der kleinern Neustadt regelmäßig gebaut und hat dort einen großen, von Kolonnaden umgebenen Platz. Das schönste der öffentlichen Gebäude ist der Palast der Provinzialdeputation. V. hat alte Befestigungen, 5 Kirchen (darunter die alte gotische Hauptkirche), ein Instituto, eine Zeichenschule, ein Theater, Fabrikation von Leder u. Lederwaren, Wollenzeugen, Kerzen und Seife etc., Weinbau (Chacoli), lebhaften Handel und (1886) 25,507 Einw. V. ist Sitz des Gouverneurs und eines Bischofs. Es ist geschichtlich berühmt durch den 1367 hier erfochtenen Sieg des Schwarzen Prinzen zu gunsten Peters des Grausamen von Kastilien, besonders aber durch den entscheidenden Sieg Wellingtons 21. Juni 1813 über den König Joseph von Spanien und die Franzosen unter Jourdan.

Vitragen (franz., spr. witrahsch-), Rollvorhänge.

Vitré, Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Ille-et-Vilaine, an der Vilaine und der Eisenbahn Laval-Rennes (mit Abzweigung nach Mont St.-Michel), hat ein altes Schloß mit Zinnentürmen, teilweise erhaltene Ringmauern, eine gotische Kirche, Notre Dame, einen Gerichtshof, eine Bibliothek, Fabrikation von Leinwand, Wollenzeugen, Hüten, Leder etc. und (1886) 7509 Einw.

Vitreszieren (lat.), verglasen; Vitrifikation, Verglasung.

Vitringa, Campegius, der hervorragendste Schüler des Coccejus, geb. 1659 zu Leeuwarden, wurde 1681 zu Franeker erst Professor der orientalischen Sprachen, seit 1683 der Theologie und starb 31. März 1722. In der Geschichte der Theologie hat er sich durch seinen Kommentar zu Jesaias (Leeuward. 1714 bis 1720, 2 Bde.) und durch sein Werk »De synagoga vetere« (Franeker 1694) bleibende Bedeutung errungen.

Vitriōl, das Schwefelsäuresalz eines Metalls, z. B. Eisenvitriol (grüner V.), s. v. w. schwefelsaures Eisenoxydul; Kupfervitriol (blauer V.), s. v. w. schwefelsaures Kupferoxyd; Zinkvitriol (weißer V.), s. v. w. schwefelsaures Zinkoxyd. Admonter, Baireuther, gemischter, Salzburger V. etc., s. v. w. kupferhaltiger Eisenvitriol.

Vitriōläther, s. v. w. Äthyläther, s. Äther.

Vitriōlbleierz, s. Anglesit.

Vitriōle, natürliche, isodimorphe Mineralgruppe aus der Ordnung der Sulfate, umfaßt rhombisch und monoklinisch kristallisierende Spezies, nach der allgemeinen Formel RSO4+7H2O ^[RSO_{4}+7H_{2}O], worin R ein zweiwertiges Metall, zusammengesetzt. Zu den rhombischen gehören: Bittersalz, Zinkvitriol, Nickelvitriol und Tauriscit, letzterer die rhombische Modifikation des Eisenvitriols, welcher, wie Kobaltvitriol, Pisanit (Kupfer und Eisen enthaltend), Kupromagnesit (Kupfer und Magnesium enthaltend) und vielleicht auch Uranvitriol, monoklin kristallisiert. Zu den Vitriolen im weitern Sinn rechnet man auch den nur 5 Moleküle Wasser enthaltenden Kupfervitriol und den wasserfreien Bleivitriol. Die V. sind sekundärer Entstehung, unmittelbar oder mittelbar entstanden durch Einwirkung der Atmosphärilien auf Schwefelmetalle. Ihre Hauptfundgrube ist daher der »alte Mann« der Bergwerke, vor allen reich an ihnen ist der alte Bergbau am Rammelsberg bei Goslar. Wo Eisen-, Kupfer- oder Zinkvitriole sich in größerer Menge bilden, werden sie für technische Benutzung gewonnen; aus dem Kupferwasser und Zementwasser, welches Kupfervitriol gelöst enthält, wird das Kupfer mittels Eisens ausgefällt.

Vitriōlerz, Vitriolkies, s. v. w. Markasit.

Vitriōlküpe, s. Indigo, S. 919.

Vitriōlöl, s. v. w. rauchende Schwefelsäure; festes V., s. Schwefelsäureanhydrid.

Vitriōlschiefer, s. v. w. Alaunschiefer.

Vitriōlum (lat.), Vitriol; V. album, Zinci, Zinkvitriol; V. coeruleum, cupri, Kupfervitriol; V. viride, martis, Eisenvitriol.

Vītrum (lat.), Glas; V. solubile, Wasserglas.

Vitruvĭus Pollĭo, röm. Architekt, aus Verona gebürtig, war ursprünglich Ingenieur, stand in Beziehungen zu Kaiser Augustus, von dem er auch auf Verwendung der Octavia eine lebenslängliche Pension erhielt. Sein Name ist hauptsächlich durch ein Werk: »De architectura«, bekannt, dessen Abfassung in das Jahr 13 v. Chr. verlegt wird. Sein Stil ist unbeholfen und dunkel, er mißversteht oft seine griechischen Quellen, seine Proportionen sind von einer geringen Anzahl von Bauwerken genommen; doch ist das Werk immerhin als das einzige aus dem Altertum erhaltene dieser Art von unschätzbarem Wert. Es wurde von Rode (Berl. 1800, 2 Bde. mit Kupfern), Schneider (Leipz. 1807, 3 Bde.), Stratico (Udine 1825-30, 4 Bde. mit Kupfern), Marini (Rom 1836, 4 Bde.) und von Rose und Müller-Strübing (Leipz. 1867) herausgegeben, von Rode (das. 1796, 2 Bde.) und Reber (Stuttg. 1865) übersetzt. Vgl. Nohl, Index Vitruvianus (Leipz. 1876).

Vitry le François (spr. witri lö frangssä), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Marne, an der Marne, von welcher hier einerseits der Marne-Rheinkanal, anderseits der Seitenkanal der Marne ihren Ausgang nehmen, Station der Eisenbahn Paris-Avricourt (mit Abzweigung nach Valentigny), in strategisch wichtiger Lage, infolgedessen es in allen Kriegen zu leiden gehabt hat und jetzt als Festung vierten Ranges verstärkt worden ist. Es ist Sitz eines Gerichtshofs, hat ein Collège, eine Gewerbe- und Fortbildungsschule, Bibliothek (12,000 Bände), Fabrikation von Hüten, Wirkwaren und Zucker, Getreidehandel und (1886) 7329 Einw. V. wurde 1545 von Franz I. anstatt des von Karl V. verbrannten V. en Perthois gegründet und ihm zu Ehren benannt.

Vitteaux (spr. witoh), Stadt im franz. Departement Côte d'Or, Arrondissement Semur, an der Brenne, mit warmer Quelle, Marmorbrüchen und (1881) 1549 Einw.

Vittoria, 1) Stadt in der ital. Provinz Syrakus (Sizilien), Kreis Modica, hat eine große Kuppelkirche