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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Aktinoelektrische Erscheinungen - Alencar.

verwaltet; Bestimmungen über Stimmrecht, Mindestbetrag der Aktie, Aufsichtsrat, Reservefonds, Gründungsvorteile und Gründungsanzahlungen fehlen. Die einzige Schutzmaßregel für die Aktionäre ist die Vorschrift, daß jede A. monatlich ihre Bilanz veröffentlichen muß. Das portugiesische Gesetz gewährt den Aktionären einen umfangreichen Schutz; will eine A. Immobilien länger als zehn Jahre behalten, so ist ein besonderes Gesetz erforderlich. Nur volleingezahlte Aktien können Inhaberaktien sein. Das mexikanische Handelsgesetzbuch hat die neue Bestimmung aufgenommen, daß die A. den Gesellschaftsvertrag und alle Handelskontrakte in das Handelsregister eintragen lassen sowie die Bilanz monatlich veröffentlichen muß.

Neuere Litteratur: Hoeland, Die Organe der Aktiengesellschaften (Jena 1886); Hergenhahn, Berufung und Thätigkeit der Generalversammlung der Aktiengesellschaften (Berl. 1888); Welti, Die Organisation der Aktiengesellschaft (Zürich 1890); Speyer, Die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches und der Novelle vom 18. Juli 1884 über die Aktiengesellschaften, in systematischer Anordnung (Frankf. a. M. 1890); »Handwörterbuch der Staatswissenschaften«, Lief. 1 und 2 (Jena 1889).

Aktinoelektrische Erscheinungen, s. Lichtelektrische Erscheinungen.

Akustische Bewegungserscheinungen. Hängt man einen etwa aus Papier verfertigten cylindrischen Resonator (s. Schall, Bd. 14, S. 398), welcher auf den Ton einer Stimmgabel abgestimmt ist, vor der Mündung des Resonanzkästchens der Stimmgabel an Fäden auf, so wird er angezogen, wenn man die Stimmgabel zum Tönen bringt. Der Resonator wird dagegen abgestoßen, wenn man ihn genügend verstimmt. Eine kontinuierliche Rotation tritt ein, wenn man vier leichte, kugelförmige Resonatoren aus Glas an den vier Armen eines leichten Holzkreuzes befestigt, so daß sie ihre Mündungen horizontal und tangential alle nach der gleichen Richtung kehren. Das Holzkreuz ruht in seiner Mitte mittels eines Hütchens auf einer Spitze. Wird der Resonanzkasten einer gleichgestimmten Stimmgabel genähert, so gerät der Apparat in dem der Richtung der Mündungen entgegengesetzten Sinne in Drehung. Wenn nämlich ein Resonator tönt, so schwingen an seiner Mündung die Luftschichten abwechselnd aus und ein. Beim Austreten übt die Luft einen Rückstoß aus, ähnlich wie bei dem Segnerschen Wasserrad (s. Reaktion, Bd. 13); beim darauffolgenden Hineintreten der Luft tritt eine entgegengesetzte Wirkung ein, welche jene Reaktionswirkung wieder aufheben würde, wenn sie ihr an Größe gleich wäre. Dies ist aber nicht der Fall, sondern jener Rückstoß überwiegt, weil beim Austritt die Luft nicht nur horizontal fortgestoßen, sondern auch Luft von seitwärts angesaugt und in der Richtung der austretenden Luftmasse mitgerissen wird.

Albany, 1) Gräfin von. Ungedruckte Briefe der Gräfin an Ugo Foscolo und des Abbate Luigi di Breme an die Gräfin wurden von Antona-Traversi und Bianchini (Rom 1887) herausgegeben.

Albarēda, José Luis, span. Politiker, geb. 1825 bei Cadiz, studierte die Rechte in Sevilla und ließ sich in Madrid als Advokat nieder, wo er besonders in der Verteidigung der liberalen Presse in Preßprozessen thätig war und sich Ansehen erwarb. Er war auch selbst Journalist und gründete die »Revista de España«. In Sevilla zum Deputierten gewählt, ward er 1862 zum spanischen Gesandten im Haag ernannt. Später wirkte er im Verein mit Prim für die Kandidatur des Königs Amadeus, ward darauf Gesandter in Lissabon und nach der Thronbesteigung Alfons' XII. Präfekt in Madrid. Als Minister des Unterrichts und der öffentlichen Arbeiten im Ministerium Sagasta machte er sich durch wirksame Reformen sehr verdient, 1886-87 war er Botschafter in Paris.

Alberdingk-Thym (spr. -teim), Pieter Paul Maria, holländ. Historiker, geb. 21. Okt. 1827 zu Amsterdam, Professor an der ultramontanen Universität Löwen, schrieb: »M. Aurelius Cassiodorus, senator« (Amsterd. 1857); »H. Willebrordus, apostel der Nederlanden, en zijn eeuw« (Löwen 1861); »Karel de Groote« (das. 1867); »De vroolijke historie van Ph. van Marnix« (das. 1876); »Spiegel van nederlandsche letteren« (das. 1877, 2 Bde.) und eine von der belgischen Akademie 1882 gekrönte Preisschrift in vlämischer Sprache über die Wohlthätigkeitsanstalten Belgiens im Mittelalter.

Albert, 7) A. Eduard, Prinz von Wales. Vgl. Burdett, Prince, princess, and people (Lond. 1889).

Albert (spr. -bär), Paul, franz. Litterarhistoriker, geb. 14. Dez. 1827, besuchte das Lycée Louis le Grand und die Normalschule zu Paris, bekleidete dann Stellen an der Fakultät der Wissenschaften zu Poitiers und an der Normalschule zu Paris und wurde 1878 Professor der französischen Litteratur als Loménies Nachfolger am Collège de France. Er starb 21. Juni 1880. A. schrieb: »Saint Jean Chrysostome considéré comme orateur populaire« (1858); »La Poésie«, Vorlesungen (1869, 8. Aufl. 1887), mit dem Gegenstück »La Prose« (1870); »Histoire de la littérature romaine« (1871, 2 Bde.); »La littérature française« (1872-82, 5 Bde., wiederholt aufgelegt); »Poètes et poésies« (1881); »Variétés morales et littéraires« (1881). A. war auch fleißiger Mitarbeiter am »Temps«.

Albrecht, 1) A. I., deutscher Kaiser. Vgl. »Mitteilungen aus dem vatikanischen Archiv«, Bd. 1: »Aktenstücke« (Prag 1890).

2) A. II., deutscher König. Vgl. Altmann, Die Wahl Albrechts II. zum römischen König (Berl. 1886).

18) A., Erzherzog von Österreich. Über seine berühmte Sammlung von Kupferstichen und Handzeichnungen vgl. Schönbrunner, Die Albertina (Wien 1887).

19) A., Herzog von Preußen. Vgl. Lohmeyer, Herzog A. von Preußen (Danzig 1890).

Albumin, s. Eiweiß.

Aldringer, Johann, Graf, kaiserlicher General. Vgl. Hallwich, Gestalten aus Wallensteins Lager, Bd. 2: »Johann Aldringen« (Leipz. 1885).

Alecsandri, Basile, rumän. Dichter und Staatsmann, starb 1. Sept. 1890 in Paris und wurde 7. Sept. zu Mircesci in der Moldau beigesetzt.

Alembert, Jean Lerond d', Philosoph. »Œuvres et correspondances inédites de d'A.« gab Ch. Henry (Abbeville 1887) heraus. Seine Biographie schrieb J. ^[Joseph] Bertrand (Par. 1889).

Alencar, José Martiniano de, brasil. Schriftsteller, geb. 1830 zu Fortaleza in der Provinz Ceara, studierte Rechtswissenschaft und widmete sich dann der litterarischen Thätigkeit und der Politik. In der Folge Parlamentsdeputierter, bekleidete er 1868-1869 den Posten des Justizministers. Er starb 12. Dez. 1877 in Rio de Janeiro. Seine Schriften bestehen in einer Anzahl von Romanen, als deren vorzüglichste gelten: »O Guarany« (ins Italienische und Englische übersetzt, 6. Aufl. 1889), »Luciola«, »Diva«, »Senhora«, »Sonhos de Ouro«, »Tracema« etc. Die Glanzseite derselben besteht vorzugsweise in der mei-^[folgende Seite]