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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Arische Sprachen; Arista; Aristagoras; Aristaios; Aristänetus; Aristarchus; Aristäus; Aristea; Aristeas

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Arische Sprachen - Aristeas

alter der Kreuzzüge wird der Ort Laris genannt. Hier fand 22. März 1118 König Balduin I. von Jerusalem seinen Tod. Auf der Höhe von A. erfochten die Venetianer 1123 einen Seesieg. Am 20. Febr. 1799 wurde die Festung von den Franzosen unter Kleber eingenommen, 29. Dez. aber von den Briten und Türken zurückerobert. Am 24. Jan. 1800 schloß hier Kleber mit Sir Sidney Smith die Konvention von A., die den Franzosen freie Rückkehr nach Europa gewährte, aber von der engl. Regierung nicht bewilligt wurde.

Arische Sprachen und Arische Völker, s. Arier und Indogermanen.

Arista (lat.), botan. Ausdruck, s. Granne.

Aristagoras, der Schwiegersohn des Histiäus und dessen Nachfolger als unter pers. Oberhoheit stehender Tyrann von Milet. Um von dem Perserkönig wegen des Scheiterns einer Unternehmung gegen Naxos nicht zur Verantwortung gezogen zu werden, regte er 500 v. Chr. durch das Versprechen einer demokratischen Verfassung die ion. Städte Kleinasiens zu einem Aufstande an, erhielt auch von den Athenern und Eretriern 25 Schiffe zur Unterstützung gegen die Perser. Aber schon 499 unterlagen die Ionier und wurden gezwungen, sich nach Ephesus zurückzuziehen. Als die Athener ihre Schiffe zurückberufen hatten und auch Cypern von den Persern unterworfen worden war, flüchtete A. nach Thrazien, wo er 497 bei der Belagerung von Ennea Hodoi (später Amphipolis) fiel.

Aristaios (Aristäus, d. h. der Beste), griech. Gott, ein Sohn des Apollon und der Kyrene, der Enkelin oder Tochter des Flußgottes Peneios in Thessalien. Diese gebar den A. an der Küste von Libyen, die von ihr den Namen Kyrenaika erhielt. Hermes übergab das Kind den Horen und der Gaia, die es mit Nektar und Ambrosia groß zogen, oder Apollon brachte es dem Cheiron zur Erziehung. A. ward von den Musen in der Heil- und Wahrsagekunst unterrichtet. In Böotien vermählte er sich mit der Tochter des Kadmos, Autonoë, die ihm den Aktaion (s. d.) gebar. Auf Geheiß Apollons von den Einwohnern gerufen, wehrte er auf der Insel Keos der Gluthitze der Hundstage, indem er dem Zeus Ikmaios (d. h. dem Feuchtigkeit Spendenden) opferte. Auch wanderte er nach Sardinien und Sicilien, überall die Spuren seines wohlthätigen Wirkens zurücklassend, zuletzt nach Thrazien zu Dionysos. Vorzüglich pries man ihn als Erfinder der Bienenzucht (daher Melisseus genannt), als Beschützer der Jäger (Agreus) und Hirten (Nomios). In einigen Gegenden identifizierte man den A. mit Zeus oder Apollon, auch dem Dionysos ist er verwandt. Auf alten Münzen wurde er bald dem Zeus, bald dem Apollon ähnlich dargestellt. Auf der Rückseite erblickt man oft den Sirius, oft auch eine Biene oder Traube.

Aristänetus (Aristainĕtos), griech. Schriftsteller von Nicäa, kam 358 n. Chr. bei dem Erdbeben in Nikomedia um. Er galt früher als Verfasser einer Sammlung von 50 griech. Briefen mit novellenartigen Liebesgeschichten in anmutloser Darstellung. Der Verfasser dieser Briefe lebte aber erst in der zweiten Hälfte des 5. Jahrh. Aus der einzigen zu Wien befindlichen Handschrift gab die Briefe zuerst Sambucus (Antw. 1560), neuerdings Boissonade (Par. 1822) und Hercher in den "Epistolographi Graeci" (ebd. 1873) heraus. Ins Deutsche übersetzte sie Herel (Altenb. 1770).

Aristarchus von Samos, Astronom in der ersten Hälfte des 3. Jahrh. v. Chr. Seine Werke sind sämtlich verloren bis auf eine kleine Schrift "Von der Größe und den Entfernungen der Sonne und des Mondes" (zuerst lateinisch hg. von Valla, Vened. 1498; dann griechisch von Wallis, Oxf. 1688, von Nizze, Strals. 1856; deutsch von Nokk, Freiburg 1854). A. zeigt darin die Methode, das Verhältnis der Entfernungen der Sonne und des Mondes von der Erde durch den Winkel zu bestimmen, den beide Gestirne in dem Auge des Beobachters zu der Zeit bilden, in welcher der Mond halb beleuchtet erscheint, und in der daher der Winkel an dem Monde ein rechter ist. Er fand die Entfernung der Sonne 19mal größer als die des Mondes; dieses Resultat wurde durch das ganze Mittelalter hindurch als gültig beibehalten. Nach dem Zeugnisse der Alten bestimmte er den scheinbaren Dnrchmesser der Sonne auf 30 Minuten und lehrte zuerst die Bewegung der Erde um die Sonne.

Aristarchus aus Samothrake, der größte alexandrinische Grammatiker, lebte zu Alexandria um 170 v. Chr., unter Ptolemäus VII. Philometor, dessen Sohn, Philopator II., er auch unterrichtet hat, und starb, an einer unheilbaren Krankheit leidend, den freiwilligen Hungertod 72 J. alt in Cypern. Er war Schüler des Aristophanes (s. d.) von Byzanz, ward dann selbst Stifter der bedeutendsten philol. Schule im Altertum und galt für den größten Meister der Kritik und Exegese. In der grammatischen Theorie vertrat er das Princip der Gesetzmäßigkeit (Analogie) in der Formenbildung, besonders gegenüber Krates (s. d.), dem Schulhaupte der pergamenischen Grammatiker. Seine Thätigkeit war hauptsächlich der Erklärung und Kritik griech. Dichter, besonders des Homer, gewidmet, dessen gegenwärtige Gestalt man vorzüglich ihm verdankt. Seine kritischen Bemerkungen zu Homer sind in den Scholien, besonders in den von Villoison (Vened. 1788), neuerdings von Dindorf (Oxf. 1875) herausgegebenen zur Ilias, zum Teil erhalten. - Vgl. Lehrs, De Aristarchi studiis Homericis (Königsb. 1833; 3. Aufl., Lpz. 1882); Ludwich, Aristarchs Homerische Textkritik nach den Fragmenten des Didymos (2 Tle., Lpz. 1884-85). Auch von Hesiod, Archilochus, Alcäus, Pindar u. a. besorgte A. Ausgaben und schrieb kritische Kommentare zu verschiedenen Schriftstellern.

Aristäus, s. Aristaios.

Aristea Cavan., Pflanzengattung aus der Familie der Iridaceen (s. d.) mit 15 Arten, größtenteils am Kap; ausdauernde Kräuter, mit linealen oder schwertförmigen Blättern, blattlosem, meist zweischneidigem Stengel und in endständige Köpfchen gestellten Blüten. Mehrere Arten, z. B. A. cyanea, mit himmelblauen Blütenköpfchen, A. capitata, mit ebenfalls blauen Blüten in Köpfchen, A. spiralis mit abwechselnd gestellten, bläulichweißen Blumen, die sich nachts spiralig zusammenwickeln, werden in Gewächshäusern als Zierpflanzen kultiviert. Man nennt sie Borstenlilien.

Aristeas, ein alexandrinischer Hofmann, von dem sich der Aristeasbrief herleitet. Nach diesem soll A. von Ptolemäus Philadelphus (285-217) den Auftrag erhalten haben, die heiligen Bücher und 72 Schriftgelehrte aus Jerusalem zu holen, um die griech.-alexandrinische Übersetzung des Alten Testaments zu verfassen (s. Septuaginta). Er meldet dies in dem Brief seinem Bruder Philokrates. Der Brief ist zweifellos gefälscht, denn er kann nach dem Inhalt