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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Zoche; Zocke; Zöckler; Zodiakallicht; Zodiakus; Zoë; Zoëa; Zoega

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Zoche - Zoega.

Zoche, älteres Ackergerät zum Aufreißen des Bodens, charakterisiert durch das Fehlen des Streichbrettes, noch jetzt in Rußland, Ostpreußen und Polen in Anwendung. Die Z. erfordert viel Geschicklichkeit in der Führung und wird wegen der unvollkommenen Arbeit allmählich durch den Pflug verdrängt.

Zocke, s. Sockel.

Zöckler, Otto, protest. Theolog, geb. 27. Mai 1833 zu Grünberg in Oberhessen, studierte zu Gießen, Erlangen und Berlin, habilitierte sich 1856 in Gießen, wurde daselbst 1863 außerordentlicher Professor der Theologie und folgte 1866 einem Ruf als ordentlicher Professor nach Greifswald. Unter seinen zahlreichen Schriften sind zu nennen: »Theologia naturalis« (Frankf. a. M. 1860); »Kritische Geschichte der Askese« (das. 1863); die Kommentare zu den Sprüchen Salomonis, zum Hohenlied und dem Prediger, zum Propheten Daniel, zu Hiob und den Büchern der Chronik (in Langes Bibelwerk); »Die Augsburgische Konfession als symbolische Lehrgrundlage der deutschen Reformationskirche« (das. 1870); »Das Kreuz Christi«, archäologische Untersuchungen (Gütersloh 1875); »Geschichte der Beziehungen zwischen Theologie und Naturwissenschaft« (das. 1877-78, 2 Tle.); »Die Lehre vom Urstand des Menschen« (das. 1879); »Gottes Zeugen im Reich der Natur« (das. 1881, 2 Bde.). Seit 1882 gibt er die von Hengstenberg begründete »Evangelische Kirchenzeitung« heraus; ebenso in Verbindung mit vielen Gesinnungsverwandten das »Handbuch der theologischen Wissenschaften in encyklopädischer Darstellung« (Nördling. 1882-84; 3. Aufl. 1888 ff., 4 Bde.) und einen »Kurzgefaßten Kommentar zu den heiligen Schriften Alten und Neuen Testaments« (1886 f.).

Zodiakallicht (Tierkreislicht), ein kegelförmiger Lichtschein, welcher nach Sonnenuntergang am westlichen, vor Sonnenaufgang am östlichen Himmel sichtbar ist, und dessen Achse ungefähr mit der Ekliptik zusammenfällt. In mittlern Breiten, wo die Erscheinung nicht die Helligkeit der Milchstraße erreicht, ist sie am schönsten um die Zeit der Äquinoktien, weil dann die Ekliptik zur Zeit des Sonnenauf- und Untergangs den Horizont unter dem größten Winkel (63½° in 50° Breite) schneidet, der Lichtkegel also ziemlich steil aufsteigt und sich bis in größere Höhe über dem Horizont erhebt. Nach Heis ist aber das Z. bei uns für ein geübtes Auge das ganze Jahr sichtbar. Die Achse liegt meist etwas nördlich von der Ekliptik, wie obenstehende Figur zeigt, welche den Umriß des Zodiakallichts nach Beobachtungen von Heis zur Zeit des Neumondes in der Nacht vom 23.-24. Dez. 1851 (der östliche Teil abends 7 Uhr, der westliche morgens 6 Uhr) darstellt. Die Längsachse desselben betrug 147½°, die Querachse 57°. Weit prächtiger erscheint das Z. in den Tropengegenden, wo seine Achse einen größern Winkel mit dem Horizont bildet. Hier übertrifft es an Glanz die hellsten Stellen der Milchstraße, zwischen den Sternbildern des Adlers und des Schützen, und auch für den ungeübten Beobachter ist es fast jede Nacht sichtbar, daher Humboldt es einen »beständigen Schmuck der Tropennächte« nennt. Wie zuerst George Jones während der Japanexpedition der Vereinigten Staaten von Nordamerika 1853-55 bemerkt hat, erscheint das Z. in den Tropen als ein hellerer, kegelförmiger Schein, der von einer weniger leuchtenden Hülle umgeben ist; der innere Kegel ist nicht immer gleich breit, bisweilen fast linienförmig. Ein eigentümliches Phänomen ist der von Brorsen 1854 entdeckte Gegenschein des Zodiakallichts, ein schwacher, nahezu der Sonne gegenüberstehender Lichtschimmer ohne bestimmte Grenzen. Gegen Mitte April ist derselbe mit dem westlichen Z. durch einen Lichtstreif verbunden; Jones sah in Quito das Z. öfters in Form einer Lichtbrücke von etwa 20° sich um den Himmel ziehen. Das Licht des Zodiakallichts ist polarisiert (nach Wright); im Spektrum desselben ist ein schwacher grünlicher Lichtstreif erkennbar, nach der Seite das Rot durch eine hellere Linie von 557 Milliontel-Millimeter Wellenlänge begrenzt, die identisch ist mit der hellen Linie im Spektrum des Nordlichts (Angström, Respighi und Vogel). Das Z. ist genauer beschrieben worden von Childrey (»Britannia Baconica«, Lond. 1661) und namentlich von Dom. Cassini (»Découverte de la lumière céleste qui paroist dans le Zodiaque«, Par. 1685); letzterer glaubte darin die stark abgeplattete Sonnenatmosphäre zu erblicken, doch zeigte Laplace, daß diese wegen der Zentrifugalkraft sich nicht weiter als bis auf 1/30 des Merkurabstandes von der Sonne erstrecken kann. Jetzt betrachtet man das Z. meist nach Heis u. a. als einen Nebel- oder Staubring, der innerhalb der Mondbahn um die Erde geht. Vgl. Jones, Observations on the zodiacal light (Washingt. 1856); Schmidt, Das Z. (Braunschw. 1856); Heis, Zodiakallichtbeobachtungen 1847-75 (Köln 1875); Derselbe, Atlas coelestis eclipticus (das. 1878).

^[Abb.: Umriß des Zodiakallichts 23.-24. Dez. 1851.]

Zodiakus (griech.), s. Ekliptik.

Zoë, Name mehrerer oströmischer Kaiserinnen, am bekanntesten: 1) vierte Gemahlin Kaiser Leos VI., Mutter des Kaisers Konstantin VII. Porphyrogenetos ^[richtig: Porphyrogennetos], führte für diesen 913-919 die Regierung, wurde dann aber von Romanos Lakapenos gestürzt und in ein Kloster geschickt. -

2) Tochter des Kaisers Konstantin VIII., Gemahlin der Kaiser Romanos III. (1028-1034) und Michael IV. (1034-1041), adoptierte nach des letztern Tod Michael V., wurde von diesem in ein Kloster geschickt, aber nach seinem Sturz 1042 vom Volk zusammen mit ihrer Schwester Theodora zur Herrscherin erhoben, vermählte sich noch in demselben Jahr zum drittenmal mit Konstantin IX. Monomachos, wurde aber von diesem vernachlässigt und starb 1050.

Zoëa, s. Krebstiere, S. 177.

Zoega (spr. so-ēga), Johann Georg, berühmter Altertumsforscher und Koptolog, geb. 20. Dez. 1755 zu Dahler in Jütland, studierte zu Göttingen, machte dann wiederholt Reisen nach Italien und ließ sich 1783 für immer in Rom nieder, wo er ganz dem Studium der Altertumskunde lebte. Zugleich trat er zur katholischen Religion über. 1798 zum dänischen Generalkonsul im Kirchenstaat ernannt, starb er 10. Febr. 1809 in Rom. Von seinen Arbeiten sind hervorzuheben: »Nummi Aegyptii imperatorii« (Rom 1787); »De origine et usu obeliscorum« (das. 1797); »I bassirilievi antichi di Roma, incisi da Tom. Piroli« (das. 1808, 2 Bde.; deutsch von Welcker,