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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: A potiori; Apothekerzeichen; Apotheose; Apoxyomenos; Appalachen

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Apothekerzeichen - Appalachen (Gebirge)

stützungsfonds des Vereins werden Unterstützungen und Stipendien an unbemittelte Fachgenossen gezahlt, und 1892 wurde im Anschluß an den Privatbeamtenverein ein Pensionsverband gegründet, der erwerbsunfähigen Standesangehörigen Renten gewährt. Neben dem Deutschen A. besteht seit 1884 ein die nicht besitzenden Apotheker umfassender Deutscher Pharmaceutenverein, der etwa 1300 Mitglieder hat und ebenfalls eine Zeitschrift herausgiebt. In Österreich besteht neben den staatlich eingesetzten Apothekergremien ein Allgemeiner Österreichischer A. und eine Pharmaceutische Gesellschaft, beide in Wien, ferner ein Ungarischer A. in Budapest.

Apothekerzeichen. In frühern Zeiten bezeichnete man in der Pharmacie die wichtigern chem. Stoffe, die Gewichte, manche Operationen und Instrumente mit besondern, teils alchimistischen, teils aus der Astrologie entlehnten Zeichen und Abkürzungen. In neuerer Zeit hat man die in der Chemie angenommenen Bezeichnungen größtenteils auch in der Pharmacie eingeführt. Die wichtigsten Zeichen waren:

^[img] Libra.

^[img] Uncia.

^[img] Drachma.

^[img] Scrupulus.

^[img] Semis (halb).

^[img] Aqua.

XX Crystalli.

^[img] praecipitatus.

^[img] Pulvis.

^[img] Saccharum.

^[img] Säure (^[img] Nitri = Acidum nitricum).

^[img] Sal.

^[img] Spiritus.

^[img] Stunde.

^[img] sublimatus.

^[img] (bei homöop. Medizin) Urtinktur.

^[img] Vitrium.

^[img] volatilis.

^[img] Aurum.

^[img] Argentum.

^[img] Cuprum.

^[img] Hydrargyrum.

^[img] Nitrum.

^[img] Plumbum.

^[img] Phosphorus.

^[img] Stannum.

^[img] Stibium.

^[img] Sulfur.

^[img] Tartarus.

^[img] Vitriolum.

Apotheose (grch.), Vergötterung, Erhebung eines Menschen zur Gottheit. Bei den Griechen fand eine solche in der ältesten Zeit nur in der Form der Heroisierung statt. Männer, die sich um den Staat verdient gemacht hatten, wurden nach ihrem Tode als Heroen (Halbgötter) verehrt. Regelmäßig wurde den Männern, unter deren Führung eine Kolonie gegründet worden war (Oikisten), von deren Bewohnern diese Ehre zu teil. Seit dem Ende des Peloponnesischen Krieges erwies man mächtigen Heerführern und Fürsten schon bei ihren Lebzeiten nicht bloß heroische, sondern auch göttliche Ehren. Das erste Beispiel gaben einige griech. Staaten Kleinasiens, indem sie dem lacedämon. Feldherrn Lysander wie einem Gott Opfer darbrachten und Feste feierten. Dann wurden Alexander d. Gr., der sich als einen Sohn des Zeus bezeichnen ließ, vielfach göttliche Ehren erwiesen, ebenso seinen Nachfolgern, den sog. Diadochen. Bei den Römern findet sich, abgesehen von der mythiscben Zeit (der als "Quirinus" verehrte Romulus ist nicht ein vergötterter Mensch, sondern ein durch die Sage vermenschlichter Gott), die A., hier Consecratio genannt, zuerst bei Julius Cäsar. Ihm wurden schon zu Lebzeiten gewisse göttliche Ehren erwiesen, nach seinem Tode wurde er durch einen Senatsbeschluß als "Divus Julius" unter die Zahl der Götter aufgenommen. Dies geschah dann ebenso für Augustus und die meisten spätern Kaiser, während die Verehrung der Kaiser als Götter bei ihren Lebzeiten nur in den Provinzen, nicht aber in Rom selbst, wenigstens nicht von Staats wegen, stattfand.

A potiori (lat.), dem Hauptteil nach, z. B. fit denominatio, bekommt die Sache ihren Namen.

Apoxyomenos (vom grch. apoxýein, abschaben), Bezeichnung einer 1849 in Rom gefundenen, jetzt im Vatikan befindlichen Marmorstatue. (S. Tafel: Griechische Kunst II, Fig. 7.) Sie stellt einen Jüngling vor, der sich mit dem Schabeisen von dem Öl und dem Staub der Palästra reinigt und ist jedenfalls eine Kopie der von Lysippus geschaffenen Erzstatue. Irrtümlich hat ihr der moderne Ergänzer einen Würfel in die rechte Hand gegeben. - Vgl. Küppers, Der A. des Lysippos (Berl. 1874).

Appalachen (spr. -latschen) oder Alleghanies (Appalachian oder Alleghany-Mountains), Gesamtbezeichnung des vielnamigen Gebirgssystems, das, von den Cordilleren durch die ungeheuren Tiefebenen des Mississippigebietes getrennt, den östl. Teil Nordamerikas, der Küste des Atlantischen Oceans im ganzen parallel (jedoch im N. ihr näher gerückt), von dem nordöstl. Teile des Staates Alabama in nordöstl. Richtung bis zum Lorenzstrome in einer Länge von etwa 2000 km durchzieht. Das Gebirge hat im allgemeinen Plateaucharakter, erhebt sich nirgends viel über 2000 m und heißt auch Appalachisch-Acadisches Gebirgssystem. Im NO. werden durch die tiefen Querspalten des Hudsonstroms, des Champlainsees und dessen in den Lorenzstrom gehenden Abflusses Chambly, etwa 74° westl. L. von Greenwich, die Granitmassen der Acadian-Mountains oder des Gebirges von Neuengland von den übrigen Berglanden der A. geschieden. Das Gebirge besteht meist aus archäischen Gesteinen, die zum Teil von paläozoischen Schichten überlagert sind, und ist gekennzeichnet durch lange, schmale Parallelketten mit zwischenliegenden flachen Thälern, die als gigantische Längenfurchen erscheinen. Die Parallelketten, deren Zahl zwischen 6 und 12 wechselt, nehmen nur etwa ein Dritteil der ganzen zwischen 150 und 190 km betragenden Breite des Gebirges ein. Sie steigen selten mehr als 650 m über die Thäler empor und erreichen gewöhnlich nicht die Hälfte dieser Höhe. Hier und da sind die äußern Reihen (Ridges), besonders die östlichen, durch Querrisse unterbrochen, durch die die im Innern des Gebirges entspringenden Flüsse, die in ihrem obern Laufe Längenthäler entweder in Nordost- oder Südwestrichtung durchziehen, in Stromschnellen oder in Wasserfällen in die westl. oder in die östl. Ebene abfließen. Unter den Teilen des vielnamigen Gebirges sind zu nennen: 1) die östlichste der Parallelketten, die Blauen Berge (Blue-Mountains),oder die Blaue Kette (Blue-Ridge), der die Gruppe der Schwarzen Berge (Black-Mountains) zwischen 35 und 37° nördl. Br. angehört, mit mehrern Pics von mehr als 1800 m, unter denen der 2044 m hohe Mount-Mitchell oder Black Dome (der schwarze Dom) im westl. Nordcarolina der Gipfel des ganzen Gebirgssystems ist; 2) die westlichsten Parallelzüge oder die Cumberland-Mountains (s. d.), die Grenze gegen die große Ebene des Ohio, und von denen die Laurel- und Chesnutberge (an den Quellen des Ohio) am beträchtlichsten sind; 3) der nordwestlichste Teil des Hochlandes, die Alleghanies im engern Sinne, die sich etwa 450 km weit von SW. gegen NO. zwischen dem Kanawha in Virginien und dem Susquehanna in Peunsylvanien ausdehnen; 4) das Appalachische Tafelland, allgemeiner