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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Broch - Brücke

östlich von Gubuluwajo, dann nordwärts durch Banyailand in die Thäler zwischen den Isimuntebergen und den Madschabihügeln zum Umsulifluß und von da in nordwestlicher Richtung nach Mount Hampden (17° 40' südl. Br. und 31° 20' östl. L. v. Gr.) angelegt, wo in der Nähe der Quellen des Makubisi, eines Nebenflusses des Ganjana, das Hauptquartier der Gesellschaft errichtet wurde. Die vornehmsten Goldgruben sind jetzt die an der Vereinigung der Flüsse Simbo und Umsuli; andre Goldfelder befinden fich an den Ufern der Flüsse Sabakwe, Morose, eines Nebenflusses des Masu, und des Umswasi, wo man überall auf alte Goldgruben traf. Die Gesellschaft, welche bereits die nach ihrer Vollendung von der Regierung der Kapkolonie übernommene Eisenbahn Kimberley-Vrijburg erbaut hat, setzt diese jetzt nach dem 150 km nördlicher liegenden Mafeking fort und beabsichtigt, auch im Matabele- und Maschonaland Schienenwege anzulegen. Auch ist bereits von Mafeking aus ein 600 km umfassendes Telegraphennetz fertig gestellt. Doch erscheint als der natürliche Hafen für das Gebiet die Masanganibucht nördlich von Sofala, in welche der auf 110 km vom Meere aus schiffbare Pungwe mündet, wodurch der Verkehr auf der 400 km betragenden Entfernung der Goldfelder von der Küste eine erhebliche Erleichterung erfahren würde. Die Gesellschaft, an deren Spitze die Herzöge von Abercorn und Fife stehen, unterhält eine berittene Polizeitruppe von 300 Mann und verfügt über ein Kapital von 1 Mill. Pfd. Sterl. Der Freibrief, welchen die Gesellschaft 1889 von der englischen Regierung erhielt, erteilt ihr volle Selbständigkeit der Verwaltung und der politischen Thätigkeit den eingebornen Fürsten gegenüber, jedoch unter Kontrolle der englischen Regierung. Die Gesellschaft hat bereits eigne Postwertzeichen und Steuerstempel im Werte von 1 Schilling bis 10 Pfd. Sterl. anfertigen lassen. Die vornehmsten Handelsplätze sind Gubuluwajo, Tati, Emhlangen, Umbanjin, Hopefountain, Happy Valley und Inschangana. Außer Mount Hampden, wo ein politischer Agent und ein Ziviladminisirator stationiert sind, hat die Gesellschaft eine zweite Hauptstation am Macloutse, und an der Straße zwischen diesen beiden Plätzen sind vier Forts (Toli, Victoria, Charter und Salisbury) errichtet. Durch ihre nach andern Gegenden ausgesandten Expeditionen hat die Gesellschaft bereits mehrere Konzessionen erlangt, darunter als wichtigste einen Vertrag mit dem Reiche der Varotse oder Mambunda. Englische Missionsstationen sind in Tati, Gubuluwajo und Inyati errichtet worden.

Broch, Ole Jakob, Mathematiker u. Staatsmann, geb. 14. Jan. 1818 zu Frederikstad in Norwegen, studierte seit 1835 in Christiania Mathematik, seit 1840 in Paris unter Cauchy und Babinet, in Berlin und Königsberg unter Jacobi, Richelot und Neumann, war 1844-46 Mitarbeiter an Doves "Repertorium der Physik", in welchem er verschiedene mathematische Arbeiten über Wellenbewegung, Verbreitung des Lichtes, Polarisation veröffentlichte, wurde 1848 Professor an der Kriegsschule und 1850 an der Universität in Christiania und beschäftigte sich auch vielfach mit nationalökonomischen und statistischen Studien. Nachdem er 1859 in das Storthing gewählt worden, war er eine Zeitlang Minister der Marine und der Post und vertrat seitdem sein Vaterland auf verschiedenen internationalen Kongressen, war Präsident der norwegischen Kommission bei den Weltausstellungen von 1867 und 1878 und schrieb bei Gelegenheit der Hygieneausstellung in Brüssel das Werk "Kongeriget Norge og det norske Folk" (Christ. 1876, 2. Aufl. 1878; auch französisch). 1875 wurde er Mitglied der internationalen Kommission in Paris, der die Überwachung des internationalen Bureaus der Maße und Gewichte obliegt, und seit 1880 stand er als Direktor an der Spitze dieses Instituts. Er starb 5. Febr. 1889 in Christiania.

Brociner, Marco, Schriftsteller, geb. 2. Dez. 1853 zu Jaffy, studierte in Leipzig, München, Berlin, Heidelberg Staatswissenschaften, erwarb sich in Heidelberg den Doktorhut, wurde, in die Heimat zurückgekehrt, Redakteur des "Bukarester Tageblattes" und trat 1888 in die Redaktion des neugegründeten "Wiener Tagblattes" ein, wo er sich bald mit seinen heitern und ernsten Feuilletonerzählungen bemerkbar machte. Diese sind gesammelt erschienen unter den Titeln: "Aus der Tragikomödie des Lebens" (Stuttg. 1890) und "Doktor Hamlet und anderes. Deutsche und rumänische Geschichten" (das. 1891). Seinen Ruf gründete er sich mit dem rumänischen Sittenroman Jonel Fortunat" (Stuttg. 1889, 2 Bde), den er in Gemeinschaft mit Ludwig Ganghofer zum Trauerspiel "Die Hochzeit von Valeni" (2. Aufl., das. 1891) dramatisierte. Seinen zweiten Roman aus Rumänien: "Radu Gleva" (Dresd. 1891), bearbeitete er (allein) gleichfalls zu einem Drama: "Die Sündflut".

Broglio, Emilio, ital. Schriftsteller u. Staatsmann, starb im Februar 1892 in Rom.

Bronsart von Schellendorff, 2) Paul, preuß. General und Kommandeur des 1. Armeekorps, ehemaliger Kriegsminister, starb 25. Juni 1891 auf seinem Landgut Schettnienen bei Braunsberg; kurz zuvor hatte er "Betrachtungen über eine zeitgemäße Fechtweise der Infanterie" (Berl. 1891) veröffentlicht.

Bronzen, prähistorische, Zusammensetzung, s. Anthropologenkongreß, S. 30.

Brot, Verfälschung, s. Naturforschergesellschaftschaft.

Bruat-Expedition, s. Maritime wissenschaftliche Expeditionen.

Brücke. Das große Unglück, welches 14. Juni 1891 infolge Zusammenbruchs des eisernen Überbaues der 41 m im Lichten weiten Birsbrücke der Jura-Simplon-Eisenbahn bei Mönchenstein einen ungewöhnlich schweren Personenzug betroffen hat, ist Veranlassung dazu gewesen, daß in neuerer Zeit mehr als je die Frage über die Sicherheit eiserner Brücken und die Maßregeln zur Vorbeugung von Unglücksfällen im Vordergründe steht. Innerhalb Deutschlands und Österreichs hat man diese Frage in Fachkreisen schon seit einer Reihe von Jahren mit vollem Ernst behandelt. Die hauptsächlichste Anregung hierzu hat der Verband deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine gegeben, dessen Referent Fritzsche als Vertreter des Sächsischen Ingenieur- und Architekten-Vereins seinem ersten Referat über mutmaßliche Dauer von Eisenkonstruktionen vom 23. Sept. 1874 (s. "Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens", Jahrgang 1875, S. 35) den Satz beifügte: "Aber auch andre Kräfte machen sich geltend und legen dem Ingenieur die Verpflichtung auf, deren Wirkungen zu erforschen, um nicht unvorbereitet zu sein, wenn nach Verlauf von 50-100 Jahren die alten Eisenkonstruktionen beginnen sollten, öfter Brüche zu zeigen, als wir dies jetzt ahnen." Staatsregierungen, Eisenbahngesellschaften, Provinzial- und Stadtverwaltungen sind nach dem Vorgang der königlich sächsischen Staatseisenbahnverwaltung im J. 1877 auf spätere Anträge des Verbandsvorstandes mit großer Bereitwilligkeit dazu übergegangen, ihre eisernen Eisenbahn- und Straßen-^[folgende Seite]