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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Leuchtenberg; Leucochloridium; Leukas; Leukoplasten; Leutz; Leva; Levasseur

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Leuchtenberg - Levasseur.

ward bald darauf zum Inspekteur der Jäger und Schützen, im Mai 1883 zum Generalleutnant und Kommandeur der 15. Division ernannt, 1884 in gleicher Eigenschaft zur 11. Division versetzt und 2. Aug. 1888 zum General der Infanterie und zum kommandierenden General des 9. Armeekorps befördert. Am 2. Febr. 1891 ward er unter Ernennung zum Chef des Infanterieregiments Markgraf Karl (6. brandenburgisches) Nr. 60 zur Disposition gestellt.

Leuchtenberg, 3) Herzog Nikolaus Maximilianowitsch (geb. 4. Aug. 1843), welcher seit seiner Vermählung mit Nadina Annenkow im Ausland gelebt hatte, feierte 19. Mai 1890 sein 25jähriges Jubiläum als Vorsitzender der kaiserlichen Mineralogischen Gesellschaft zu Petersburg, bei welcher Gelegenheit er vom Zaren zum Generaladjutanten und General der Kavallerie befördert und von der Universität Bologna zum Ehrendoktor ernannt wurde; auch stiftete die Gesellschaft ihm zu Ehren eine goldene Medaille; er hatte sich von Jugend auf eifrig mit Mineralogie beschäftigt. L. starb 6. Jan. 1891 in Paris am Zungenkrebs.

Leucochloridium, s. Würmer.

Leukas, ionische Insel, wurde 1888 vom Professor J. ^[Joseph] Partsch untersucht und 1889 in einer Monographie (Ergänzungsheft Nr. 95 zu »Petermanns Mitteilungen«) beschrieben. Seine Hauptergebnisse sind folgende: L., in vorhistorischer Zeit eine Insel, erscheint in der Odyssee als ein Teil des Festlandes; an der schmälsten Stelle des Sundes nämlich, wo die Korinther dann in der zweiten Hälfte des 7. Jahrh. v. Chr. ihre Kolonie L. anlegten, wurde durch die Meeresströmung eine sandige Nehrung aufgeworfen, welche schließlich Insel und Festland verband. Diese wurde dann zur angegebenen Zeit von den Korinthern durchstochen und der Durchstich (Dioryktos) durch teilweise noch erhaltene Molen vor nochmaliger Versandung geschützt. Nördlich davon aber und noch nördlich von der heutigen Stadt Levkas schließt eine zweite sandige Nehrung, welche gleichfalls durch eine von SW. kommende Meeresströmung gebildet und vergrößert wird und das venezianische Kastell Santa Maura trägt, die Lagune fast vom offenen Meere ab und bildete schon im Altertum ein Verkehrshindernis, das die Leukadier wiederholt durchstechen mußten, um Seeschiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Wann die Lagune durch Versandung für solche unfahrbar wurde, ist unbekannt; im J. 1500 war sie es schon, und erst die Engländer haben eine nur für Boote fahrbare, 1 m tiefe Rinne zwischen Insel und Festland und ebenso zwischen der Stadt Levkas und dem Meere eröffnet. Die Herstellung eines wirklichen Schiffskanals wird schon lange geplant, dürfte sich aber schwerlich je verwirklichen.

Die Insel L. fällt gegen W. steil und ungegliedert zum Meere ab, während die breitere Ostabdachung stufenförmig aufgebaut ist. Von kleinen Küstenebenen abgesehen, deren bedeutendste die von Levkas ist, wird sie von Bergen erfüllt, die im Stavrotas (1141 m) ihren höchsten Punkt erreichen. Derselbe bildet mit dem Epano Pyrgos (1116 m), Megan Oros (1012 m) und Hag. Ilias (1012 m) ein zentrales Hochland, das aus dichten oder kristallinischen Kalksteinen besteht. Die Südküste wird durch eine Reihe freundlicher Buchten charakterisiert. Das Wegenetz auf L. befindet sich erst in seinen Anfängen. Die Steilheit der Gehänge erschwert überdies den Anbau, der sonst hier mit günstigern Bedingungen zu rechnen hat als auf Kephalonia, indem das ausgedehnte Auftreten von Mergel und Sandsteinen einen größern Wasserreichtum bedingt. Die thonigen Böden zahlreicher im Winter überschwemmter Kesselthäler und die alluvialen Niederungen der Süd- und Ostseite sind sogar von hoher Fruchtbarkeit. Erdbeben sind häufig, besonders auf der Ostküste. Was das Klima anlangt, so ist der Südabhang des zentralen Gebirgsstockes besonders reich an Niederschlägen; von ihm entspringt der einzige nie versiegende Bach der Insel, der von Vasiliki. In den zahlreichen Kesselthälern steigt die Sommerhitze bis zu 40° C., während es im Winter dort zu Eisbildung kommt. Die Stadt Levkas hat eine Sommertemperatur von 26-32° C., eine Wintertemperatur von 5-15° C. Das winterliche Minimum aber liegt öfters unter dem Gefrierpunkt; die Lagune trägt alle paar Jahre eine größere Eisdecke. Das höchste Gebirge ist oft wochenlang in Schnee gehüllt. Der Anbau hat in dem letzten halben Jahrhundert ansehnliche Fortschritte gemacht. Orangen werden nur vereinzelt angebaut; der Ölbaum findet sich besonders im Nordosten und Südosten. Die wichtigsten Kulturpflanzen aber sind Korinthen und Wein; der dunkle Rotwein von L. geht besonders nach Frankreich. Auch der Getreide- und Maisbau ist nicht unbedeutend, deckt aber den Bedarf nicht ganz. Groß ist der Bestand an Ziegen und Schafen (1860 zusammen 55,600 Stück). Der Wald ist fast ganz verschwunden. Die Bevölkerung hat sich seit 1765 um 96 Proz. vermehrt; der Zuwachs entfällt besonders auf den Westen und die Umgebung des großen Kesselthals Livadi. Im ganzen zählte L. 1879 auf 286,7 qkm 21,988 Einw., also 77 pro Quadratkilometer; die Aussichten auf eine fortgesetzt günstige Entwickelung der Insel sind nach Partsch entschieden günstig.

Leukoplasten, s. Blütenfarbstoffe.

Leutz, Ferdinand, badischer Schulmann und pädagog. Schriftsteller, geb. 4. Sept. 1830 zu Eberbach am Neckar, studierte 1850-54 in Heidelberg Theologie und Philologie, war darauf Leiter der höhern Bürgerschulen zu Rheinbischofsheim (bis 1859) und Emmendingen (bis 1864), dann bis 1866 Kreisschulrat in Heidelberg und ist seitdem Direktor des Schullehrerseminars zu Karlsruhe. L. veröffentlichte in den Jahresprogrammen dieser Anstalt wie in verschiedenen Zeitschriften eine größere Anzahl wertvoller methodischer Arbeiten, besonders über den Religionsunterricht; außerdem: »Pflanzenkunde nebst Flora von Baden« (7. Aufl., Heidelb. 1888); »Lehrbuch der Erziehung und des Unterrichts mit besonderer Berücksichtigung der Psychologie« (2. Aufl., Tauberbischofsheim 1887-88, 3 Bde.).

Leva, Giuseppe de, ital. Geschichtsschreiber, geb. 1821 zu Zara in Dalmatien, studierte in Wien und Padua die Rechte und Philosophie und wurde Professor in Padua. Er schrieb: »Della vita e delle opere del cardinal G. Contarini«; »Di Giulio della Rovere da Milano«; »Giovanni Grimani, patriarch di Aquileia« (1881) u. a. Sein Hauptwerk ist die von der Akademie der Lincei preisgekrönte »Storia documentata di Carlo V in correlazione all' Italia« (Venedig 1863-81, 4 Bde.).

Levasseur (spr. löwassör), Emile, franz. Nationalökonom und Statistiker, geb. 8. Dez. 1828 zu Paris, studierte am Collège Bourbon, war 1852-54 Professor am Lyceum zu Alençon, dann zu Besançon, seit 1856 zu Paris am Lycée Napoléon u. wurde 1868 zum Mitglied der Akademie gewählt. Er nahm lebhaften Anteil an den internationalen Kongressen für Statistik und Geographie und ist Mitbegründer der französischen Handelsgeographischen Gesellschaft. Von seinen zahlreichen Schriften erwähnen wir: »Recher-^[folgende Seite]