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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Endingen; Engelmann; Engelskirchen; Engen; Enger; Engers; Enghien; Engler; Englische Haut; Englische Litteratur

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Endingen - Englische Litteratur

1857-64 Staatsanwalt in Salem, ward er 1873 zum Richter am Obergericht von Massachusetts ernannt, welches Amt er bis 1883 bekleidete. Nachdem er 1884 bei der Wahl des Gouverneurs von den Demokraten als Kandidat aufgestellt, aber nicht gewählt worden war, übertrug ihm der neue Präsident Cleveland 6. März 1885 das Kriegsministerium der Union, welches er bis 4. März 1889 verwaltete.

Endingen, (1885) 2695 Einw.

Engelmann, 2) Georg, Botaniker. Seine »Botanical works« wurden von seinem Sohn und Asa Gray herausgegeben (Cambridge 1888).

* 3) Johannes, deutsch-russ. Rechtsgelehrter, geb. 7. Juli (25. Juni) 1832 zu Mitau, studierte in Petersburg und wurde 1860 zum Professor des russischen Rechts in Dorpat ernannt. Von seinen Schriften, in denen er hauptsächlich die historische Entwickelung der Rechtsinstitute darzulegen sucht, erwähnen wir: die gekrönte Preisschrift »Das Privatrecht der Plestauschen Statuten« (in russ. Sprache, Petersb. 1855); »Eigentumserwerb an liegenden Gründen nach russischem Recht« (russ., das. 1859); »Die Verjährung nach russischem Privatrecht« (Dorpat 1867; 2. Aufl. russ., Petersb. 1868); »Die Zwangsvollstreckung auswärtiger richterlicher Urteile in Rußland« (Leipz. 1884; gleichzeitig in russ. u. franz. Sprache); »Die Leibeigenschaft in Rußland« (das. 1884); »Das Staatsrecht Rußlands« (in Marquardsens »Handbuch des öffentlichen Rechts«, Bd. 4, Freiburg 1888).

* 4) Rudolf, Astronom, geb. 1. Juni 1841 zu Leipzig, studierte in Bonn und Leipzig, war am letztern Ort 1863-74 Observator an der Sternwarte, seit 1871 auch Privatdozent an der Universität, beteiligte sich 1868 an der deutschen Expedition nach Vorderindien zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis, machte als freiwilliger Krankenpfleger 1870/71 den deutsch-französischen Krieg mit, war aber 1874 genötigt, seine Thätigkeit an der Sternwarte und der Universität aufzugeben, um die väterliche Verlagsbuchhandlung zu übernehmen; doch erbaute er sicht 882 eine kleine Privatsternwarte, auf welcher er sich in der Folge hauptsächlich mit Doppelsternmessungen beschäftigte. Er starb 28. März 1888. Seine selbständigen Schriften sind: »Messungen von 90 Doppelsternen am sechsfüßigen Refraktor der Leipziger Sternwarte« (Leipz. 1864); »Über die Helligkeitsverhältnisse der Jupiterstrabanten« (das. 1871); auch gab er Bessels »Gesammelte Abhandlungen« (das. 1876, 3 Bde.), dessen »Rezensionen« (das. 1878) und eine deutsche Bearbeitung von Newcombs »Populärer Astronomie« (das. 1881) heraus.

Engelskirchen, (1885) 3917 Einw.

Engen, (1885) 1696 Einw.

Enger (Engern), (1885) 2043 Einw.

Engers, (!885) 2282 Einw.

Enghien, 2) E. les Bains, (1886) 2426 Einw.

Enghien, Herzog von. Vgl. Boulay de la Meurthe, Les dernières années du duc d'E. (Par.

1886); Welschinger, Le dux d'E. (das. 1888).

Engler *, Adolf, Botaniker, geb. 25. März 1844 zu Sagan, studierte in Breslau Naturwissenschaft, besonders Botanik, und promovierte 1866 auf Grund der Dissertation »De genere Saxifraga«, welche Arbeit ihn in der Folge zu eingehendern Studien über Pflanzengeographie in Verbindung mit Systematik, namentlich auch zu pflanzengeschichtlichen Untersuchungen anregte. Bis 1871 war E. Lehrer am Magdalenum in Breslau, dann wurde er als Kustos der botanischen Anstalten nach München berufen, widmete sich nun ausschließlich der Botanik und

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habilitierte sich 1872 als Privatdozent. Schon in Breslau hatte sich E. mit der Flora Schlesiens, mit systematischen Studien über Saxifragaceen, Escalloniaceen und Eunomaceen beschäftigt, in München bearbeitete er eine Reihe von Familien für die »Flora brasiliensis«, lieferte auch mehrere andre systematische Arbeiten, namentlich über die Araceen sowie Beiträge zur Kenntnis der Antherenbildung der Metaspermen, und machte in den Alpen Studien über die Pflanzenformationen und ihre Existenzbedingungen. 1878 ging E. als Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens nach Kiel, widmete sich hier der Anlage des neuen botanischen Gartens, setzte namentlich auch seine pflanzengeographischen und systematischen Studien fort, bei welchen er mehr, als bisher üblich war, die anatomischen Verhältnisse berücksichtigte. Auch schrieb er hier sein Hauptwerk: »Versuch einer Entwickelungsgeschichte der Pflanzenwelt, insbesondere der Florengebiete seit der Tertiärperiode« (Leipz. 1879-82, 2 Bde.), in welchem er die Pflanzengeographie auf entwickelungsgeschichtlicher Grundlage behandelte. 1884 ging E. als Nachfolger Göpperts nach Breslau, gestaltete den dortigen botanischen Garten in einer der modernen Aufgabe der Systematik und Pflanzengeographie entsprechenden Weise um und begründete mit Cohn ein botanisches Institut, welches nach dem Berliner Museum die zweite Stelle in Preußen einnimmt. 1889 folgte E. einem Ruf als Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens nach Berlin. E. schrieb noch: »Monographie der Gattung Saxifraga« (Bresl. 1872); »Über die Verwandtschaftsverhältnisse der Rutaceen, Simarubaceen und Burseraceem« (Halle 1874); »Araceae, Burseraceae und Anarcardiaceae« für De Candolles »Monographiae Phanerogamarum« (Par. 1879 u. 1883, 2 Bde.); mit Prantl gibt er heraus: »Die natürlichen Pflanzenfamilien« (unter Mitarbeiterschaft zahlreicher Botaniker, Leipz. 1888 ff.) und seit 1881 die von ihm begründeten »Botanischen Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte« (das.).

Englische Haut *, s. Hühnerleder (Bd. 17).

Englische Litteratur (1884-89). Wenn auch die letzten fünf Jahre keineswegs eine besonders glänzende Periode in der Geschichte des englischen Schriftentums umfassen, so war doch die Teilnahme des Publikums am litterarischen Leben immerhin groß. Städtische und Vereinsbibliotheken erheben sich allerwärts; die weitaus meisten gebildeten Familien besitzen eine mehr oder minder große Bücherei. Die zahlreichen litterarischen Gesellschaften halten enge Verbindung des Privatlebens mit der Litteratur aufrecht, die Wochen- und Monatsschriften erfreuen sich einer außerordentlich weitgreifenden Verbreitung, und in diesen Beziehungen ist ein entschiedener Fortschritt bemerkbar. Charakteristisch ist auch das Erscheinen und der große Erfolg wohlfeiler Sammlungen alter und neuer Meisterwerke: so der von Professor Henry Morley herausgegebenen »National library«, Cassels »Red library«, Scotts »Camelot classics« und »Canterbury ports«, Warnes »Chandons classics« und »Landsdowne poets«. Auch eine Reihe sorgfältig ausgewählter biographischer Sammelwerke, die unter Mitwirkung anerkannter Schriftsteller seit Jahren erscheinen und mit Erfolg fortgeführt werden (»English men of letters«, »Great writers«, »Great musicians«, »Foreign writers«, »Eminent women«, »Statesmen«, »Twelve English statesmen«, »Englishmen of action«, »Exploreres and exploration« 2c.) sind hier zu erwähnen.