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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Augustulus; Augustus

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Augustulus - Augustus

ganz warmem Klima kann auch der Herbstschnitt schon fix und fertig im Monat August ausgeführt werden: in Norddeutschland sowie in Mitteldeutschland ist es jedoch nur bei der Kirsche möglich; dann folgt im September die Pflaume und später Birne, Äpfel und Pfirsich. Ein zu frühzeitiger Schnitt bewirkt einen neuen Austrieb, mangelhafte Holzreife und Frostschäden.

Augustulus, s. Romulus Augustulus.

Augustus, der erste röm. Kaiser, ursprünglich Gajus Octavius, der Sohn des Gajus Octavius (s. Octavier) und der Attia, einer Tochter der Julia, der jüngern Schwester des Julius Cäsar, der also sein Großoheim war, wurde 23. Sept. 63 v. Chr. geboren. Nach dem frühen Tode des Vaters (58 v. Chr.) wurde der erst vierjährige Sohn durch seine Mutter und Lucius Marcius Philippus, mit dem sich diese in zweiter Ehe vermählt hatte, sorgfältig erzogen. Seine Talente erwarben ihm die Gunst des Julius Cäsar, der ihn im J. 45 zum Haupterben einsetzte und testamentarisch an Kindesstatt annahm. A. befand sich, als Cäsar ermordet wurde (15. März 44), zu Apollonia in Illyrien, wo er bei dem Redner Apollodor in der Beredsamkeit unterrichtet wurde und auf den zum Parthischen Krieg abziehenden Cäsar, der ihn mitnehmen wollte, warten sollte. Nach Cäsars Tod ging er nach Italien. Bei Brundisium erfuhr er im April 44 den Inhalt von Cäsars Testament und nannte sich nun Julius Cäsar (Octavianus). Ende April oder Anfang Mai traf Octavian in Rom ein, wo der Konsul Antonius (s. d.) eine fast unbeschränkte Gewalt übte. Von diesem forderte Octavian die Ausantwortung von Cäsars Nachlaß. Auf des Antonius Weigerung kam es zwischen beiden zu Streitigkeiten, die, kurze Zeit scheinbar ausgeglichen, bald zu offener Gegnerschaft führten. Als Antonius Rom verlassen hatte, um die von seinem Bruder nach Brundisium geholten Legionen zu übernehmen und mit ihnen das Cisalpinische Gallien dein Decimus Brutus zu entreißen, begann Octavian ein Heer zu bilden, und hierbei bewahrte sich schon die schlaue Politik, durch die er später sich zum Herrn des röm. Staates machte. Er warb in Campanien und Samnium 10000 Veteranen des Cäsar an, erreichte, daß ein Teil der aus Macedonien zurückgekehrten, für Antonius bestimmten Legionen sich ihm anschloß, gewann Senat und Volk durch Cicero, der für die Republik zu wirken und Octavian zu benutzen meinte, während er in der That für diesen wirkte. Octavian war dann seit Anfang 43 zusammen mit den Konsuln Hirtius und Pansa an der Leitung der militär. Maßregeln in dem von dem Senat gegen Antonius geführten sog. Mutinensischen Kriege beteiligt; als dieser mit der Niederlage des Antonius, aber auch mit dem Tode der Konsuln geendigt hatte, weigerte sich Octavian, Antonius zu verfolgen, und setzte sich in Oberitalien fest. Jetzt offenbarte er seine wahre Gesinnung und trat den Republikanern feindlich entgegen. Er söhnte sich mit Antonius aus, als dieser mit Lepidus aus Gallien nach Italien zurückkehrte, und begründete in Gemeinschaft mit beiden bei Bologna (Ende Okt. 43) ein Triumvirat, worauf sie zusammen, nachdem sie Tausende ihrer Gegner in Rom und Italien hatten hinrichten lassen, 42 v. Chr. das republikanische Heer unter Brutus und Cassius bei Philippi in Macedonien besiegten. Bei der Teilung der Provinzen erhielt Antonius den Osten, Octavian den Westen mit Ausnahme Italiens, das neutral sein, und der afrikanischen Provinzen, die Lepidus erhalten sollte.

Nach seiner Rückkehr nach Italien erregte 41 v. Chr. Fulvia, des Antonius Gemahlin, in Gemeinschaft mit dessen Bruder Lucius Antonius einen Krieg (den Perusinischen) gegen Octavian. Dieser hatte unter die Veteranen Ländereien zu verteilen und deren bisherige Inhaber mit Geldern zu entschädigen, die M. Antonius liefern sollte, aber nicht schickte, so daß Octavian jenen wie diesen gegenüber in eine schwierige Lage geriet. Dies benutzte Lucius Antonius. Aber Agrippa, der Feldherr des Octavian, zwang den anfangs erfolgreichen Lucius Antonius, sich nach Perusia zu werfen. Dort wurde er belagert. Im Frühjahr 40 mußte er sich ergeben, Perusia ging in Flammen auf und eine größere Anzahl Ritter und Senatoren wurde hingerichtet. Fulvia entwich nach Griechenland. Schon drohte der Krieg zwischen Antonius, der nach Italien zurückkehrte, und Octavian auszubrechen, als der Tod der Fulvia eine Aussöhnung erleichterte. Durch den Brundisinischen Vergleich im J. 40, der durch die Verheiratung des Antonius mit Octavia, Octavians Schwester, befestigt ward, erhielt der letztere den Westen des Reichs. Er vermählte sich, nachdem er (39) seine Gemahlin Scribonia verstoßen hatte, mit Livia Drusilla (s. d.), der Gemahlin des Claudius Nero (38 v. Chr.), den er nötigte, sich von ihr scheiden zu lassen. Mit Sextus Pompejus (s. d.), dem Antonius die im Vertrage von Misenum 39 v. Chr. gemachten Zusagen nicht hielt, kam es 38 zu einem Kriege, den Octavians Feldherr Agrippa im J. 36; durch die Siege bei Mylä und Naulochus glücklich beendete. Lepidus (s. d.), der Sicilien in Anspruch nahm, verlor, da ihn seine Truppen verließen, jetzt auch Afrika, das ihm 40 übergeben worden war, und mußte sich an A. ergeben. So war nun Gewalt und Reich nur noch unter zwei Männer geteilt. Doch während Antonius im Orient allen Genüssen der Liebe und des Luxus sich hingab, verfolgte Octavian unausgesetzt seinen Plan, sich zum alleinigen Herrscher zu machen. Bestrebt, sich die Liebe des Volks zu erwerben, zeigte er Milde und Großmut, ohne den Schein zu haben, als strebe er nach der höchsten Gewalt; vielmehr erklärte er sich bereit, die Herrschaft niederzulegen, sobald Antonius von dem Kriege gegen die Parther zurückgekehrt sein würde, natürlich vorausgesetzt, daß sich Antonius bereden lasse, das Gleiche zu thun. Als Antonius durch den unglücklichen Partherkrieg, durch offenen Bruch mit der edeln Octavia und durch Preisgebung aller röm. Interessen an Kleopatra (s. d.) in Rom alles Ansehen verloren hatte, ließ Octavian 32 v. Chr. durch den Senat der Königin von Ägypten den Krieg erklären. Antonius wurde seiner Würde für verlustig erklärt und 31 v. Chr. in der Schlacht bei Actium (s. d.) völlig besiegt. Von nun an war Octavian Alleinherrscher, er verfolgte seinen Nebenbuhler nach Ägypten und endigte hier den Krieg. Antonius und Kleopatra gaben sich in Alexandria selbst den Tod. Octavian machte Ägypten zur röm. Provinz und ordnete die Verhältnisse des Orients während eines zweijährigen Aufenthalts. Bei seiner Rückkehr nach Rom im Aug. 29 v. Chr. hielt er einen dreitägigen Triumph, und die Schließung des Janustempels, die Auflösung vieler Legionen bezeichnete die Herstellung eines dauernden Friedens.

Im folgenden Jahre zum Censor ernannt, erlangte Octavian die Macht, aus dem Senat alle