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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ampèremeter - Amphibien

avant Charlemagne", 2 Bde., 3. Aufl. 1870, und "sous Charlemagne", 3. Aufl. 1871), dem sich anschloß "Historie de la littérature française au moyen âge, comparée aux litératures étrangères" mit der Einleitung "Histoire de la formation de la langue française" (1841; letztere in 3. Aufl. 1871). A. hat in der franz. Litteraturgeschichte den klassizistischen Bann durchbrochen und eine geschichtliche Auffassung, die sich auf die Thatsachen und deren Bedingtheit durch Ort, Zeit und Nationalität gründet, an die Stelle gesetzt. Er wurde 1847 Mitglied der Académie française und wandte sich nun der röm. Geschichte zu. Theoretischer Republikaner, ohne sich je in Politik zu mischen, und vertrauter Freund Tocquevilles, verließ A. nach Errichtung des Kaiserreichs das Vaterland und lebte meist in Rom. Die lebendige und gelehrte, bisweilen durch Mangel an Kritik und grillenhaften Haß gegen den Imperialismus merkwürdige röm. Geschichte ("L'historie romaine à Rome", 4Tle., 1861-64; 4. Aufl. 1870; und "L'empire romain à Rome", 2 Bde., 1867) ist sein bedeutendstes Werk aus dieser Zeit. Außerdem sind zu nennen: "La Grèce, Rome et Dante" (1848; 9. Aufl. 1884) und "La science et les lettres en Orient" (1865). A. starb 27. März 1864 in Pau. - Vgl. Tamisier, J. J. A. (Marseille 1864); Polo, Notice sur le J. J. A. (Par. 1864); Potton, Etude sur la vie et les travaux de J. J. A. (1867).

Ampèremeter, jedes Galvanometer (s. d.), z. B. eine Tangentenbussole (s. d.), welches die Ablesung der Stromstärken unmittelbar in Ampères (s. Stromstärke) gestattet.

Ampèresche Regel, Regel zur Bestimmung der Ablenkungsrichtung einer von einem elektrischen Strom beeinflußten Magnetnadel; am besten so zu fassen: Denkt man sich mit dem elektrischen Strom schwimmend, das Gesicht der Nadel zugewendet, so wird der Nordpol nach links abgelenkt.

Ampèresches Gestell, s. Elektrodynamik.

Ampèrestunde oder Stundenampère, größere technische Einheit für die Strommenge = 3600 Sekundenampère oder Coulomb (s. d.).

Ampèrewindung, Windungsampere oder Schraubenampère, die Einheit für das neben Masse und Form des Kerns und den magnetischen Eigenschaften des zu diesem verwendeten Eisens die Stärke eines Elektromagneten bestimmende Produkt aus der Zahl der den Kern umgebenden Windungen und der Stromstärke des diese durchfließenden Stroms.

Ampezzaner Dolomite, s. Ostalpen.

Ampezzo oder Hayden. 1) Die im südl. Tirol gelegene oberste Thalstufe der Boïta, die sich bei Perarolo, 5 km südlich von Pieve di Cadore, in die Piave ergießt. Das Thal bildet einen eigenen Gerichtsbezirk; die Mundart der Bewohner steht zwischen dem Ladin des Enneberg und dem Italienischen in der Mitte; ihr Haupterwerbszweig ist Alpenwirtschaft und Holzhandel nach Italien. Das eigentliche Ampezzothal erstreckt sich etwa 15 km in südl. Richtung von der Peutelsteiner Klamm bis zur ital. Grenze. Links und rechts von den kühnen Berggestalten der Dolomitalpen umschlossen, von N. und S. auf guten Fahrstraßen leicht zugänglich, wird es von Jahr zu Jahr mehr von Reisenden besucht und ist gegenwärtig einer der beliebtesten Ausgangspunkte für Bergfahrten in den Dolomiten Südtirols. Die treffliche Poststraße (Strada d'Allemagna), die das Thal durchzieht, von Toblach bis Conegliano 112 km lang, zweigt unmittelbar bei der Station Toblach der Österr. Südbahn (1204 m) südlich aus dem Pusterthale in das von der Rienz durchflossene Höhlensteinerthal ab, erreicht am dunkeln kleinen Toblacher See (1233 m) Landro (Höhlenstein 1407 m). Von Landro aus, das jetzt sehr viel als Sommerfrische benutzt wird, führt die Straße an dem hellgrünen Dürrensee vorüber, der mit dem Monte-Cristallo im Hintergrunde eins der schönsten Bilder der Alpen gewährt. Von hier aus erreicht die Straße über Schluderbach (1441 m, beliebte Sommerfrische und Ausgangspunkt für die Hochtouren auf den Monte-Cristallo, Sorapitz und zu dem herrlichen Misurinasee, 1796 m) das Gemerk (1522 m), die Wasserscheide zwischen der Rienz und der Boita, und tritt, an dem ehemaligen Hospiz Ospitale (1481 m) vorüber, bei der nnn abgetragenen Feste Peutelstein (Poddestagno) in das eigentliche A. ein. Auf der ital. Seite führt sie über Benas (883 m), Longarone (449 m) nach Belluno und Conegliano, wo sie an die Bahn von Triest nach Venedig anschließt. In die benachbarten Thäler Enneberg (s. d.), Abteithal, Buchenstein (s. d.) und Auronzo führen mehrere leicht gangbare Fuß- und Saumpfade. - 2) Bezirkshauptmannschaft in Tirol, hat 369,45 qkm und (1890) 6074 kath. E., 853 Häuser und 1244 Wohnparteien, 3 Gemeinden mit 56 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke A. und Buchenstein. - 3) A. oder Cortina d'A., Hauptort des Thals und der Bezirkshauptmannschaft A., in 1219 m Höhe in weitem Thale, von schönen Bergweiden und großartigen Gebirgen, Monte-Cristallo (3199 m), Sorapitz (3310 m), Antelao (3263 m), Monte-Pelmo (3168 m), Croda del Lago (2087 m, Nuvolau (2648 m), Tosana (3215 m), Seekofl (2808 m), umgeben, links der von hier an flößbaren Boita, hat (1890) 619, als Gemeinde (mit den 37 andern Ortschaften des Thalgrundes) 3032 E., Bezirksgericht, Kirche mit freistehendem Glockenturm (60 m) mit prachtvoller Rundsicht, bedeutenden Holzhandel, Schule für Holzschnitzerei und Silberfiligranarbeiten, die hier geschickt ausgeführt werden. - Vgl. Noë, A. und seine Dolomite (Klagenf. 1880); Wundt, Wanderungen in den Ampezzaner Dolomiten (Berl. 1893).

Ampfer, s. Rumex.

Ampferkäfer, s. Blattkäfer.

Amphi... (grch.), um-, herum-, beid-, zwei-, doppel-, häufig in Zusammensetzungen.

Amphiaraos, nach der griech. Heldensage Sohn des Oikles und der Hypermnestra, war von den Göttern mit Seherkraft begabt und wird als Teilnehmer an der Kalydonischen Jagd und am Argonautenzuge genannt. Seine Hauptrolle spielt A. aber in dem sog. Zug der sieben Helden gegen Theben. A. wußte voraus, daß außer Adrastos alle Teilnehmer umkommen würden, deshalb weigerte er sich anfangs mitzuziehen. Endlich aber von seiner bestochenen Gemahlin Eriphyle dazu bestimmt oder, wie andere erzählen, nachdem sein Versteck von dieser verraten war, schloß er sich dem Zuge an. Nach der Niederlage des Heers wurde A., den Periklymenos verfolgte, von der durch den Blitz des Zeus gespaltenen Erde samt Wagen und Wagenlenker verschlungen. A. hatte an dieser Stelle einen Tempel mit einem Traumorakel, das in großem Ansehen stand. Reste dieses Heiligtums sind an dem jetzt Mavrodilissi genannten Platze, 6 km südöstlich von Oropos, aufgefunden worden.

Amphibien (Amphibia), früher allgemeiner Name für alle lungenatmenden, meist eierlegenden