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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Atlantosaurus; Atlas; Atlas (Gebirge); Atlas (Gewebe); Atlas (Hals)

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Atlantosaurus – Atlas (Gebirge)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Atlantischer Ocean'

nach Kapstadt 60, in den Busen von Guinea 51 Tage. Genaueres findet man in den vom Board of Trade in London veröffentlichten Passage tables. – Weniger vom Wetter beeinflußt sind die Dampfschiffe, welche den A. O. nach allen Richtungen durchkreuzen. Die erste regelmäßige Postdampferlinie, die Cunardlinie (s. Cunard Steam Ship Company), wurde 1840 zwischen Liverpool und Neuyork eröffnet; jetzt beträgt die Anzahl der Dampferlinien mehr als fünfzig. Die schnellsten Dampfschiffreisen vom Kanal nach Neuyork werden in weniger als 6 Tagen zurückgelegt, gewöhnliche in etwa 10–15 Tagen. (S. Dampfschiffahrt.)

Der A. O. nimmt somit in Bezug auf den Handel und Verkehr noch immer die erste Stelle ein, und daher kommt es auch, daß die Telegraphie hier besonders entwickelt ist. Am 5. Aug. 1857 begann von Valentia (Irland) aus die Legung des ersten transatlantischen Kabels. Nach mehrfachen mißglückten Unternehmungen gelang endlich 27. Aug. 1866 die Kabellegung zwischen der irischen Küste und Neufundland. Jetzt enthalten die Küstengewässer und Nebenmeere des A. O. etwa 40 Kabel; 10 transatlantische Kabel verbinden Europa und Nordamerika, 2 Europa mit Südamerika; 1890 wurde das westafrik. Küstenkabel (von Lissabon bis Kapstadt) vollendet. (S. Kabel und Telegraphie.)

Litteratur. Rennel, An investigation of the currents of the Atlantic Ocean (Lond. 1832); Findlay, A directory for the navigation of the Northern Atlantic Ocean (ebd. 1873; 15. Aufl. 1895); ders., A sailing directory for the Ethiopic or South Atlantic Ocean (ebd. 1875; 9. Aufl. 1883); Kerhallet, Considérations générales sur l’Océan Atlantique (4. Aufl., Par. 1860); Thomson, The depths of the sea (2. Aufl., Lond. 1873); Hoffmeyer, Études sur les tempêtes de l’Atlantique septentrional (Kopenh. 1880); A. O. Ein Atlas von 36 Karten, die physik. Verhältnisse und die Verkehrsstraßen darstellend (hg. von der Direktion der Deutschen Seewarte, Hamb. 1882); Segelhandbuch für den A. O. (hg. von der Direktion der Deutschen Seewarte, mit Atlas, ebd. 1885); Mohn, The North Ocean, its depths, temperature and circulation (dänisch und englisch, 21 Bde., Krist. 1887); Agassiz, Three cruises of the Blake (Bd. 2, Lond. 1888); Die Forschungsreise S. M. S. Gazelle, Tl. 1 (Berl. 1889); Barker, Deep-Sea Sounding U.S.S. Enterprise (Neuyork 1892); s. auch die Litteratur zum Artikel Meer.

Atlantosaurus, eine ausgestorbene Reptiliengattung, deren fossile Reste sich im obern Jura in den Felsengebirgen Nordamerikas finden, das größte Landtier, das jemals gelebt hat. Der A. erreichte eine Länge von 40 m und lebte meist von Pflanzen.

Atlas, in der Anatomie der oberste Halswirbel, so genannt, weil er den Kopf trägt (s. Hals).

Atlas (Mehrz. Atlanten), nach Mercators Vorgange (1595) die Bezeichnung für Sammlungen von Land- und Himmelskarten, auf deren Titel früher die mytholog. Figur des Atlas (s. d.) als Trägers der Himmelskugel abgebildet wurde (s. Landkarten). Später übertrug man den Namen A. auch auf Sammlungen beliebiger Abbildungen, wie von Kupferstichen, anatomischen u. a. Abbildungen.

Atlas (frz. und engl. satin), ein köperartiges Gewebe, bei dem die aus feinem Material bestehende Kette größtenteils obenauf liegt, indem die durch mehrere Einschlagfäden getrennten Bindungen ↔ derselben von den sich ausbreitenden Kettenfäden so vollständig gedeckt sind, daß eine vollkommen gleichmäßig erscheinende glatte und glänzende Fläche gebildet wird. Bei dem schönsten A. liegt die Bindung jedes Kettenfadens möglichst genau in der Mitte zwischen den Bindungen der nächstliegenden Fäden. Da bei allen atlasartigen Geweben ausschließlich die rechte Seite von Bedeutung ist, auf der nur die Kettenfäden sichtbar sind, wird häufig mit seidener Kette ein Einschlag aus geringerm Material, meist Baumwolle, verarbeitet. So besteht eine Art chinesischer A. aus seidener Kette mit leinenem Einschlag. Demnach ist A. nicht eine einzige, bestimmte Art von Stoff, sondern eine ganze, durch ihre eigentümliche Herstellungsweise charakterisierte Gruppe von Geweben, und je nach dem Material hat man Seiden-, Baumwoll-, Leinen- und auch Wollatlas in verschiedenen Bindungsarten, ferner gemischten A. Wird das Wort A. jedoch ohne jede nähere Bezeichnung gebraucht, so versteht man darunter immer nur die betreffenden stark glänzenden Seidenzeuge. Die A. kommen ferner in den verschiedensten Graden der Feinheit vor, von den schwersten und teuersten Kleider- und Möbelstoffen bis zum leichtesten Futteratlas. Je leichter die Ware ist, desto stärker pflegt man sie zu appretieren (gummieren); die besten Sorten, die an sich schon Glanz genug haben, bleiben ohne Appretur und heißen, weil sie sich, wie z. B. jeder Seidenatlas, an den Rändern selbst aufrollen, Rollatlas. Die schönsten, glättesten Seidenatlasse lieferte früher Italien; jetzt werden sie in gleicher Güte auch in Deutschland (Krefeld, Elberfeld u.s.w.), sowie auch in Frankreich (z. B. Lyon) und England erzeugt. Für Österreich ist Wien Hauptfabrikationsort. Türkischer A. ist Baumwollgewebe, mit seidenen Streifen durchwebt. Brüggescher A. hat eine Kette von Seide und einen Schuß von Wolle, er dient zu Tapeten und Möbelüberzügen. Atlasbrokat ist dichtes schweres Wollzeug mit Atlasgrund und Figurenschuß in Gold- und Silberfäden. Die deutschen Seidenatlasse liegen meist 54–60 cm breit.

Atlas, Gebirgssystem Nordwestafrikas, in 2300 km Länge von SW. nach NO. Marokko, Algerien und Tunesien durchziehend. Das schon den Alten unter demselben Namen bekannte Gebirge ist wegen der Feindseligkeit der in ihm wohnenden Berberstämme bis jetzt noch sehr mangelhaft erforscht. Es ist ein Kettengebirge von keineswegs einfachem Verlaufe. In Marokko, hier berberisch Idrâr-Nderen, kabylisch Idrassen oder Dschebel Drann (Dyrin des Strabo) genannt, kann man drei Parallelketten unterscheiden: die mittlere und Hauptkette, der Hohe A., beginnt am Kap Ghir an der atlantischen Küste und zieht, das Land in eine Nord- und Südhälfte teilend, mit einer ziemlich gleichmäßigen Kammhöhe von etwa 3960 m nordostwärts bis 32°30’ nördl. Br., wo er sich in einen nordnordostwärts und einen ostwärts ziehenden Ast teilt, zwischen dem die Hochebene der Schotts liegt. Der höchste Punkt dieser Kette ist der Dschebel Ajaschi (4500 m) fast am Ende der ungeteilten Kette. Südlich von dieser Hauptkette zieht, durch ein Längsthal von ihr getrennt und parallel mit ihr, der Anti-Atlas, der unter 29° nördl. Br. die atlantische Küste erreicht und bei Isgeder bis etwa 3000 m Höhe ansteigt. Die nördl. Parallelkette beginnt erst ungefähr in der Mitte der Hauptkette und vereinigt sich im N. mit dem nördlich ziehenden Zweige der Hauptkette,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 42.