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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Akademiestücke; Akademiker; Akademisch

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Akademiestücke - Akademisch

gehoben, 1808 neubegründet wurde, 1845 neue Statuten erhielt. Sie zerfällt in 3 Klassen: Naturwissenschaften, schöne Litteratur, moralische und polit. Wissenschaften. - Vgl. Mailly, Histoire de l'Académie des sciences de Bruxelles (2 Bde., Brüss. 1883).

X. In Dänemark: Det kongelige danske Videnskabernes Selskab, 1742 als private Gesellschaft gestiftet. 1743 königl. Institut, mit einer philos.-histor. und einer mathem.-naturwissenschaftlichen Klasse.

XI. Schweden besitzt zu Stockholm drei A.: 1) Kongliga Svenska Vetenskaps Akademien, 1739 von Graf Höpken und Linné begründet, 1820 neu eingerichtet. 2) Kongliga Svenska Vitterhets-Akademien, gestiftet 1753 zu Drottningholm, 1786 nach dem Muster der Pariser Akademie der Inschriften eingerichtet und nach Stockholm verlegt. 3) Svenska Akademien, 1786 zur Vervollkommnung der Landessprache gegründet. "Nova acta" läßt die Regia societas scientiarum zu Upsala seit 1773 erscheinen.

XII. In Norwegen bestehen: 1) Kongelige norske Videnskabernes Selskab zu Throndhjem, gestiftet 1760, 1767 zum königl. Institut erhoben, wirkt für die Pflege der Wissenschaften im allgemeinen, aber auch zum Besten der Landwirtschaft und Industrie. 2) Die Videnskabs-Selskab in Kristiania, seit 1857.

XIII. In Rußland wurde zu der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Petersburg von Peter d. Gr. der Plan entworfen und 1725 ausgeführt. Mt ihr wurde 1841 die 1783 von der Regierung gegründete Akademie für die russ. Sprache verbunden; letztere veröffentlichte ihre Arbeiten in russ., erstere in franz., lat. oder deutscher Sprache und in einem besondern Journale auch russisch. In Helsingfors besteht eine Societas scientiarum Fennica.

XIV. In Rumänien besteht eine Akademie zu Bukarest (Academia rômana); in Serbien zu Belgrad (Srpska Kraljevska Akademija); in Bulgarien eine Gelehrte Gesellschaft in Sofia.

XV. Der moslem. Orient hat zwei Institute, die den Namen Akademie beanspruchen: der Verein der Wissenschaften (Endschürmeni Dânisch) ward 1851 als Staatsanstalt zu Konstantinopel begründet, hat aber kein Lebenszeichen von sich gegeben. Das andere, von Said Pascha 1859 zu Alexandria begründete Institut Égyptien, giebt seit seiner Entstehung "Mémoires" und "Bulletins" heraus, deren neue Serie (seit 1880) sich durch Reichhaltigkeit auszeichnet.

XVI. Von außereurop. Ländern sind hervorzuheben: in Nordamerika, außer der Smithsonian Institution (s. d.), die American Philosophical Society zu Philadelphia (die älteste in Amerika, seit 1769), die American Academy of arts and sciences zu Boston (seit 1780), die Connecticut Academy of arts and sciences zu Newhaven (seit 1799) und das Columbia Institute zu Washington (seit 1821) unter Vorsitz des Präsidenten. Dazu ist März 1863 die nach einem großartigen und umfassenden Plane begründete National Academy of sciences als ein von der Union anerkanntes Institut getreten; es zerfällt in zwei Klassen, eine mathematisch-physikalische und eine naturgeschichtliche, deren jede sich wieder in mehrere Sektionen gliedert. Die Zahl der A. in den Vereinigten Staaten wächst jährlich. In Südamerika ist einzig die Akademie der Wissenschaften zu Rio de Janeiro von Bedeutung.

In den englisch-australischen Kolonien haben namentlich die Royal Societies in Victoria, Sydney, Melbourne, Hobart, ferner die Institute in Wellington und Adelaide eine beachtenswerte wissenschaftliche Thätigkeit entwickelt. Dies gilt auch von der schon seit 1781 zu Batavia bestehenden Genootschap van kunsten en wetenschappen, die sich besonders um die Kunde der Natur- und Völkerverhältnisse der süd- und ostasiat. Welt verdient gemacht hat.

A. werden ferner bestimmte höhere Fachschulen genannt, z. B. die Theologische und Philosophische Akademie zu Münster, das Lyceum Hosianum zu Braunsberg; die Bergakademien zu Freiberg, Clausthal und Berlin; die Kriegsakademien zu Berlin, München; die Militärakademien zu Wien, Budapest, Wiener-Neustadt u. s. w.; die Marineakademien zu Kiel, Fiume; die mediz.-chirurg. Akademie zu Berlin; die Forstakademien zu Tharandt, Eberswalde, Freiburg, Aschaffenburg u. s. w.; die Landwirtschaftlichen A. zu Proskau, Poppelsdorf, Hohenheim u. s. w.; die Handelsakademien zu Wien, Graz, Triest u. s. w. Den Sinn von Gymnasium hat das Wort in der Bezeichnung Ritterakademie. In England und Nordamerika ist Academy sowohl der Name von Unterrichtsanstalten, die etwa unsern deutschen Gymnasien und höhern Bürgerschulen entsprechen, als auch von höhern Fachschulen für Militärs und Seeleute. Zu letztern gehören in England die Naval Academy zu Portsmouth und die Royal Military Academy zu Woolwich, in den Vereinigten Staaten die Military Academy zu Westpoint. In Frankreich ist das Wort Akademie zur Bezeichnung von Unterrichtsanstalten nicht gebräuchlich; Akademie bedeutet hier die Gesamtheit des Lehrerpersonals jeder der 15 Bezirke, in die Frankreich seit 1871 in Bezug auf das Unterrichtswesen geteilt ist. In weiterer Übertragung versteht man unter A. auch Anstalten für den Unterricht in den verschiedenen Künsten und spricht von Theater-, Maler-, Bildhauer-, Zeichen- und Bauakademien (s. Kunstakademie und Bauschulen). Ebenso legen sich Gesellschaften den Namen Akademie bei, welche die Aufführung von Musikwerken bezwecken, wie die 1669 gegründete Académie nationale de musique zu Paris (die Große Oper daselbst), die Academy of ancient music in London, die Academies of music, oder Opernhäuser, die 1854 zu Neuyork und 1856 in Philadelphia errichtet wurden, die Sing-, Musik- und Philharmonischen A. namentlich in Deutschland. Bisweilen nehmen auch Institute für Reit-, Fecht-, Tanz- und Schwimmkunst, ja selbst der Schneider (z. B. in Berlin) und Kochkunst den Namen Akademie in Anspruch. In Frankreich führen endlich auch die Spielhäuser den Namen Akademie, weshalb Schriften, welche die Spiele und ihre Regeln behandeln, nicht selten den Titel "Académie de jeux" tragen.

Akademiestücke oder bloß Akademien nannte man auf den Kunstschulen Zeichnungen der Schüler.

Akademiker, Mitglied einer Akademie.

Akademisch heißt alles, was sich auf eine Akademie bezieht, wobei jedoch gewöhnlich unter Akademie nur die Universität verstanden wird. So nennt man akademische Bürger alle, die einer Universität angehören und unter deren Schutz und Gerichtsbarkeit stehen. Heute sind es nur die Professoren und Studenten selbst, früher rechnete man auch alle ehemaligen Studenten dazu, die am Orte der Universität lebten, ferner die Diener und die Geschäftsleute, die für die Universität arbeiteten. Die akademische Freiheit umfaßt jetzt wesentlich nur die Lehr- und Lernfreiheit, sowie die bevorzugte Stellung der Universitäten innerhalb der