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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Zoepffel; Zôr; Zsigmondy; Zuckerruhr; Zuluorden; Zumpt; Zusagescheine

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Zoepffel - Zusagescheine.

Fauna. Weitere französische Stationen an der französischen Mittelmeerküste sind Marseille unter der Leitung von Professor Marion und Villafranca bei Nizza unter der Leitung von Fol und Barrois. In Villafranca besitzt auch Rußland seit 1888 eine kleinere zoologische Station, welche vom russischen Marineministerium eingerichtet wurde und unter der Leitung von Korotnew steht. In Rapallo unweit Genua ist durch Camerano, Perocca und Rosa 1889 eine kleine zoologische Station eingerichtet worden, die mit der Universität Turin in enger Beziehung steht. Im Mittelmeer findet sich ferner die berühmteste aller zoologischen Stationen, die Station zu Neapel, die, was Reichtum der Mittel, Höhe der wissenschaftlichen Leistungen und Eigenartigkeit der Organisation anlangt, allen andern zoologischen Stationen vorangeht. Von Anton Dohrn (s. d., Bd. 5) 1870 aus eignen Mitteln mit großen Kosten gegründet, werden die auf ungefähr 80,000 Mk. pro Jahr sich belaufenden Unterhaltungskosten teils durch die Einnahmen, teils durch regelmäßige Zuschüsse mehrerer Staaten und wissenschaftlicher Gesellschaften gedeckt, die sich dadurch das Recht auf einen oder mehrere Arbeitsplätze (Tische) erkaufen, um diese dann an ihre Landesangehörigen zu vergeben. Es sind dies Italien mit 4 Tischen, Preußen mit 3, Rußland mit 2, Bayern, Baden, Württemberg, Hessen, Hamburg, Belgien, die Schweiz, Holland, Ungarn, die Universitäten von Straßburg und Cambridge, die Akademie der Wissenschaften zu Berlin und die englische Naturforschende Gesellschaft mit je 1 Tisch; außerdem leistet das Deutsche Reich einen größern Beitrag, und außerordentliche Ausgaben, wie zur Anschaffung von Dampfern, sind durch große Einzelbeiträge wissenschaftlicher Korporationen ermöglicht worden. Die eignen Einnahmequellen sind in der Hauptsache das dem Besuch geöffnete Aquarium und der Verkauf der von der Station herausgegebenen Schriften. Neben dem internationalen Charakter ist für die Station von Neapel ihre völlige Unabhängigkeit von irgend einem andern wissenschaftlichen Institut bezeichnend. In Triest besitzt Österreich eine bedeutende zoologische Station, die ebenfalls wie Neapel rein wissenschaftliche Zwecke verfolgt; sie ist abhängig von der Universität in Wien. An der afrikanischen Küste des Mittelmeers findet sich eine kleine zoologische Station an der Spitze des Hafendammes von Algier, die 1889 vollendet wurde und unter der Leitung von Professor Vignier steht.

Im Schwarzen Meer befindet sich eine von der russischen Regierung errichtete zoologische Station in Sebastopol, welche von der Universität in Odessa aus verwaltet wird.

Amerika besitzt an seiner atlantischen Küste nicht weniger als fünf Stationen, an der Küste des Großen Ozeans dagegen gar keine. Zur bekannten John Hopkins' Universität gehört das nur im Sommer geöffnete Laboratorium zu Beaufort in Nordcarolina, gewöhnlich als Chesapeake Zoological Laboratory bezeichnet. Eine Station zu Newport, Rhode-Island, welche bereits große Bedeutung für die zoologische Forschung gewonnen hat, ist Eigentum von Professor Al. Agassiz und steht demgemäß mit dem Harvard College in Cambrigde (Massachusetts) in Verbindung. Die sehr thätige United States Fish Commission besitzt seit 1888 ein Laboratorium zu Woods Hall (Massachusetts); kleinere Anstalten sind noch die Stationen zu Annisquarm (Massachusetts) und Cottage City (Massachusetts).

Im Indischen Ozean besteht seit 1887 eine zwar kleine, aber für wissenschaftliche Forschungen sehr bedeutungsvolle zoologische Station in Batavia auf Java, welche mit Unterstützung der Naturforschenden Gesellschaft von Niederländisch-Indien von Sluiter in Batavia eingerichtet worden ist. Es ist dies die erste zoologische Station in den Tropen.

Der Große Ozean besitzt bis jetzt eine 1888 eröffnete Station zu Misaki in Japan. Die von der kaiserlich japanischen Regierung errichtete Station liegt an der westlichen Seite der Einfahrt der Bai von Tokio und steht mit der Universität in Tokio in Verbindung. Jeder Student der Zoologie zu Tokio hat ein Trimester in Misaki zuzubringen.

II. Lakustrische Stationen. Die erste lakustrische Station ist 1888 in Böhmen errichtet worden und ist im Besitz des Komitees für Landesdurchforschung von Böhmen, welchem sie von Baron Bela Dertscheni zum Geschenk gemacht wurde. Sie ist zerlegbar und transportabel und soll ermöglichen, im Laufe der Jahre die böhmischen Seen zoologisch zu erforschen. In Deutschland kommt 1891 eine lakustrische Station am Plöner See in Ostholstein zur Eröffnung, deren Gründung der Initiative von Zacharias zu danken ist und durch Privatbeiträge sowie Subvention der preußischen Regierung und gelehrter Gesellschaften ermöglicht wurde.

Zoepffel, Richard, protest. Theolog (s. Bd. 17), starb 7. Jan. 1891 in Straßburg.

Zôr, asiatisch-türk. Provinz, s. Sôr.

Zsigmondy (spr. schigg-), Emil, Alpenforscher, geb. 11. Aug. 1861 zu Wien, wo er Medizin studierte, erwarb 1884 den Doktorgrad und wurde nach einer größern wissenschaftlichen Studienreise in die Hauptstädte Europas im Juli 1885 als Operateur in der chirurgischen Klinik des Professors Albert angestellt; doch fand er schon kurze Zeit darauf, 6. Aug. d. J., bei einer Besteigung des Meije im Dauphiné seinen Tod. Er unternahm seit 1874 (zum Teil mit seinem Bruder Otto Z.) viele Wanderungen und Besteigungen (darunter beinahe 100 Gipfel über 3000 m) im ganzen Gebiete der Alpen von Hochschwab bis zum Dauphiné. Seine Beobachtungen über die Natur der Alpenwelt faßte er zusammen in dem Buche: »Die Gefahren der Alpen« (Leipz. 1885, 2. Aufl. 1886); eine Auswahl seiner Aufsätze über die von ihm unternommenen Bergfahrten mit einem Verzeichnis der letztern und Bildern von Compton gab K. Schulz heraus unter dem Titel: »Im Hochgebirge« (Leipz. 1890).

Zuckerruhr, s. Innere Medizin, S. 443.

Zuluorden, gestiftet von Dini Zulu, König des Zululandes, in zwei Klassen: Rhinozeros- und Krokodilorden, zur Belohnung von um den Staat und den König verdienten Männern. Der Avers der Medaille zeigt einen heraldischen Wappenschild, eingefaßt rechts von einer Fächerpalme, links von einer Kaffeepflanze; in dem darauf liegenden Zuluschild sieht man oben einen Sekretärvogel mit einer Schlange im Schnabel, in der Mitte acht Rhomben und unten bei der ersten Klasse ein Rhinozeros, bei der zweiten ein Krokodil. Aus dem Schild stehen acht Assagais hervor. Das Ganze krönt eine Ananas mit zwei Straußenfedern und einer Häuptlingsspange.

Zumpt, August Wilhelm, Philolog. Eine von ihm hinterlassene Darstellung der römischen Geschichte von Cäsars Tod bis zur Alleinherrschaft des Augustus kam als 7. und 8. Band der »Römischen Geschichte« von W. Ihne (s. d.) zum Druck (Leipz. 1890).

Zusagescheine, die bei der Emission von Staatspapieren und Aktien auf den Namen des Subskribenten ausgestellten Zeichnungsscheine.