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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Allantiasis - Allegorische Auslegung

ausschließlich Genremaler, wandte er sich später der Historienmalerei zu. 1835 wurde A. Mitglied der Londoner Akademie, 1837 Präsident der Kunstakademie in Edinburgh. Er starb 22. Febr. 1859 in Edinburgh. Von seinen histor. Gemälden sind zu nennen: Unterredung Maria Stuarts mit John Knor (1823), Maria Stuart unterzeichnet ihre Abdankung (1824), Peter d. Gr. beim Schiffbau (1845; Petersburg, Winterpalast).

Allantiasis (grch.), Wurstvergiftung (s. Wurstgift).

Allantoidea, Wirbeltiere, welche eine Allantois besitzen (s. Wirbeltiere).

Allantoln, Allantoissäure, Amniossäure, eine krystallisierende organische Verbindung von der Zusammensetzung C4H6N4O3 ^[C<sub>4</sub>H<sub>6</sub>N<sub>4</sub>O<sub>3</sub>], welche im Harne saugender Kälber, in der Allantoisflüssigkeit der Kühe und im menschlichen Harn nach dem Genuß von Gerbsäure vorkommt, durch Erhitzen von Glyoxalsäure und Harnstoff entsteht und am besten durch Oxydation von Harnsäure erhalten wird. Es ist als das Diureid der Glyoxalsäure,

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aufzufassen. Beim Erwärmen mit Barytwasser giebt es Allantursäure, C3H4N2O5 ^[C<sub>3</sub>H<sub>4</sub>N<sub>2</sub>O<sub>5</sub>]

Allantois, s. Harnhaut.

Allantoissäure, Allantursäure, s. Allantoin.

Alla prima, (ital., von vornherein), die Malart von Bildern ohne Untermalung (s. d.).

Allard (spr. allahr), Jean Francois, Obergeneral der Armee Rundschit Singhs in Lahaur, geb. 1785 zu St. Tropez (Depart. Bar), trat früh in die franz. Armee und war beim Sturze Napoleons Kapitän und Adjutant des Marschalls Brune. 1815 verließ er Frankreich, ging nach Ägypten, von da nach Persien, wo ihm Abbas-Mirza den Rang eines Obersten ohne Kommando verlieh. A. begab sich 1820 über Afghanistan nach Lahaur, wo er das volle Vertrauen Rundschit Singhs, des Maharadscha der Sikhs, gewann. Er organisierte das Heer der kriegerischen Sikhs nach franz. Muster, wurde zu dessen Obergeneral ernannt und wußte sich mit Geschick in seiner Stellung zu erhalten. Nach einem Besuch in Frankreich, wo er 1835 zum franz. Geschäftsträger in Lahaur ernannt ward, ging A. 1836 dorthin zurück, zeichnete sich 1837 al5 Chef der Heere Rundschit Singhs in den Kämpfen mit den Afghanen aus und starb 23. Jan. 1839 zu Pischawar.

Allasch, feiner russ. Kümmelliqueur, zu dessen Bereitung außer Kümmel auch noch Anis, Fenchel und Koriander verwendet werden. In Deutschland ahmt man den A. mittels einer Mischung ätherischer Öle (Allaschkümmelöl) vielfach nach.

Allatios, Leon, griech. Gelehrter, geb. 1586 in Chios, kam jung nach Italien und trat später zur röm. Kirche über. Er brachte 1622 die von Maximilian von Bayern dem Papst Gregor XV. geschenkte Heidelberger Bibliothek nach Rom. Als Theolog war er bestrebt, die Union der griech. Kirche mit der römischen zu fördern, indem er in zahlreichen gelehrten Schriften die Übereinstimmung der beiden Kirchen nachzuweisen suchte. Daher ist er bei den Griechen verhaßt. Er starb 1669 als Kustos der Vatikanischen Bibliothek. Seine Hauptwerke sind: "De ecclesiae occidentalis et orientalis perpetua consensione" (Köln 1648); "De utriusque ecclesiae in dogmate de purgatorio consensione" (Rom 1655); "Graeciae orthodoxae scriptores" (ebd. 1632-39).

Alla zoppa (ital.), auf hinkende Art, wird in der Musik von Synkopen (s. d.) gesagt, weil die langen Noten auf leichten Taktteilen eine dem Hinken ähnliche Bewegung erzeugen.

Alldeutscher Verband, s. Allgemeiner Deutscher Verband.

Alle, linker Nebenfluß des Pregel, im preuß. Reg.-Bez. Königsberg, entspringt nördlich von Neidenburg, fließt durch den Lonsker See, nimmt bei Schippenbeil die Guber auf, wird bei Friedland auf 54 km schiffbar und mündet bei Wehlau nach etwa 180 km Lauf.

Allee (frz.), Baumgang, ein mit zwei oder mehr Parallelreihen von Bäumen in gleichmäßigen Abständen bepflanzter Weg, gelegentlich auch von Gängen zwischen parallelen Reihen anderer Gegenstände gebraucht, z. B. A. von Statuen u. a.

Allegat, Allegation, s. Allegieren.

Alleghany (spr. älligänni), der bedentendste Quellfluß des Ohio in Nordamerika, entspringt im County Potter in Pennsylvanien, 410 m hoch auf dem Alleghanygebirge, wendet sich zuerst nach Nordwesten in das Gebiet von Neuyork, strömt dann wieder durch Pennsvlvanien und vereinigt sich bei Pittsburgh mit dem Monongahela, mit dem er hier den 540 m breiten Ohio bildet. Der A. ist 416 km weit bis Olean für Boote, 320 km weit für kleine Dampfer fahrbar. Die wichtigsten an ihm liegenden Städte sind Warren, Oil-City, Franklin und Kittanning.

Alleghanygebirge, s. Appalachen.

Allegheny-City (Alleghany-City), Stadt im County Allegheny des nordamerik. Staates Pennsylvanien, Pittsburgh gegenüber, am nördl. Ufer des Alleghany, hat (1890) 105 287 E., darunter viele Deutsche, das westl. Zuchthaus von Pennsylvanien, mehrere theol. Seminare, ein College für Farbige, eine Sternwarte und zahlreiche bedeutende Fabriken, namentlich Eisenwerke und Gießereien. A. und Pittsburgh (s. d.) sind durch mehrere Brücken, darunter die berühmte Drahtbrücke von Röbling, verbunden.

Allegieren (lat.), wörtlich anführen, citieren; davon Allegation, wörtliche Anführung einer Schriftstelle; Allegat, Citat.

Allegorie (grch.) ist die durchgeführte Personifikation abstrakter Begriffe in der Kunst. Religion, Liebe, Gerechtigkeit, Krieg, Friede, Frühling u. s. f. werden als lebendige Wesen handelnd und redend eingeführt. Wesentlich ist der A. das Bewußtsein der bloß künstlerischen Personifikation ihres Gegenstandes; deswegen waren die alten Götter Griechenlands keine A., weil die Griechen an ihr wirkliches (nicht bloß künstlerisches) Dasein glaubten, sie wurden erst dazu mit dem Verfall dieses Glaubens. Die A. gehört der reflektierenden Kunst an und entbehrt vermöge der nie ganz durchsichtigen Beziehung zwischen dem Begriff und seiner Personifikation der Allgemeinverständlichkeit. Sie darf daher nur sparsam verwendet werden und tritt beherrschend nur in Perioden hervor, wo Grübelei die Stelle unmittelbaren Kunstgefühls einnimmt. Daß aber auch in ihr Bedeutendes geleistet werden kann, beweisen Dante, Schiller (die Huldigung der Künste) u. a. Zu unterscheiden ist von der A. das Symbol (s. d.).

Allegorische Auslegung, in der Theologie diejenige Auslegung der biblischen Schriften, die voraussetzt, daß der Heilige Geist, als deren eigentlicher Urheber, etwas anderes, Geistigeres, gedacht und angedeutet habe, als Worte und Form seiner Rede unmittelbar aussprechen. Man bediente sich dieser Methode hauptsächlich, um den Widerspruch der veränderten religiösen Überzeugung mit dem