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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Feustel - Fiedler
In Dänemark bestehen eine Anzahl sehr guter Feuerversicherungsgesellschaften, wovon uns nur die Daten von 4 größern bekannt sind; außer diesen bestehen mehrere kleinere Gegenseitigkeitsanstalten, worunter die Kopenhagener städtische mit 240 Mill.
Kronen Versicherungssumme die weitaus größte ist.
Die Ergebnisse der Hauptanstalten waren 1889 (in Tausenden Kronen):
Versich.-Summe
Prämien
Schäden
Allgemeine Vrandversichermlg für
Landgebälide....... 1526043 2326 2217
Kjobenhavnske....... 88412^ j
Kgl. Octr. Almind. B. A. .. .. 200199^! 716 j 295
Nye Danske........ 137206)^ j
Aus Schweden sind nur die Resultate der 5 Aktiengesellschaften bekannt, während der Geschäftsumfang bei den Wechselseitigen nicht zu haben ist; die5 Aktiengesellschaften Skandia (Stockholm), Svea (Gotenburg), Skäne (Malmö), Fenix (Stockholm) und Norrland (Sundsvall) haben 1890: 11,261,892 Kr. für Prämien eingenommen und 6,530,930 Kr. für Schäden bezahlt. 14 ausländische Gesellschaften erzielten 1889: 896,104 Kr. an Prämien, denen 464,156 Kr. an Schäden gegenüberstehen.
^Vereinigte Staaten von Nordamerikas Die Zahl der in den Vereinigten Staaten existierenden Feuerversicherungsgesellschaften ist eine abnorm große; bekannt find uns aus dem Berichte des New Jorker Versicherungsamtes jene, die im Staate New Jork thätig sind, und das dürften so ziemlich alle größern amerikanischen Gesellschaften fein. Dieselben weisen für 1890 aus (in Tausenden Dollars):
Versichernngs- Prämien- , -,...
summe Einnahme ^"den
50 New Yorker Kompanien 5057 880 28263 15875
74 Vereinigte Staaten-Ges. 5381291 45601 2481?
24 ausländische Ges.i .. .. 4659590 32865 17 763
Zusammen 1890: 15098 769
1889: 13678 732
1888: 13100 701
1887: 12237343
106729 58455
98 738 63228
96581 57576
93372 57966
i Amerikanischer Bestand.
Bezüglich der übrigen Länder der Erde stehen uns keine Daten zur Verfügung; es bestehen jedoch in Australien, in Südamerika und Kanada Feuerversicherungsgesellschaften in ausreichendem Maße.
Feuftel, Friedrich von, deutscher Politiker, geb.
21. Jan. 1824 zu Egern am Tegernsee, widmete sich dem Kaufmannsstand und wurde V ankier in Baireuth, wo er in städtischen Ämtern und als Mitglied der Handelskammer in gemeinnützigem Sinn segensreich wirkte. 1863 - 69 war er Mitglied des bayrischen Abgeordnetenhauses und übte als einer der Führer der liberalen Mittelpartei bei der Sozialgesetzgebung und in allen Finanzfragen einen maßgebenden Einfluß aus. Als Mitglied des Zollparlaments und seit 1877 des deutschen Reichstags gehörte er der nationalliöcralen Partei an. Auch um das Zustandekommen des Wagner-Unternehmens in Baireuth erwarb er sich große Verdienste. Er starb 13. Okt. 1891 in Baireuth.
Fichte. Die Omorikafichte (?ic6tl Omoi'ic^ ^an<5.), ein hoher Baum mit graugrüner Benadeiung, geradem, verhältnismäßig dünnem, bis weit hinauf astlosem Stamm und eigentümlich schmaler, pyramidenförmiger Krone, findet sich in Europa auf sehr beschränktem Gebiet, nämlich in Serbien und Bosnien und im Rhodopegebirge bei Vellova in Südbulgarien. Auf Grund genauer, auch anatomischer
Untersuchungen glaubt Wettstein, daß dieser durch seine geringe Verbreitung höchst interessante Vaum einer m Ostasien und Westamerika heimischen Artenreihe angehöre, und daß er in dieser Reihe den mongolisch-japanischen Arten I>. ^Mi6N8i8 und ?.
(^Ikwiii am nächsten stehe. Unsrer gemeinen F. (?. 6xe6i8^) kommt die Omorikafichte im morphologischen Bau ihrer Organe häufig sehr nahe, auch zeigt sich in der anatomischen Struktur eine weitgehende'Übereinstimmung, so daß ein genetischer Zusammenhang beider Arten wahrscheinlich ist. Die Verbreitung der Omorikafichte über zwei wenige Stunden weite Gebiete im SO. Europas läßt sich auf zweierlei Weise erklären. Man kann annehmen, daß sie am Ort ihres heutigen Vorkommens aus einer verwandten Art, etwa der ?. ex^elsa, entstanden sei, oder daß sie früher weiter verbreitet gewesen und jetzt im Aussterben begriffen sei. Die erstere Annahme ist aus vielen Gründen unwahrscheinlich, für die zweite spricht die weite Verbreitung des Namens Omora und der Umstand, daß auch andre in Gesellschaft der Omorikafichte vorkommende Arten infolge irrationeller Waldwirtschaft in Serbien und Bosnien selten geworden sind; ferner auch das Vorkommen in zwei getrennten Gebieten, der Habitus oer Pflanze, welcher wenig lebenskräftig erscheint, und die auffallend geringe Zahl junger Pflanzen. Ist die Omorikafichte eine aussterbende Art, so erklärt sich auch ihre Verwandtschaft mit ostasiatischen Arten. Die tertiäre Flora Mitteleuropas, besonders die spättertiäre, zeigt bekanntlich deutliche Beziehungen zur gegenwärtigen ostasiatisch-nordamerikanischenundzurtertiären Flora
Ostasiens. Ferner fand Wettstein in der interglazialen Hättinger Breccie (Nordalpen) die Reste einer Fichtenform, welche der Omorikafichte auffallend ähnlich ist, und die I>. Nn^ioii der Vernsteinflora zeigt wieder die größte Ähnlichkeit mit der der Omorikafichte nahe verwandten ?. ^Mi6ii8i8 in Japan. Ganz analoge Verhältnisse wie die hier angedeuteten zeigen aber auch andre Pflanzen mit beschränktem Verbreitungsgebiet in Europa. Es scheint also erwiesen zu sein, daß die Omorikafichte einem Typus angehört, der zur Tertiärzeit in Mitteleuropa verbreitet war und von hier bis Ostasien und an die Westküste Nordamerikas sich erstreckt. Die bedeutenden klimatischen Veränderungen am Ende der Tertiärzeit bewirkten ein Aussterben des tertiären Typus inNord- und Mitteleuropa wie in Nord- und Mittelasien, und als Neste finden sich heute die Omorikafichte in Südosteuropa, ?. ^'lni6ii8i8 in Ostasien, ?. 8itka6N8i8 im westlichen Nordamerika. In der Eiszeit wurde die Vegetation der Alpen auf die Ränder des Gebirges zurückgedrängt, und die Omorikafichte mag sich damals in einem Gebirgsstreifen vom Ostabhang der Alpen bis in die Balkanhalbinsel hinein erhalten haben. Nach der ersten Eiszeit mag sie wieder in die Alpen eingerückt sein, um bei der abermaligen Vergletscherung definitiv auszusterben und einer andern, an die neuen Verhältnisse besser angepaßten Art, der ?.6xe6i8c^, Platz zu machen, welche sich vielleicht schon früher aus ihr herausgebildet hatte. In dem oben bezeichneten Gebiet, östlich der Alpen, fand die Omorikafichte zum zweitenmal eine Zufluchtsstätte, in der sie aber durch die Thätigkeit der Menschen arg bedrängt wurde.
Fiedler, Heinrich, Mineralog und Pädagog, geb.
10. Febr. 1833 zu Neiße, studierte in Breslau Naturwissenschaft, war seit Ostern 1654 daselbst Lehrer am Realgymnasium zum Heiligen Geist und ist seit 1876 Direktor der Oberrealschule (früher Gewerbeschule),