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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Alkyl; Alkylene; Alkylhaloide; Alkyone; Alkyoneus; Alkyonische Tage; All; Alla breve; Allâh

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Alkyl - Allàh

noch stärkerer Latinisierung Albinus genannt), vertrauter Ratgeber und Lehrer Karls d. Gr., durch Geist, Kenntnisse und wissenschaftlichen Einfluß vielleicht der bedeutendste Gelehrte des 8. Jahrh., stammte aus vornehmem angelsächs. Geschlecht. Geboren um 785, erhielt er gründlichen Unterricht in der Schule von York, deren Leitung er später übernahm. Auf einer Reise nach Rom wurde er mit Karl d. Gr. bekannt und kam auf dessen Einladung 782 mit einigen Schülern ins Frankenreich. Er erhielt zum Unterhalt die Einkünfte zweier Klöster, betrachtete aber England stets als seine Heimat und ging 790 dorthin zurück, zugleich mit einer Botschaft Karls an König Offa. 793 folgte er einer neuen Einladung Karls, erhielt das berühmte Martinskloster in Tours zur Leitung und blieb daselbst Abt bis zu seinem Tode 19. Mai 804. In diesem Kloster richtete A. eine Schule ein nach dem Muster von York, er selbst aber leitete bis 801 die Hofschule, in der sich die angesehensten Hofleute mit Karl und seinen Töchtern vereinigten. A. hieß in diesem Kreise Flaccus, Karl selbst David oder Salomo, seine Töchter Delia u. s. w. Auch in polit. Angelegenheiten wurde A. zu Rat gezogen, so in dem Streite Karls gegen die von Rom begünstigte Bilderverehrung. A. ist wohl ohne Zweifel der Verfasser der in dieser Angelegenheit unter Karls Namen geschriebenen Carolini libri (s. d.). Die Bedeutung A.s liegt nicht in Weiterbildung der Wissenschaft, sondern darin, daß er das Wissen des Altertums in das Reich Karls d. Gr. verpflanzte. Außer vielen theol. Werken hinterließ er mehrere für den Unterricht in den Anfangsgründen der Philosophie, Mathematik, Rhetorik und Grammatik bestimmte, meist aus Boethius und Isidorus Hispalensis kompilierte Schriften, sowie Gedichte und eine große Anzahl Briefe. Unter seinen Schülern sind hervorzuheben Hrabanus Maurus und Haymo, der nachmalige Bischof von Halberstadt. Eine Ausgabe der Werke A.s lieferte Froben (Albini s. Alcuini opera, 2 Bde., Regensb. 1778; wiederholt in Migne, "Patrologiae cursus completus. Patres latini", Bd. 100 u. 101, Par. 1851), seiner Briefe Jaffé in der "Bibliotheca rerarum germanicarum", Bd. 6: "Monumenta Alcuina" (Berl. 1873). - Vgl. Lorentz, A.s Leben (Halle 1829); Monnier, Alcuin et Charlemagne (Par. 1861); Werner, A. und sein Jahrhundert (Wien 1881).

Alkyl, allgemeine Bezeichnung für die einwertigen Alkoholradikale CnH2n+1 ^[C<sub>n</sub>H<sub>2n+1</sub>], Atomgruppen, die nicht für sich existieren, sondern in den Alkoholen CnH2n+1.OH ^[C<sub>n</sub>H<sub>2n+1</sub>.OH] mit der Hydroxylgruppe verbunden sind. Die einfacher zusammengesetzten und häufiger vorkommenden A. haben besondere Namen, wie Methyl, CH3; Äthyl, C2H5; Propyl, C5H7; Butyl, C4H9; Pentyl oder Amyl, C5H11; Hexyl, C6H11 u. s. w. Wie bei den Alkoholen (s. d.) unterscheidet man primäre, sekundäre und tertiäre A., z. B.: CH3.CH2.CH2- primäres Propyl, (CH3)2CH- sekundäres Propyl, (CH3)3C- tertiäres Butyl.

Alkylene (Olefine), die ungesättigten Kohlenwasserstoffe von der allgemeinen Formel CnH2n ^[C<sub>n</sub>H<sub>2n</sub>] Sie unterscheiden sich von den Grenzkohlenwasserstoffen oder Äthanen (s. d.) durch den Mindergehalt von 2 Wasserstoffatomen. Sie enthalten eine sog. doppelte Bindung, d. h. 2 Kohlenstoffatome sind durch 2 Valenzen miteinander verkettet. Das einfachste Alkylen ist das Äthylen (s. d.). Die A. bilden sich bei der Destillation der einwertigen Alkohole mit wasserentziehenden Mitteln, wie Schwefelsäure, Chlorzink u. s. w., ferner bei der Einwirkung alkoholischer Kalilauge auf die Alkylhaloide; z. B. entsteht Äthylen aus Äthylbromid nach der Gleichung:

CH3.CH2Br + KOH = CH2:CH2 + KBr + H2O ^[CH<sub>3</sub>.CH<sub>2</sub>Br + KOH = CH<sub>2</sub>:CH<sub>2</sub> + KBr + H<sub>2</sub>O]

Die A. sind den Äthanen ähnlich, die niedern sind Gase, die mittlern Flüssigkeiten, die höhern (von C16H22 ^[C<sub>16</sub>H<sub>22</sub>] an) feste Körper. Als ungesättigte Verbindungen vermögen die A. direkt 2 einwertige Atome oder Gruppen zu addieren.

Alkylhaloide, Verbindungen der Alkyle mit den Halogenen Chlor, Brom und Jod (z. B. Äthyljodid C2H5J ^[C<sub>2</sub>H<sub>5</sub>J]). Die A. gewinnt man am leichtesten aus den Alkoholen durch Einwirkung der Halogenverbindungen des Phosphors, indem die Hydroxylgruppe des Alkohols durch ein Halogenatom ersetzt wird.

Alkyone (Alcyone, Halkyone) und ihr Gemahl Keyr (lat. Ceyr) wurden nach der griech. Sage in Eisvögel verwandelt, als A. den auf einer Seefahrt ertrunkenen Gatten ans Land gespült sah. Nach einer andern Erzählung verwandelte Zeus sie zur Strafe, weil sie sich Zeus und Hera nannten, in Vögel, den Gatten in den Vogel gleichen Namens, die Gattin in den Eisvogel. Da aber ihre Eier von den Wogen weggeschwemmt wurden, so gebot Zeus aus Mitleid für die klagende Mutter den Winden, um die Brutzeit des Eisvogels 14 Tage lang (während der Alkyonischen Tage) nicht zu wehen.

Alkyoneus (Alcyoneus), einer der Giganten (s. d.), wurde in der Schlacht auf dem phlegräischen Felde von einem Pfeile des Herakles durchbohrt, konnte aber erst getötet werden, nachdem er aus Pallene, seinem Geburtslande, weggeschleppt war.

Alkyonische Tage, s. Alkyone.

All., naturwissenschaftliche Abkürzung für Carlo Allioni, einen ital. Botaniker (geb. 1725 zu Turin, gest. ebenda 1804), der mehrere Werke über die Flora von Oberitalien geschrieben hat.

Alla breve (ital.). Brevis heißt in der alten Musik die doppelganze Note. Als Überschrift eines Tonstücks bezeichnet daher A. b. eine doppelt beschleunigte Bewegung und giebt an, daß der Takt nicht nach Viertel-, sondern nach halben Noten geschlagen werden muß. Das Zeichen für den Allabrevetakt ist ein durchstrichenes C. Statt A. b. sagt man auch Alla capella (s. A capella).

Allâh, zusammengezogen aus dem Artikel al und dem arab. Wort ilâh, steht mit der dem alten Semitismus gemeinsamen Benennung der Gottheit (hebr. Elôah, Elôhîm) in Zusammenhang. Auch die heidn. Araber kannten bereits diesen Gottesnamen, der im Islam zum Namen des einen Gottes wurde. So ist der Name in die religiöse Sprache aller mohammed. Völker übergegangen, obgleich auch die einheimischen Benennungen (pers. chudâ; türk. tengri) in Gebrauch geblieben sind. Dem Polytheismus und Götzendienst stellte Mohammed den Allâh-Begriff entgegen, den er mit den Attributen absoluter Einzigkeit/Allmacht und Allwissenheit ausrüstete. Daß er darin Anregungen des Judentums und Christentums folgte, ergiebt sich sicher aus seiner Lebensgeschichte. Auch die damit verknüpfte Vorstellung von A. als dem Schöpfer, Erhalter und Richter aller Wesen ist auf die biblische Lehre gegründet. "Lâ ilâha illâ 'llâlu" (es giebt keine Gottheit außer Allah) ist der vornehmste Satz des Mohammed. Glaubensbekenntnisses, dem sich das Bekenntnis "wa Muhammadun rasûlu-llâhi" (und Mohammed ist der Gesandte Gottes) anschließt. Das Gottesbekenntnis des Islams ist näher in der