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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bancroft; Bancroft-Verträge; Band; Banda

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Bancroft (Hubert Howe) - Bànda

(Rhode-Island). Er starb 17. Jan. 1891 zu Washington. Seine erste histor. Arbeit, die Übersetzung von Heerens «Ideen über Politik», erschien 1824. 1834 folgte Bd. 1 seines Lebenswerkes: «The history of the United States», 1874 Bd. 10, der die Geschichte bis zur Unabhängigkeitserklärung führt (deutsch Lpz. 1845-75). Ein Supplement: «History of the Formation of the Constitution of the United States» (2 Bde., Neuyork 1882), geht bis 1789. Das Werk (6 Bde., Neuyork 1885; Luxusausg. ebd. 1892) ist bedeutend durch die Materialsammlung. B. schrieb ferner: «The Bank of the United States» (1831), «The documentary history of the revolution» (1835), «The Necessity, the Reality and the Promise of the Human Race» (1845), «Literary and historical Miscellanies» (1855), «A plea for the constitution of the United States» (1886); Reden auf Andrew Jackson und Abraham Lincoln. Nach seinem Tode gab Dyer heraus «History of the Battle of Lake Erie, and miscellaneous papers, and Life and writings of G. B.» (1891).

Bancroft (spr. bänkrofft), Hubert Howe, amerik. Historiker, geb. 5. Mai 1832 zu Granville (Ohio), anfangs Buchhändler zu Buffalo (Neuyork), seit 1852 in Kalifornien. Mit den Mitteln, die sein blühendes Geschäft ihm bot, sammelte er eifrig Bücher über die Geschichte der Weststaaten und zugleich die mündlichen Traditionen der Ansiedler u. s. w. Seine Bibliothek von 45000 Bänden diente in erster Linie als Quellenmaterial für die groß angelegte «History of the Pacific States» (Geschichte der Staaten der Pacificküste, von Centralamerika bis Alaska). Die Vorarbeiten führen Gehilfen aus. B. behält sich die Durchsicht und einzelne Kapitel vor. Als Fortsetzung dienen die «Chronicles of the builders of the Commonwealth» (San Francisco seit 1891).

Bancroft-Verträge, die Verträge, welche die Vereinigten Staaten von Amerika durch ihren Gesandten Bancroft mit dem Norddeutschen Bunde und den süddeutschen Staaten über die wechselseitige Anerkennung der von deutschen Auswanderern in Amerika oder von Amerikanern in Deutschland erworbenen Nationalität 1868 und 1869 abschlossen. Angehörige des einen Staatsgebietes, welche indem andern Staatsgebiet naturalisiert sind und sich dort ununterbrochen 5 Jahre lang aufgehalten haben, sollen auch von jenen Staaten als Angehörige dieses andern Staatsgebietes angesehen werden. Kehrt aber der so Naturalisierte in sein ursprüngliches Vaterland zurück ohne die Absicht, nach dem andern Staatsgebiet zurückzukehren (was bei zweijährigem Aufenthalt als vorhanden angesehen werden kann), so soll er als auf die Naturalisation in jenem Staatsgebiet verzichtend angesehen werden. Außerdem enthalten die Verträge Bestimmungen über Auslieferungen und Bestrafungen.

Band, in der Weberei, s. Bandfabrikation; in der Anatomie, s. Bänder. - In der Architektur beißt B. ein aus einer Wandfläche, namentlich der Gebäudefacade, hervortretendes, streifenartig und horizontal verlaufendes Glied von rechteckigem Querschnitt (s. beistehende Figur).

^[Abb.]

Es findetet sich an Gesimsen, aber auch auf Säulenschäften als Binde. – Einfliegendes B., Spruchband, Nachbildung eines verschlungenen, gewebten B., wird oft ornamental in der Plastik und Malerei zur Aufnahme einer Inschrift verwendet. - In der Zimmerkunst nennt man B. ein in schräger Richtung zur Unterstützung oder Verbindung zweier parallel oder im Winkel zueinander liegender Hölzer mit diesen verbundenes Stück Langholz. Kreuzen sich zwei B., so nennt man sie Kreuzband. Bei Fachwerk (s. d.) wird diese Verbindungsart viel verwendet. - Beim Beschlag an Thüren, Fenstern u. s. w. nennt man das B. jenen meist in Metall gebildeten Teil, der sich in den Angeln (s. d.) bewegt und zugleich die Eckverbindungen der Flügel zusammenhält (Scharnierband und Winkelband). In der Gotik und den folgenden Stilen wurde diese Art B. meist aus Schmiedeeisen gebildet und reich verziert. Auch neuerdings hat man diese Form der B. vielfach wieder aufgenommen.

Banda, frühere Allgemeinbezeichnung für Blas- und Schlagmusikchöre, entsprechend der sog. Janitscharenmusik (s. d.). In Italien beißen städtische und Militärkapellen B. (B. civica, militare).

Banda, Dar-Banda, Landschaft der Niam-Niam im mittlern Afrika, im SSO. von Wadai und Dar-Nunga, das unerforschte, aber wahrscheinliche Quellgebiet des Schari und der Zuflüsse zum Uelle.

Banda. 1) Distrikt in der Division Allahabad der indobrit. Lieutenant-Gouverneurschaft der Nordwestprovinzen, zwischen 24° 53¼' und 25° 55' nördl. Br. und zwischen 80° 2¾' und 81° 36¼' östl. L. von Greenwich, grenzt im N. und NO. an die Dschamna, im O. an den Distrikt Allahabad, im SO. und S. an die Vasallenstaaten Panna, Tscharkari und Newa, im W. au den Fluß Ken, den Distrikt Hamirpur und den Vasallenstaat Gaurihar, hat 7928 qkm und (1891) 705695 E. (1881: 698608, darunter 657413 Hindu, 40627 [5,8 Proz.] Mohammedaner, 278 Christen, 269 Dschain, 21 Sikh). Unter den Hindu sind sehr zahlreich die Brahmanen (106099), die mit 58381 Radschputen den Hauptstamm der Landbauer bilden. Das anmutig wechselnde Gelände des Distrikts fällt vom centralind. Tafellande und von den Windhjabergen im SO. ab zur Dschamna und zum Ken im N. und W. Den höhern, südl. Teil bilden bewaldete Gneisberge, teils massive Geschiebe, teils zahlreiche, durch tiefe Schluchten getrennte Felsblöcke und (oft mit Ruinen früherer Befestigungen gekrönte) Einzelfelsen, deren höchste Gipfel sich bis zu 400 m ü. d. M. erheben; viele Bäche und Flüsse zerklüften dieses Bergland, doch versiegen sie, mir Ausnahme des Ken, während der trocknen Monate. Weiter nördlich dehnt sich eine wellige Ebene, die in Terrassen zum Thale der Dschamna abfällt. Die für das Bergland so charakteristischen Felsblöcke finden sich auch hier, nehmen aber zur Dschamna hin an Größe und Zahl ab. Die Ebene, der fruchtbarste Teil des Distrikts B., mit schwarzem, sehr ergiebigem Boden, verbreitert sich nach W. (am breitesten ist sie bei der Stadt B.); nach Osten hin wird sie allmählich schmäler, bis sie sich am Fuße der Windhjaberge verliert. Nach der Dschamna hin finden sich sumpfige, zum Teil mit Unterholz bestandene Strecken. Die Flüsse strömen in tief ausgeschnittenen breiten Betten, so daß sie die Ufer nicht überfluten; nur die Dschamna überschwemmt und befruchtet ihr eigenes Thal.

Der Distrikt ist mäßig bewaldet; zahlreich sind Antilopen (darunter der Nilgau oder die weißfüßige Antilope, Portax pictus Pallas), Wildschweine, Edelwild, Leoparden und Hyänen, auch Schlau-^[folgende Seite]