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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ardeschir - Areca

Ardeschir, Ruinenstätte des alten Artaxata (s. d.). - A. ist auch der neupers. Name des Stifters der Sassanidendynastie (Pehlevi: Artachschathr und Artachschir, griech. Artaxerxes IV.).

Ardey (das Ardai), der westl. Teil der rechts von der Ruhr mit steilen Böschungen zum Flusse hinstreichenden Haar (s. d.), geht nordwestlich zu dem fruchtbaren Hellweg über, der sanft in das niederrhein. Tiefland abfällt. Das bis 163 m hohe A. ist für Westfalen höchst wichtig, da es einen Hauptteil der Steinkohlenniederlage der Grafschaft Mark bildet, die südlich von Sandstein und nördlich von Kreide umgeben ist. Der Sandstein im A. selbst wird überall von einer unfruchtbaren Lehmschicht überdeckt. - A., Gemeinde, s. Annen.

Ardilan, Provinz im westl. Persien, grenzt nördlich an die Provinz Aserbeidschan, östlich an Irak-Adschmi, südlich an Luristan und westlich an die asiat. Türkei, ist von Ketten des westlichen iranischen Randgebirges (Zagros) erfüllt und hat 64 698 qkm Areal. Hier entspringen im N. der Kisil-Usen, der zum Kaspischen Meere geht, im W. der zum Tigris gehende Dijala; im S. fließt der Gamas, Oberlauf des Kercha, und im NW. der Kleine Zab, beide dem Euphrat-Tigris-Stromgebiet angehörig. A. wird meist von Kurden bewohnt; Hauptstadt ist Kermanschah. Der südöstl. Teil der Provinz heißt Tschamabadan, im Altertum Cambadene, und wird von der großen Straße Teheran-Hamadan-Bagdad durchzogen.

Arditi, Luigi, ital. Musiker, geb. 22. Juli 1822 zu Crescentino bei Vercelli, Schüler des Mailänder Konservatoriums, machte sich zuerst (1839) als Violinspieler, später auch als Opernkomponist in Italien bekannt. Seit 1851 wirkte er als Kapellmeister in verschiedenen Ländern. Sein wesentlicher Aufenthaltsort ist in neuerer Zeit wieder London. Von seinen Kompositionen machte ihn besonders der Gesangswalzer "Il bacio" ("Kußwalzer") populär.

Ardjeh, s. Ardschisch (Stadt).

Ardoye (spr. ardŏá), Kantonsstadt im Arrondissement Roulers in der belg. Provinz Westflandern, 29 km südlich von Brügge, an den Linien Hooglede-Thielt der Belg. Vicinal- und Lichtervelde-Thielt der Belg. Staatsbahnen, hat (1890) 6144 E., Post, Telegraph und große Webereien.

Ardres (spr. ardr), befestigte Stadt und Hauptort des Kantons A. (180,36 qkm, 23 Gemeinden, 14 300 E.) im Arrondissement St. Omer des franz. Depart. Pas-de-Calais, liegt in 22 m Höhe und sumpfiger Gegend, an der franz. Nebenbahn Calais-Auvin, am Endpunkte des Ardreskanals, der A. mit Gravelines verbindet und 5 km von der Stadt den von Calais nach St. Omer führenden Kanal kreuzt, an welcher Stelle der Pont-sans-Pareil, die Station der Franz. Nordbahn (313 km von Paris) für A., die beiden Kanäle überbrückt, hat (1880) 1213, als Gemeinde 2274 E., Post und Telegraph; Tüllfabrikation und Salzraffinerie. - Zu A. fand 1520 eine unter dem Namen Camp du drap d'or bekannte Zusammenkunft Franz' I. und Heinrichs VIII. statt.

Ardrossan (spr. ahrdróssän), Hafenstadt und Seebadeort in der schott. Grafschaft Ayr, am Firth of Clyde, 48 km im W. von Glasgow, hat (1891) 5294 E., einen guten Hafen; bedeutende Kohlen- und Eisenausfuhr, Schiffbauerei und Fischerei.

Ardschisch oder Erdschjas-Dagh, der Mons Argaeus der Alten, berühmter trachytischer Berg im mittlern Kleinasien, im türk. Wilajet Angora, in der Mitte der durchschnittlich 1300 m hohen kappadocischen Hochfläche, südlich der Stadt Kaisarie (Caeserea), ist ein großartiger, erloschener Vulkan, der, in Nachbarschaft zahlreicher anderer erloschener Kegel und Krater, von denen sich eine 52 km lange Reihe als Karadscha-Dagh hinzieht, steil und wild in die Schneeregion bis zu 4000 m hinaufreicht. Noch im 4. Jahrh. soll der A. thätig gewesen sein.

Ardschisch oder Ardjeh, kleine Stadt und einst wichtige Festung in Armenien, im türk. Wilajet Erzerum, am nördl. Ufer des nordöstl. Beckens des Wansees, in einer Sumpfebene, hinter der sich im N. der Ala-Dagh, im W. der Sipan-Dagh erheben. Der Ort, Sitz eines Mudir, hat eine verfallene Feste und wird von etwa 100 meist türk. Familien bewohnt; jedoch haben die Armenier eine kleine, sehr alte Kirche daselbst. - A., das alte Arzes, Arzen, auch Arses, altarmenisch Ardschesch genannt, am Lacus Arsissa, hatte im 10. Jahrh. eigene mohammed. Fürsten, kam in der zweiten Hälfte des 11. Jahrh. an Byzanz, wurde 1071 durch die seldschukischen Türken, 1209 von Georgiern eingenommen, gehörte im 13. Jahrh. zum Mongolenreiche, um 1400 zu dem Timurs und fiel 1533 an die Osmanen.

Arduin (Harduin), Markgraf von Ivrea und König von Italien. Wegen seines eigenmächtigen Schaltens in Oberitalien schon von Kaiser Otto III. und Papst Sylvester II. mit Acht und Bann belegt, wurde er nach Ottos III. Tode von einer oberital. Adelspartei 15. Febr. 1002 in Pavia zum König der Langobarden erhoben, schlug 1003 Otto von Kärnten und Graf Ernst von Österreich, die ihn mit einem deutschen Ritterheer niederwerfen sollten, mußte aber fliehen, als König Heinrich II. im April 1004 selbst gegen ihn zog. Nach dem Abzug der Deutschen trat er wieder als König von Italien auf; doch hielten die meisten Städte, namentlich Mailand und Ravenna, zu Heinrich. Als dieser 1013 zur Kaiserkrönung wieder nach Italien kam, flüchtete A., von seinen Anhängern verlassen, und ging im Dez. 1015 ins Kloster Fructuaria, wo er 1016 starb.

Ardvî, s. Anaitis.

Are (frz.), Flächenmaß, s. Ar.

Are, Burgruine bei Altenahr (s. d.).

Area (lat.), freie, ebene Fläche; umgebender Raum eines Tempels oder andern Gebäudes, häufig von Säulenhallen umringt, wie die Area palatini zwischen dem Palast des Augustus und Nero auf dem Palatin in Rom; dann ein freier Spiel- oder Tummelplatz, endlich auch die zum Wettfahren bestimmte Fläche im Cirkus.

Area Celsi (lat.), der umschriebene kreisförmige Haarschwund (s. Haare).

Areal (lat.), Flächenraum.

Arealsteuer, soviel wie Flächensteuer (s. d.).

Areb, brit.-ostind. Geldgröße, s. Crore.

Areca L., Pflanzengattnng aus der Familie der Palmen (s. d.) mit gegen 25 Arten im tropischen Asien und Australien. Die bekannteste Art ist die in Ostindien einheimische und dort auch in vielen Abarten kultivierte Katechupalme, A. Catechu L., deren Samen unter dem Namen Betelnüsse bekannt und als Nuces oder semina Areceae offizinell sind. Die Katechupalme, von den Holländern Pinang genannt, treibt einen schlanken, bis 18 m hohen Stamm und hat bis 4 m lange Blätter mit der Länge nach gefalteten Blattfiedern. Die Frucht, von der Größe eines Hühnereies, besitzt ein faseriges, ungenießbares Fleisch, enthält einen einzigen Samen