Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Adschanta; Adschlun; Adschmir; Adschmir-Merwara; Adskribieren; Adsorption; Adstringentia

160

Adschanta - Adstringentia

zahlen ist. Wenn A in Leipzig an B in Berlin zu zahlen hat, einen Wechsel auf Berlin kaufen kann oder in Berlin Kredit oder zu fordern hat, auf Berlin zieht und seinem Gläubiger in Berlin den Wechsel remittiert, so ist der Wechsel direktes Papier und das Geschäft zwischen A und B a dirittura erledigt, ebenso wie wenn B in Berlin auf seinen Schuldner A in Leipzig zieht und den Wechsel begiebt. Nicht a dirittura wird das Geschäft erledigt, wenn A z. B. in Hamburg Kredit oder Forderung hat und nun entweder seinen Gläubiger B auf Hamburg ziehen läßt und dort Deckung schafft, oder selbst auf Hamburg zieht oder von Hamburg auf Berlin ziehen läßt und diese Rimesse seinem Gläubiger beschafft.

Weniger gebräuchlich ist der Ausdruck a dirittura für den Abschluß des Wechselgeschäfts ohne Makler, ohne Vermittler; im Transportverkehr für direkte Versendung nach dem Bestimmungsort.

Adschanta (Ajanta), engl. Adjunta geschrieben, kleiner verfallener Ort im Gebiete des Risam von Haidarabad in Britisch-Ostindien, am südl. Abhange des Passes, der über das die südl. Grenze der Provinz Khandesch bildende Gebirge führt. An der nördl. Abflachung dieses Passes, in der Richtung auf Khandesch, führt ein tiefer Hohlweg in das Innere des Gebirges zu einer ausgedehnten Gruppe voll Höhlentempeln, die künstlerisch am meisten vollendeten und am sorgsamsten ausgeführten von allen ähnlichen Bauwerken Indiens. Die 24 Klosterzellen und 5 Tempel sind sehr umfangreich und mit großer Mühe aus dem harten, anstehenden Amygdaloidfelsen des Gebirges ausgehauen. Die innern Wände sind mit Inschriften und in den lebhaftesten Farben prangenden, auf den Buddhismus bezüglichen Darstellungen, teils Hochreliefs, teils Freskobildern, bedeckt. Die Felsentempel sind nacheinander zwischen 200 v. Chr. und 600 n. Chr. entstanden. - Vgl. Burgeß, Notes on the Baudda Rocktemples of Ajanta, their paintings and sculptures (Bombay 1879).

Adschlun, heutiger Name des zwischen den Flüssen Jarmuk (s. d.) und Nahr ez-Zerka oder Jabbok (s. d.) liegenden Teiles vom Ostjordanlande, das durch Fruchtbarkeit und Schönheit sich auszeichnet. Die höchste Erhebung ist der Dschebel Hakart im Süden; die durchschnittliche Höhe des bald hügeligen, bald mehr ebenen Landes ist 5-600 m. Nur die kleinere nördl. Hälfte ist genauer bekannt. - Vgl. Schumacher, Northern 'Ajlùn (Lond. 1890); Selah Merrill, East of the Jordan (ebd. 1881).

Adschmir, Adschmer, engl. Ajmere oder Ajmeer, die alte und berühmte Hauptstadt der brit. Enklave Adschmir-Merwara (s. d.) in Radschputana, Ostindien, unter 26° 27 1/6' nördl. Br. und 74° 44' östl.L., am untern Abhänge des Taragarh-Berges (s. d., 870 m) und an der Eisenbahn Bombay-Agra und durch eine Zweigbahn mit der Linie Bombay-Kalkutta verbunden, hatte (1881) 48 735 E., darunter 26 685 Hindu, 18 702 Mohammedaner, 2500 Dschain, ferner Christen, Parsi, Juden und Sikh; (1891) 68 843 E.; Post, Telegraphenamt und Dak-Bungalow (s. Bungalow), eine Stadtmauer mit 5 schönen Thoren und viele Heiligtümer; das wichtigste ist die Dargah, das Grab des mohammedanischen, auch von den Hindu verehrten Märtyrers Mu'in-ud-din Tschißti, schlechthin Chodscha-Sahib genannt (13. Jahrh.). Hierzu gehört u. a. eine verfallene Moschee, die Kaiser Akbar d. Gr. zum Dank für die von Chodscha-Sahib erflehte Geburt seines Erben Salim errichtete; ferner eine Moschee aus weißem Marmor von Schah Dschahan. Das Grab des Chodscha selbst ist ein quadratisches Gebäude mit Kuppel und einem silbernen Bogen als Eingang. Jährlich im März findet eine große Messe, "Aruß-Mela", statt. A., der Sitz eines "Commissioner", der die Provinz Adschmir-Merwara verwaltet und selbst unter dem polit. Agenten für Radschputana steht, wird durch unterirdische Leitungen vom nahen See Anaßagar mit Wasser versorgt und hat neben einigen Volks- und Missionsschulen zwei höhere Lehranstalten, deren eine (das Mayo College) die Akademie für den hohen Adel Radschputanas ist. Der Handel beruht hauptsächlich auf dem Transitverkehr Radschputanas und den Geldgeschäften der großen Bankhäuser der Sethfamilie mit den einheimischen Fürsten. Außerdem werden Salz, Baumwolle und Mohnsamen aus- und Manchesterwaren eingeführt. A. soll 145 n. Chr. vom Radscha Adscha gegründet worden sein. Von 685 an wechselte es öfters seinen Herrn, bis es 1559 von Kaiser Akbar dem Mogul-Reiche dauernd einverleibt und zu einer Lieblingsresidenz der Großmoguls wurde. 1756 fiel A. in die Hände der Mahratten, die es 1818 an die Engländer abtreten mußten.

Adschmir-Merwara, engl. Ajmere-Merwara, indobrit. Kommissariat der Präsidentschaft Bengalen (Enklave in Radschputana),zwischen 25°30' und 26°45' nördl. Br. und 73°53'und 75°22' östl. L., hat 7021 qkm, (1881) 460 722 E., darunter 376 029 Hindu, 57 809 Mohammedaner und 2225 Christen; (1891) 541 890 (287 940 männl., 253 950 weibl.) E. (S. Merwara.) Das Land ist teils flach, sandig und dürr, teils besteht es aus einem im Taragarh 870 m hohen, mit der Arawali-Kette zusammenhängenden, mineralreichen Berg- und Hügellande. Hauptfluß ist der Banas. An der Quelle des Saraswatibaches liegt die Stadt Puschkar (s. d.).

Adskribieren (lat.), zuschreiben, zueignen; davon Adskription, Zuschreibung, Zueignung; adscriptus glebae, ein der Scholle Zugeeigneter, dem Boden Anhaftender, Höriger.

Adsorption der Gase ist die Aufnahme von Gasen durch poröse Substanzen (Holzkohle, Platinschwamm u. s. w.) genannt worden zum Unterschiede von der eigentlichen Absorption (s. d.) derselben durch Flüssigkeiten.

Adstringentia (lat.), Adstringierende Mittel, in der Heilkunde diejenigen Mittel, welche die Gewebe dichter und fester, die Kanäle enger machen und die Absonderungen der betroffenen Teile vermindern. Diese Mittel gehen nämlich mit dem im Safte der Gewebe enthaltenen Eiweiß unlösliche Verbindungen ein und führen zu einer gewissen Schrumpfung des Gewebes; auch bewirken sie aus demselben Grunde eine Gerinnung des Blutes. Daher wendet man sie an, um übermäßige Absonderungen, z. B. der Schleimhäute, zu unterdrücken, wie beim Katarrh, bei Diarrhöen, um krankhaft gelockerte und leicht blutende Gewebe zu befestigen, wie bei Auflockerung des Zahnfleisches, um die Heilung von Geschwüren zu fördern, um der krankhaften Erweiterung der Blutgefäße bei beginnenden Entzündungen entgegenzuwirken, um Blutungen zu stillen u. s. w. Neben der Kälte, welche ähnlich wirkt, sind als Adstringentien sämtliche gerbsäurehaltige Mittel (Gerbsäure oder Tannin, Kino, Katechu, Ratanhawurzel, Abkochungen von Eichen-, Ulmen-, Weiden-und Chinarinde u.a.), ferner Alkohol, Alaun, essigsaures Blei, schwefelsaures Zink, schwefelsaures