Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

52

Arnsberg - Arsen

einigten Staaten, geb. 12. April 1828 zu Providence (Rhode-Island), gest. 8. Nov. 1882 in Governor's Island. Um die Geographie machte er sich verdient durch seine Teilnahme an den Aufnahmen westlich des Mississippi unter Leitung des Hauptmanns Mc Clellan und die Erforschung der Cascade Range in Oregon und Washington.

Arnsberg. Die Stadt zählte 1885: 6733 Einw., der Regierungsbezirk A. auf 7695 qkm (139,76 QM.) 1,189,688 Einw. (darunter 661,997 Evangelische, 514,336 Katholiken, 9825 Juden). Die seit 1887 bestehenden 21 (früher 16) Kreise umfassen 1885:

^[Leerzeile]

Kreise Q.Kilom. Q.Meil. Einw. Auf 1 qkm

Altena 664 12,06 72575 109

Arnsberg 677 12,28 43156 64

Bochum (Stadt) 6 0,11 40767 −

Bochum (Land) 132 2,40 97868 741

Brilon 789 14,33 38016 48

Dortmund (Stadt) 28 0,51 78435 −

Dortmund (Land) 246 4,47 61496 249

Gelsenkirchen 78 1,42 95621 1226

Hagen (Stadt) 17 0,31 29614 −

Hagen (Land) 242 4,40 56256 232

Hamm 453 8,23 72100 159

Hattingen 141 2,56 55350 392

Hörde 170 3,09 74474 438

Iserlohn 333 6,05 65205 196

Lippstadt 500 9,08 87735 75

Meschede 781 14,18 35790 46

Olpe 618 11,22 35718 58

Schwelm 157 2,85 49535 316

Siegen 647 11,75 77666 120

Soest 530 9,63 51530 97

Wittgenstein 487 8,84 20781 43

^[Leerzeile]

Arnstadt, (1885) 11,537 Einw.

Arnstein, (1885) 1778 Einw.

Arnswalde, (1885) 7378 Einw.

Arolsen, (1885) 2442 Einw.

Arrah *, Hauptort des Distrikts Schahabad in der britisch-ind. Provinz Bengalen, an der East-India-Eisenbahn, mit (1881) 42,998 Einw.

Arras, (1886) 21,492 (Gemeinde 26,914) Einw.

Arrhenius *, Johan, schwed. Botaniker und Agronom, geb. 27. Sept. 1811 zu Jaereda in Kalmar-Län, studierte seit 1830 in Upsala, wurde 1840 Dozent der Botanik, 1848 Vorstand des landwirtschaftlichen Instituts zu Ultuna bei Upsala, 1862 Sekretär der landwirtschaftlichen Akademie in Stockholm und 1881 emeritiert. 1867-72 gehörte er der Ersten Kammer an. Hochverdient um den schwedischen Landbau, schrieb er außer einem verbreiteten Lehrbuch der Botanik (5.Aufl. 1882, 2 Bde.): »Handbook i Svenska jodbruket« (»Handbuch des schwedischen Ackerbaues«, 4.Aufl. 1879), »Jordbruksärans hufvudgrunder« (»Grundzüge der Ackerbaulehre«, 3.Aufl. 1876) und zahlreiche kleinere Arbeiten in dem von ihm herausgegebenen Sammelwerk »Smärre skrifter i landthushållningen« (1858-85,27Hefte).

Arrighi de Casanova, Ernest Louis Henri Hyacinthe, Herzog von Padua, starb 28. März 1888 in Paris.

Arsamas *, Name einer russ. litterarischen Gesellschaft, die, von Karamsin 1815 in Petersburg begründet, eine Anzahl hervorragender russischer Schriftsteller (Graf Bludow, Daschkow, Shukowskij, Al. und Nik. Turgenjew, Puschkin, Batjuschkow, Wjäsemskij u. a.) zu ihren Mitgliedern zählte und in satirischer Weise reaktionäre Tendenzen, wie sie damals namentlich durch den Staatssekretär Schischkow vertreten wurden, bekämpfen wollte. Der Verein bestand nur bis 1818. Sein Name A. rührt von einer satirischen Erzählung des Grafen Bludow her, welche in der russischen Stadt A. spielt.

Ars an der Mosel, (1885) 4638 Einw.

Arsen. Die außerordentliche Giftigkeit der meisten Arsenverbindungen erfordert ganz besonders ausgedehnte Anwendung und strenge Durchführung von Schutzmaßregeln, deren Wirksamkeit aber auch eine so vortreffliche ist, daß chronische Arsenvergiftungen mit dauerndem Siechtum immer seltener geworden sind. Der Gesundheitszustand der Arbeiter in den Arsenbergwerken und den Arsenhütten ist ein relativ guter. Dies erklärt sich zum Teil auch dadurch, daß sich der Organismus allmählich an die schädlichen Einflüsse gewöhnt. Bei Gewinnung und Verarbeitung von gediegenem A. ist dasselbe feucht zu erhalten, und wenn dies nicht möglich ist, sind Schutzmasken und Handschuhe anzuwenden, da der Staub durch den sauren Schweiß zu arseniger Säure oxydiert wird. Ebenso sind bei der Sublimation und beim Sortieren des Sublimats große Vorsichtsmaßregeln gegen Dämpfe und Staub anzuwenden. Die Hütte ist gegen die Umgebung gut abzuschließen, Rückstände und Scherben der Apparate sind sorgfältig beiseite zu schaffen. Grubenwässer, Aufbereitungswässer und durch Erz- und Berghalden sickernde Meteorwässer sind nicht so gefährlich, wie man glauben sollte, da gelöste arsenige Säure durch Kalk, Eisenoxyd und andre Basen wieder abgeschieden wird. Wo dies nicht der Fall ist, sind die Abwässer mit Kalkmilch zu mischen und nach Absetzen des Niederschlags abzulassen. Erkrankungen der Arbeiter infolge von Arsenwirkungen sind selten und immer nur leichter Natur, schwere Fälle kommen nur durch grobe Unvorsichtigkeit bei der Sublimation vor. Bei der Darstellung von arseniger Säure sind dieselben Vorsichtsmaßregeln anzuwenden. Die Öfen sind mit einem Blechmantel umgeben, so daß irgendwie austretende Dämpfe sofort in eine Esse abgesogen werden können.

Die größte Gefahr liegt bei Beschickung der Sublimations- und Entleerung der Kondensationsapparate ^[richtig : Beschickung und Entleerung der Sublimations- und Kondensationsapparate]. Vorbinden von Tüchern, Benutzung von Handschuhen sind dringend geboten, auch sind die nackten Hautteile häufig mit Wasser, besser mit solchem, welches etwas Kalk gelöst oder Eisenhydroxyd aufgeschwemmt enthält, zu waschen und der Mund mit solchem Wasser zu spülen. Für die gefährlichsten Arbeiten ist ein Anzug zu benutzen, der an Hals, Händen und Füßen zugebunden wird; für den Kopf dient eine sackförmige Kappe mit Glasfenstern. Für die Arbeiter empfiehlt sich häufiger Genuß von schleimigen und fetten Speisen, Wasser soll nicht oder nur mit Eisenhydroxyd getrunken werden. (Man versetzt Wasser mit schwefelsaurem Eisenoxyd und überschüssiger gebrannter Magnesia.) Der Gesundheitszustand der Arbeiter ist seit dem Haftpflichtgesetz ein befriedigender, ja in manchen Fällen ein günstiger. Die Umgebung der Arsenhütten ist meist bis auf 150 und mehr Schritte unbewohnt, die nächsten Bewohner sind Arbeiter und Beamte, die an die Aufnahme minimaler Arsenmengen gewöhnt sind. Schädigungen der Umgebung kommen nicht vor. Namentlich gedeihen Pflanzen in der Nähe von Arsenbergwerken, Arsenhütten und Arsenfarbenwerken normal, und es ist nicht anzunehmen, daß deren Genuß auf Menschen oder Tiere schädlich wirken kann. In unmittelbarer Umgebung der Werke wird man weder Gemüse noch Futterpflanzen bauen. Bei Darstellung von Arsensäure haben sich die Arbeiter sorgfältig zu waschen, und die Abwässer sind mit Kalkmilch zu behandeln,