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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ypsiloneule; Yriarte; Ysop; Yssel; Ysselmonde; Yssingeaux; Ystad; Ystradyfodwg; Yttrium; Yucatan

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Ypsiloneule - Yucatan.

telgriechenland 1822, und nachdem sein Versuch, bei der zweiten Nationalversammlung zu Astros, im März 1823, der Militärpartei die Oberhand zu verschaffen, mißlungen war, trat er in das Privatleben zurück, bis ihn der Präsident Kapo d'Istrias im Januar 1828 zum Befehlshaber der griechischen Truppen in Ostgriechenland ernannte. Doch nahm er im Oktober 1831 seinen Abschied und starb 3. Jan. 1832 in Wien. - Die fürstliche Familie Y., die in Eichhorn bei Brünn residiert, stammt von dem Bruder des vorigen, Gregor Y. (gest. 12. Juli 1835), ab.

Ypsiloneule, s. Eulen, S. 908.

Yriarte, 1) Charles, franz. Schriftsteller, geb. 5. Dez. 1832 zu Paris in einer aus Spanien stammenden Familie, widmete sich auf der École des beaux-arts der Architektur, wurde 1856 Inspektor der Regierungsbauten und begleitete einige Jahre später als Zeichner und Berichterstatter der »Monde illustré« die spanische Armee auf ihrem Feldzug gegen Marokko. Für den gleichen Zweck bereiste er dann Spanien und Italien und übernahm nach seiner Rückkehr (1862) die Chefredaktion der »Monde illustré«, die er Ende 1871 auch niederlegte, um in den folgenden Jahren ein buntes Wanderleben zu führen, dessen Eindrücke er wie die seiner frühern Reisen schriftstellerisch verwertete. Er veröffentlichte: »La société espagnole« (Par. 1861); »Sous la tente, souvenir du Maroc« (1862); »Paris grotesque, les célébrités de la rue 1815-63« (1864, 2. Aufl. 1868); »Les cercles de Paris, 1828-64« (1865); »Portraits parisiens« (1865); »Nouveaux portraits parisiens« (1869); »Goya, sa vie, son œuvre« (1867); »Portraits cosmopolites« und »Tableaux de la guerre« (1870); »Les Prussiens à Paris et le 18 mars« (1871); »Campagne de France 1870-71« (1871); »Les princes d'Orléans« (1872); »Le Puritain« (1873); »La vie d'un patricien de Venise au XVI. siècle« (von der Akademie gekrönt, 2. Aufl. 1885); »La Bosnie et l'Herzégovine pendant l'insurrection« (1875); »Un condottiere au XV. siècle: Rimini« (1882); »Françoise de Rimini« (1882); »Matteo Civitali« (1885); »Cesar Borgia« (1889, 2 Bde.) sowie die illustrierten Prachtwerke: »Venise; l'histoire, l'art, l'industrie, la ville et la vie« (1877); »Les bords de l'Adriatique« (1878) u. »Florence« (1880).

2) Span. Dichter, s. Iriarte.

Ysop, Pflanzengattung, s. Hyssopus. - Wilder Y., s. Satureja.

Yssel (Ijssel, spr. eissel), Name mehrerer Gewässer im Königreich der Niederlande. 1) Die Nieuwe Y., ein kanalisierter Arm des Rheins in der Provinz Gelderland (die alte Fossa Drusiana), führt aus dem Rhein oberhalb Arnheim 25 km nordostwärts nach Doesborgh, vereinigt sich hier mit der Oude Y., welche unter dem Namen Issel aus Westfalen kommt und wenig schiffbar ist. Das vereinigte Wasser, im Mittelalter Sala oder Isala genannt, fließt unter dem Namen Y. nach N. über Zutphen und Deventer, bildet von hier an die Grenze zwischen den Provinzen Gelderland und Overyssel und mündet nach 90 km langem Lauf bei Kampen, westlich von Zwolle, mit mehreren Armen in den Zuidersee, nachdem es rechts von Westfalen her die Bertel und den Schipbeek aufgenommen hat. Sie ist für kleine Seeschiffe und Dampfboote befahrbar. Von ihr hat die Provinz Overyssel ihren Namen. - 2) Die Goudsche oder Holländische Y., ein schiffbarer Arm des Lek, zweigt sich bei Vianen von diesem rechts ab, fließt nach W. durch die Provinzen Utrecht und Südholland über Gouda, zuletzt nach S. und mündet oberhalb Rotterdam, gegenüber der Insel Ysselmonde, in die Maas, von Gouda an gegen N. durch die Gouwe mit dem Alten Rhein, oberhalb Gouda durch die Vlist mit dem Lek bei Schoonhoven verbunden.

Ysselmonde (spr. eissel-), eine von den Mündungsarmen der Maas unterhalb Dordrecht gebildete Insel, zur niederländ. Provinz Südholland gehörig, fruchtbar und wohl angebaut, mit vielen wohlhabenden Dörfern, darunter: Ridderkerk, Sitz eines Kantonalgerichts, mit (1887) 7360 Einw.; Ysselmonde, gegenüber der Mündung der Holländischen Yssel in die Maas und an der Eisenbahn Breda-Rotterdam, mit Schiffswerften und 2744 Einw.; Zwyndrecht, mit Glasbläsereien und 4795 Einw.

Yssingeaux (spr. ißängschoh), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Oberloire, auf einem 860 m hohen Hügel gelegen, hat einen Gerichtshof, ein mittelalterliches Schloß (jetzt Amtsgebäude) und (1886) 3369 (als Gemeinde 8037) Einw., welche Fabrikation von Spitzen und Bändern betreiben.

Ystad, Stapelstadt an der Südküste des schwed. Läns Malmöhus, durch Eisenbahnen mit Eslöf und Malmö an der Linie Stockholm-Malmö verbunden, hat 2 Kirchen, eine höhere Lehranstalt, Zuckersiederei, Eisengießerei, Fabrikation von Tabak, Zündhölzern und Zichorien, Schiffbau, lebhaften Handel, besonders mit Getreide, Schiffahrt und (1885) 7572 Einw. Y. steht mit Stockholm, Kopenhagen, Lübeck und Stettin in Dampferverbindung. Es ist Sitz eines deutschen Konsuls. Die Stadt wird schon im 13. Jahrh. erwähnt.

Ystradyfodwg (spr. -duk), städtische Gemeinde in Glamorganshire (Südwales), im eisen- und kohlenreichen Thal des Rhondda (Nebenfluß des Taff), mit (1881) 55,632 Einw.

Yttrium Y, Metall, findet sich im Gadolinit (s. d.) und Yttrotitanit, als phosphorsaure Yttererde im Ytterspat (Xenotim, Castelnaudit, Wiserin), als Tantalat und Niobat im Yttrotantalit etc., bildet mit Sauerstoff Yttriumoxyd (Yttria, Yttererde) als weißes oder gelblichweißes, unschmelzbares Pulver, welches mit Säuren farblose, sauer reagierende Salze von süßem, adstringierendem Geschmack liefert.

Yucatan, Halbinsel auf der Nordseite von Mittelamerika (s. Karte »Mexiko«), welche in Gestalt eines länglichen Rechtecks zwischen der Bai von Veracruz und Campeche und dem Golf von Honduras vorspringt und mit den Großen Antillen den Golf von Mexiko von dem Karibischen Meer scheidet. Die Oberfläche ist im allgemeinen eben und flach und wird von einigen Hügelketten, namentlich der Sierra de Y., durchzogen, die in nordöstlicher Richtung durch die Halbinsel streicht, sich höchstens bis 150 m erhebt und am Kap Catoche als waldige Höhe endigt. Die Nordküste wird von einer eigentümlich aneinander gereihten Kette langgestreckter Lagunen und Nehrungen umschlossen. Die bedeutendsten unter den wenigen Flüssen sind der Rio Hondo oder Rio Grande, der Champoton, der San Francisco, dessen Mündung den Hafen von Campeche bildet, und der Bolina im NO. Der Binnensee Chancanab enthält bittersalzhaltiges Wasser und fließt in die Bahia de la Ascension ab. Im W. liegt die große Laguna de Terminvo. Das Klima gehört zu den heißesten zwischen den Wendekreisen, ist aber im allgemeinen nicht ungesund. Politisch gehört der größte Teil der Halbinsel den mexikanischen Staaten Y. und Campeche. Der Süden entfällt auf Britisch-Honduras und Guatemala.

Der gleichnamige zur Republik Mexiko gehörige Staat, 85,827 qkm (1558,7 QM.) groß, nimmt die