Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Allahabad; Allain-Targé; Allamanda; Allan

414

Allahabad - Allan

112. Sure des Korans definiert: "Sprich: A. ist ein Einziger, A. ist ein Ewiger; er zeugt nicht und ist nicht geboren, und es ist nichts ihm gleich." Mit der Entwicklung der Dogmatik wurde auch die Auffassung der Persönlichkeit Gottes und seiner Attribute Gegenstand dogmatischer Streitigkeiten. Innerhalb der orthodoxen Kirche war die Tendenz nicht ausgeschlossen, den Allâh-Begriff anthropomorphistisch zu gestalten, und bedeutende Lehrer aus der Schule des Ahmed ibn Hanbal bekannten sich zu solcher Auffassung, während man im Mysticismus (s. Sufismus) bis zur pantheïstischen Auffassung vorschritt. - Anknüpfend an den Koranvers 7, 179, vgl. 20, 7: "Gottes sind die schönen Namen", hat man alle von Gott im Koran gebrauchten Epitheta gesammelt und hieraus eine Sammlung von "schönen Namen Gottes" gestaltet, die an dem Rosenkranz (subha, musabbiha) hergesagt werden.

Allahabad, genauer Ilahabad (d. i. Gottesstadt), Hauptstadt des Distrikts A. der indobrit. Nordwestprovinzen, seit 1861 Sitz der Provinzialbehörden, liegt unter 25° 26' nördl. Br., 81° 55¼' östl. L. am Zusammenfluß der heiligen Ströme Ganges und Dschamna, weshalb die Stadt selbst für heilig gehalten und jährlich von zahlreichen Pilgern besucht wird, die hier baden und von dem Wasser in weite Ferne mit sich nehmen. A. hatte 1881: 148 547, 1891: 175 246 E., darunter 118 819 Hindu, 50 174 Mohammedaner, 5858 Christen und 217 Tschain. Alle 12 Jahre findet eine lebhafte Pilgerfahrt (bis zu einer Million Pilger) und Messe statt. Auf der Landspitze zwischen beiden Strömen liegt die berühmte Citadelle von A., ein Hauptwaffenplatz der Engländer in Indien; 1583 von Kaiser Akbar aus roten Quadern erbaut und durch neue Werke verstärkt, beherrscht sie die Schiffahrt auf beiden Strömen sowie die Bahn und Heerstraße Kalkutta-Dehli. Die Festung ist ein bastioniertes Fünfeck von 2,4 km Umfang. Die Stadt, mit sämtlichen Kantonnements die Fläche von 89,8 qkm bedeckend, zieht sich an der Dschamna entlang und hat neben zahlreichen ärmlichen Häusern in engen, unregelmäßigen Straßen bedeutende Bauten, wie die Große Moschee und das Saraï von Chusru (dem Sohne Dschahangirs), zur unentgeltlichen Aufnahme Reisender, mit Gärten und drei Grabgebäuden (auch Chusru-Bagh genannt), Regierungs- und Gerichtspaläste, ein Zeughaus mit Waffen für 30 000 Mann, eine kath. Kirche, die Dreifaltigkeitskirche, das Thornhill and Mayne Memorial mit Bücherei und Museum und das Muir Central College (Universität seit 1887), das bedeutendste Unterrichtsinstitut der Nordwestprovinzen. Das Centralgefängnis in Naïni bei A. ist eins der größten Gefängnisse Indiens. Dicht am Zeughaus befindet sich der heilige Badeplatz, nordwestlich die Kasernen; die höhern Offiziere bewohnen den sehr geräumigen Palast des Akbar. A. ist ein Haupthandels- und Schiffahrtsplatz für das Doab (zwischen Ganges und Dschamna) und das ganze mittlere Hindustan, namentlich seit der Eröffnung des die beiden Flüsse verbindenden Gangeskanals und der Eisenbahn Kalkutta-Dehli, und hat sich durch den ausgedehnten Baumwollhandel wesentlich gehoben. - A. hieß ursprünglich Pratischthama (das sich im heutigen Hindunamen der Stadt, Prayag, erhalten hat); seit 1550 heißt es A., auch wohl Faqirabad, d. h. Bettlerstadt. In A. schloß Lord Clive 12. Aug. 1765 den Vertrag mit dem Großmogul Schah Alam, worin dieser Bengalen, Bihar und Orissa mit den nördl. Sarkars (engl. Northern Circars) an die Ostindische Compagnie abtrat, dagegen die dem Nabob von Oudh (engl. Nabob of Oude) abgenommene Provinz A. erhielt und deren Hauptstadt als Sitz angewiesen bekam. Als er aber dieselbe den Mahratten anbot, damit diese Dehli für ihn eroberten, nahmen die Briten 1771 A. weg und gaben es 1773 dem Nabob von Oudh zurück. Im Kriege mit den Mahratten wurde die Stadt nebst dem ganzen Doab 1803 denselben von den Briten entrissen. An dem Aufstande von 1857 war A. in hervorragendem Maße beteiligt.

Allain-Targé (spr. allä'ng tarscheh), François Henri René, franz. Politiker, geb. 7. Mai 1832 in Angers, studierte die Rechtswissenschaft in Poitiers, war 1853 Advokat in Angers und wurde dort Stellvertreter des kaiserl. Prokurators. 1864 übernahm er in Paris die Redaktion des "Avenir national" und wurde mit Brisson und Challemel-Lacour einer der Gründer der nach einigen Monaten unterdrückten "Revue politique". Nach der Revolution vom 4. Sept. 1870 wurde er Präfekt des Departements Maine und Loire, darauf Armeekommissar, sodann Präfekt der Gironde. Da er mit Gambetta in dem Grundsatz einer Verteidigung bis aufs äußerste übereinstimmte, so gab er, als die Wahlen vom 8. Febr. 1871 größtenteils konservativ ausfielen, seine Entlassung ein. Am 23. Juli in die Nationalversammlung gewählt, war er einer der treuesten Anhänger Gambettas und gehörte mit diesem der Fraktion der Union républicaine an. Er half 1871 die "République française" gründen. Als Gambetta 14. Nov. 1881 die Ministerpräsidentschaft übernahm, übertrug er A. das Ministerium der Finanzen. Mit Gambetta trat 26. Jan. 1882 auch A. zurück. Im Ministerium Brisson (6. April 1885 bis 7. Jan. 1886) war er Minister des Innern. Bei den Neuwahlen 1889 und 1893 erhielt er kein Mandat.

Allamanda L., Pflanzengattung aus der Familie der Apocynaceen (s. d.), Sträucher aus Südamerika mit langen, häufig kletternden Zweigen, gegenständigen oder quirlförmig gestellten, oval lanzettlichen Blättern und großen, glockenförmigen, gelben Blüten. Als Zierpflanzen werden in warmen Gewächshäusern kultiviert: A. cathartica L., mit der reichblühenden Abart Hendersonii. A. neriifolia Hook., A. nobilis Mast., A. Schottii Pohl. und A. verticillata Desf. Sie verlangen eine sehr nahrhafte Erde, im Sommer reichliche Bewässerung, im Winter eine längere Ruhezeit und werden leicht durch Stecklinge vermehrt.

Allan (spr. ällen), David, schott. Maler, geb. 13. Febr. 1744 zu Alloa, studierte 1755-62 auf der Akademie zu Glasgow und ging 1764 nach Rom, wo er 1773 den ersten Preis der Lukasakademie gewann. 1777 nach England zurückgekehrt, ließ er sich in Edinburgh nieder, wo er 1786 Direktor der Kunstakademie wurde. Er starb 6. Aug. 1796 in Edinburgh. A. malte besonders schott. Sittenbilder, wovon er den Beinamen des schott. Hogarth erhielt. Viele seiner Werke finden sich in der Galerie zu Edinburgh.

Allan, George, Pseudonym von M. Kremnitz (s. d.).

Allan (spr. ällen), Sir William, schott. Maler, geb. 1782 in Edinburgh, studierte dort und in London an der Akademie. Acht Jahre verbrachte er dann auf Reisen in Rußland und im Kaukasus und kehrte 1814 nach Edinburgh zurück, wo Walter Scott sein Bild: Tscherkessische Häuptlinge mit ihren Gefangenen, durch Subskription kaufen ließ. Anfangs