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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Sägedach; Saint-Bon; Saké; Salamander; Salipyrīn; Salis-Soglio; Salm; Saloniki; Salvador

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Sägedach - Salvador.

gemeine Wahlrecht, durchgesetzt, dabei aber die Eifersucht und Nebenbuhlerschaft andrer liberaler Politiker sich zugezogen hatte.

Sägedach, s. Dach.

Saint-Bon (spr. ssäng-bóng), Graf, ital. Admiral, s. San Bon.

Saké, Reisbier, welches in Japan allgemein und in solcher Menge dargestellt wird, daß dieser Industriezweig einen Steuerertrag von 43 Mill. Mk. liefert. Das Bier ist hellgelb, von angenehmem Geruch, spez. Gew. 0,99, mit einem Alkoholgehalt von 15 Proz.; es wird nur in der kalten Jahreszeit, vom September bis Februar, dargestellt, um ungünstige Gärungen zu verhindern. Zur Darstellung des S. wird feinster Reis in eisernen Kesseln mit einer zum Erweichen eben ausreichenden Menge Wasser ohne Umrühren gekocht, damit die Körner ihre Form behalten. Nach dem Erkalten bringt man die Masse in die sogen. Kojikammer, welche innen mit Stroh, außen mit Lehm bekleidet ist, um eine möglichst gleichmäßige Temperatur zu erzielen, und mengt sie mit Moyaschi, einer Hefe, welche in zwei Tagen das Stärkemehl des Reises in Traubenzucker verwandelt. Dies Präparat, Koji, wird mit frisch gekochtem Reis und Wasser zu einem dünnen Brei angerührt und die Masse in der Weise erwärmt, daß man alle Tage mit warmem Wasser gefüllte geschlossene Gefäße hineinhängt. Nach 1-2 Tagen tritt alkoholische Gärung ein, welche in 30-40 Tagen vollendet ist. Während der Gärung darf die Temperatur 37° nicht überschreiten. Die gegorne Maische, Motoh, enthält ca. 10 Proz. Alkohol, sie wird mit frisch gekochtem Reis, Koji und Wasser gemischt und ohne weitere Erwärmung 8-10 Tage abermaliger Gärung überlassen. Man gießt die Flüssigkeit nunmehr durch starke baumwollene Säcke, preßt den Rückstand aus und überläßt die Flüssigkeit der Ruhe. Sobald sie sich vollständig geklärt hat, wird sie in eisernen Kesseln über direktem Feuer auf 44° erwärmt, wobei sie sich weiniggelb oder schwach gelblichbraun färbt. Das S. gelangt in Holzgefäßen in den Handel. Die Preßrückstände bilden eine weiße, stark alkoholisch riechende Masse und sind in Japan seit Jahrhunderten das einzige Rohmaterial für die Essigfabrikation.

Salamander, Giftigkeit, s. Hautgifte.

Salipyrīn C11H12N2O.C7H6O3 ^[C_{11}H_{12}N_{2}O.C_{7}H_{6}O_{3}], salicylsaures Antipyrin, aus Salicylsäure und Antipyrin erhalten, ist ein farb- und geruchloses kristallinisches Pulver, schmeckt nicht unangenehm, herb säuerlich, ist sehr schwer löslich in Wasser, leicht löslich in Alkohol und Benzol, schmilzt bei 91,5°. Es wirkt stark antiseptisch, bei fieberhaften Krankheiten, akutem und chronischem Gelenkrheumatismus wie Antipyrin und Salicylsäure, doch ist bei seiner Anwendung Vorsicht geboten, da es in gewissen Fällen höchst beunruhigende Symptome hervorbringt.

Salis-Soglio (spr. -ssolljo), Daniel, Freiherr von, General-Genieinspektor der österreichisch-ungar. Armee, geb. 19. Febr. 1826 zu Chur (Graubünden), Sohn des eidgenössischen Obersten Emanuel Freiherr v. S. (gest. 1863), absolvierte die Ingenieurakademie und wurde 1845 Leutnant, 1848 Oberleutnant, 1849 Hauptmann. Den Feldzug 1859 in Italien machte er, der Feld-Genieinspektion der zweiten Armee zugeteilt, mit Auszeichnung mit. 1860 wurde S. Major, nahm 1864 als Geniechef des 2. österreichischen Korps an dem Feldzug gegen Dänemark teil und avancierte zum Oberstleutnant. In demselben Jahre wurde S. Geniedirektor in Graz. 1866 war er Festungskommandant von Rovigo und wurde 1867 zum Befestigungsbaudirektor in Südtirol und in demselben Jahre zum Obersten im Geniestab ernannt. 1871 in gleicher Eigenschaft nach Przemysl versetzt, 1873 Geniechef beim Generalkommando in Lemberg, 1874 Generalmajor, 1876 Präsident des technischen und administrativen Militärkomitees, 1879 Feldmarschallleutnant. 1880 wurde S. zum General-Genieinspektor ernannt und 1. Mai 1889 zum Feldzeugmeister befördert. S. ist seit März 1891 Inhaber des Infanterieregiments Nr. 76. Vgl. Nik. v. Salis-Soglio (Benediktiner aus der Beuroner Kongregation), Die Familie v. Salis (Lindau 1890).

Salm. Fürst Hugo Karl zu S.-Reifferscheidt-Krautheim-Raitz (geb. 15. Sept. 1803), starb 18. April 1888. Ihm folgte als Haupt der Linie Fürst Hugo (geb. 9. Nov. 1832), verfassungstreue Mitglied des österreichischen Herrenhauses, der auch schon 12. Mai 1890 zu Wien starb. Haupt der Linie wurde nun Fürst Hugo (geb. 2. Dez. 1863).

Saloniki, dessen Einwohnerzahl auf 121,600 angegeben wird (davon 11,000 Slawen, 14,000 Griechen, 25,000 Türken, 6000 Muhadschirs oder Flüchtlinge, 3300 Franken, 1700 Zinzaren und Albanesen und 60,600 Juden, wovon 5000 mohammedanische), wurde 4. Sept. 1890 durch einen gewaltigen Brand heimgesucht, durch welchen an 20,000 Menschen, meist Juden, obdachlos geworden und gänzlich verarmt sind. Unter anderm brannten das europäische Viertel mit dem britischen und dem griechischen Konsulat, das griechische Krankenhaus, die Sophienmoschee, die byzantinische Kirche mit dem Regierungsarchiv, die Metropolitankirche und 7 Synagogen nieder. Im Hafen von S. liefen 1889: 4493 Schiffe von 702,843 Ton. ein. Die Zahl der Dampfer hat sich, seitdem 2 britische und eine griechische Linie nicht mehr S. anlaufen, von 778 auf 642 vermindert, ihr Tonnengehalt jedoch von 600,714 auf 633,115 gehoben.

Salvador (Geschichte). Unter der Regierung des Präsidenten General Francisco Menendez, der 1885 nach dem Sturze des Präsidenten Zaldivar sein Amt angetreten hatte und ehrlich und unbestechlich war, blühte das Land auf; Schulden wurden abgezahlt, Eisenbahnen erbaut, Schulen errichtet etc. Doch wollte sich Menendez durchaus wieder zum Präsidenten wählen lassen. Dadurch reizte er seine ehrgeizigen Nebenbuhler aufs äußerste, und er wurde 22. Juni 1890, als er gerade mit einem Ball und Festmahl die Erinnerung an seinen Sieg vor fünf Jahren feierte, durch eine Empörung des Generals Carlos Ezeta gestürzt. Dessen General Marcial drang in den Saal, wurde zwar bei dem nun ausbrechenden Kampfe erschossen, seine Soldaten siegten aber, und Menendez erlag während dieser Vorfälle einem Gehirnschlag. Ezeta übernahm darauf die militärische Diktatur. Dieser gewaltsame Regierungswechsel in S. veranlaßte die übrigen Republiken Mittelamerikas zu einer Einmischung. Guatemala, Honduras, Costarica und Nicaragua schlossen 19. Juli ein Bündnis, in welchem sie den Rücktritt Ezetas und die Wiederherstellung des verfassungsmäßigen Zustandes in S., wie er vor 22. Juni gewesen, für notwendig erklärten und S. zu einer Vereinigung der fünf Republiken aufforderten. Guatemala zog sofort einige Streitkräfte an der Grenze von S. zusammen. Ezeta weigerte sich, das Verlangen der Nachbarrepubliken zu erfüllen, da es die Selbständigkeit Salvadors gefährde, und es kam zu einigen Gefechten zwischen den Truppen von S. und Guatemala im Grenzgebiet, in welchen beide Teile glänzende Siege erfochten zu haben sich rühmten. Während derselben versuchte in S. General Rivas