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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Albrecht

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Albrecht (der Beherzte, Herzog von Sachsen) - Albrecht (von Scharfenberg)

zum Regenten von Braunschweig erwählt und übernahm 2. Nov. 1885 durch Patent die Regierung des Herzogtums. (S. Braunschweig, Herzogtum.) Am 25. Juni 1888 wurde A. zum Generalfeldmarschall und Inspecteur der 1. Armeeinspektion befördert. 1889 wurde das hannov. Füsilierregiment Nr. 73 nach ihm benannt. Nach dem Tode des Feldmarschalls Moltke erhielt A. 1891 das Präsidium der Landesverteidigungskommission. Er ist vermählt seit 19. April 1873 mit Prinzessin Marie, Tochter des Herzogs Ernst von Sachsen-Altenburg; dieser Ehe entsprossen drei Söhne: Friedrich Heinrich, geb. 15. Juli 1874, Joachim Albrecht, geb. 27. Sept. 1876, und Friedrich Wilhelm, geb. 12. Juli 1880.

Albrecht der Beherzte, Herzog von Sachsen, Stifter der Albertinischen Linie (s. d.), geb. 17. Juli 1443, war der jüngere Sohn des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen. Proben seines Mutes legte er schon als 12jähriger Knabe ab, als er 1455 nebst seinem Bruder Ernst durch Kunz von Kaufungen geraubt wurde (s. Prinzenraub). Am 11. Nov. 1459 ward zu Eger A.s Vermählung mit Zedena (Sidonie), der 9jährigen Tochter des hussit. Königs Georg Podiebrad von Böhmen, mit großer Pracht gefeiert, jedoch erst nach dem am 7. Sept. 1464 erfolgten Tode seines Vaters vollzogen. Seitdem regierte er mit seinem Bruder Ernst, der die Kurwürde erhielt, gemeinschaftlich. 1466 eroberten die Brüder Stadt und Schloß Plauen (s. Vogtland). Als ihnen nach dem Tode ihres Oheims Wilhelm III. 1482 auch noch die thüring. Stammländer als Erbschaft zufielen, führte solcher Länderzuwachs zur Teilung von Leipzig 26. Aug. 1485 und zur Trennung der Ernestinischen und Albertinischen Linie. A., dem nach altem Rechte als dem Jüngern die Wahl zustand, wählte dabei die sog. Meißener Portion. Er unterstützte 1475 als "Marschall und gewaltiger Bannerträger" den Kaiser Friedrich III. gegen Karl den Kühnen; 1476 unternahm er eine Pilgerfahrt nach Jerusalem. Nach seiner Rückkehr trat er als Vermittler zwischen dem Kaiser und Matthias Corvinus von Ungarn auf. Auch später führte er im Interesse des bedrängten Kaisers das Reichsheer gegen Corvinus, mußte aber aus Mangel an Mitteln den unvorteilhaften Vertrag von Markersdorf 1487 abschließen. Bald darauf eilte er nach den Niederlanden, um Maximilian I. zu befreien, der 1488 von den Bürgern zu Brügge gefangen genommen worden war. Er übernahm daselbst den Oberbefehl über das kaiserl. Heer und kämpfte nun mehrere Jahre mit den Niederländern. Auf dem Reichstage zu Freiburg i. Br. wurde ihm 1498 die Würde eines erblichen Gubernators und Potestaten von Friesland übertragen. A. starb 12. Sept. 1500 in Emden. In seiner zu Maastricht 1499 aufgesetzten letztwilligen Verfügung bestimmte er seinem ältesten Sohne Georg die Regierung in den meißnischen Landen, Heinrich die Erbstatthalterwürde von Friesland und begründete auf diese Weise in der Albertinischen Linie die Erbfolge nach dem Rechte der Erstgeburt. Am 8. Nov. 1876 wurde zu Meißen ein Denkmal A.s, Bronzestatue von Hultzsch und Bierling, enthüllt. - Vgl. Langenn, Herzog A. der Beherzte (Lpz. 1838); Sperling, Herzog A. der Beherzte als Gubernator Frieslands (ebd. 1892).

Albrecht (Albert) Kasimir, Herzog von Sachsen-Teschen, Sohn des Königs August III. von Polen, wurde zu Moritzburg bei Dresden 11. Juli 1738 geboren, erhielt infolge seiner Vermählung (8. April 1766) mit der Erzherzogin Christine (geb. 13. Mai 1742), Tochter Kaiser Franz' I. und der Maria Theresia, das Fürstentum Teschen im österr. Schlesien, war 1765-80 Statthalter in Ungarn und wurde 1780 Generalgouverneur in den österr. Niederlanden. Der Aufstand von 1789 nötigte ihn nach Wien zu gehen; doch bald nach der Unterdrückung desselben kehrte er nach Brüssel zurück. Im Kriege mit Frankreich befehligte er 1792 das Belagerungsheer vor Lille (21. Sept. bis 10. Okt.), mußte aber die Belagerung aufheben und bald darauf, nachdem er mit Beaulieu bei Jemappes 6. Nov. geschlagen war, Belgien räumen. Zu Anfang 1794 wurde A. zum Reichsfeldmarschall ernannt, zog sich jedoch 1795 zurück und lebte fortan in Wien, wo er 10. Febr. 1822 starb. Seiner Gemahlin, die 24. Juni 1798 kinderlos starb, und der er durch Canova in der Augustinerkirche zu Wien ein herrliches Denkmal setzen ließ, verdankt die Wiener Vorstadt Mariahilf eine prächtige Wasserleitung. Seine besonders an vielen Originalzeichnungen der ersten Meister und an Kupferstichen reiche Kunstsammlung, Albertina genannt, ging als Fideïkommiß an Erzherzog Karl, dann Erzherzog Albrecht, endlich Erzherzog Friedrich über. Förster hat "Lithographierte Kopien von Originalhandzeichnungen alter Meister aus der Sammlung des Erzherzogs Karl" (Wien 1830-42) veröffentlicht. Auch wurden Photographien der Zeichnungen von Jägermeyer ("Albrecht-Galerie", Bd. 1 u. 2 Wien 1863-66) und von A. Braun ("Albertina", Dornach) herausgegeben. - Vgl. Vivenot, Herzog A. von Sachsen-Teschen als Reichsfeldmarschall (2 Bde., Wien 1864-66); A. Wolf, Christine, Erzherzogin von Österreich (2 Bde., ebd. 1863); Schönbrunner, Die Albertina (ebd. 1887); Malcher, Herzog A. zu Sachsen-Teschen bis zu seinem Antritt der Statthalterschaft in Ungarn 1738-66 (ebd. 1894).

Albrecht, König von Schweden, zweiter Sohn von Albrecht I., Herzog von Mecklenburg, ward 15. Febr. 1364 zum Könige erwählt, nachdem sein Oheim Magnus II. Erikson und dessen Sohn und Mitregent Hakon von Norwegen der Regierung verlustig erklärt worden waren. Beider Widerstand gegen die Thronveränderung scheiterte 1365 in der für sie unglücklichen Schlacht bei Enköping, in der Magnus gefangen genommen wurde. Hakon, der nach Norwegen floh, wurde 1371 zu einem Frieden mit A. genötigt und mußte samt seinem Vater allen Thronansprüchen entsagen. A. hatte aber nur durch große Zugeständnisse an den Reichsrat den Sieg davongetragen. Bei dem Volke, das von großen Bürden gedrückt wurde, konnte er keine Stütze erwarten, und bei einem Versuche, seine Macht wiederherzustellen, luden die Häupter des Adels Hakons Witwe Margarete nach Schweden ein. A. verlor 24. Febr. 1389 die Schlacht bei Falköping und seine Freiheit. Margarete gab ihm erst nach seinem förmlichen Verzicht auf den schwed. Thron 1395 die Freiheit wieder. Er zog sich darauf nach Mecklenburg zurück, das er seit dem Tode des ältern Bruders Heinrich III. (1384) als Herzog A. II. regierte, und starb 1. April 1412.

Albrecht der Entartete, Landgraf von Thüringen, s. Albrecht der Entartete, Markgraf von Meißen.

Albrecht von Eybe, s. Eybe.

Albrecht von Johannsdorf, s. Johannsdorf.

Albrecht von Kemenaten, s. Kemenaten.

Albrecht von Scharfenberg, Dichter des 14. Jahrh., welcher einen "Merlin", "Seifrid von