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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Banffy-Hunyad; Bánffy de Lofoncz; Bang; Bangala; Bangalore; Bangalow; Bangalur

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Bánffy de Losoncz - Bangalur(u)

hat (1891) als Burgflecken 3871 E., als Parlamentsborough mit der Stadt Macduff am östl. Ufer der Deveronmündung 7598 E., eine schöne Brücke von sieben Bogen zwischen beiden Städten, ein schönes Stadthaus, eine 1786 gegründete Akademie, eine Lateinschule (1541), eine Handelsschule und mehrere Bibliotheken; Eisengießerei, Tau- und Segeltuchfabrikation, eine Brennerei und eine Brauerei. Hauptausfuhrartikel von B. sind Korn, Vieh, Lachs und Heringe. Das Schloß Duff (Duff-House), ein Landsitz des Grafen von Fife, hat wertvolle Gemälde und einen großen Park.

Bánffy de Lofoncz, Desider, Freiherr von, ungar. Staatsmann, geb. 28. Okt. 1843 in Klausenburg, studierte dort, in Berlin und Leipzig die Rechte, trat in den Staatsdienst und war als Obergespan verschiedener siebenbürg. Komitate thätig. Infolge dieser Würde war B. auch Mitglied der Magnatentafel, die ihn bei ihrer Reorganisation 1885, zum lebenslänglichen Mitglied wählte. 1892 erhielt er ein Mandat für das Abgeordnetenhaus und wurde dessen Präsident. Nach dem Rücktritt des Kabinetts Wekerle wurde B. Jan. 1895 mit der Bildung eines neuen Ministeriums betraut, mit dem er sich 19. Jan. beiden Häusern des Reichstags vorstellte.

Banffy-Hunyad, Groß-Gemeinde im ungar. Komitat Klausenburg (Kolozs) in Siebenbürgen, nahe der Quelle der Schnellen Körös, an der Linie Püspök-Ladány-Großwardein-Tövis-Predeal der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 3666 meist magyar. E. (255 Rumänen), Post, Telegraph, Bezirksgericht, feste Schlösser der bekannten Familien Bánffy und Barcfay, eine alte. befestigte kalvinische Kirche, eine höhere Volks- und eine Holzschnitzschule, Sparkasse, Spielwarenfabrik und bedeutende Jahrmärkte.

Bang, ostind. Berauschungsmittel, s. Bhang.

Bang, Hermann Joach., dän. Schriftsteller, geb. 20. April 1857 auf Seeland, Enkel von Oluf Lundt B., studierte seit 1875 auf der Akademie zu Sorö, dann zu Kopenhagen die Rechte, ging jedoch bald zur Belletristik über, zunächst als Berichterstatter Kopenhagener (besonders «Dagbladet» und «Nationaltidende») und norweg. Zeitungen im Auslande, was u. a. zu seiner Ausweisung aus Berlin führte. Er trat zuerst mit den Essays «Realisme og Realister» (1879) und «Kritiske Studier» (1880) hervor, auch mit einem franz. Art nachahmenden dramat. Proverbe. Seitdem schrieb B. außer feuilletonistischen Skizzen eine Reihe naturalistischer Erzählungen, wie «Haablöse Slägter» (1880), «Fädra» (1883). dramatisiert als «Ellen Urne» (1885), «Excentriske Noveller» (1885), «Stille Eksistentser» (1886, vier Lebensbilder mit der Glanznummer «Ved Vejen»), die Romane «Stuk» (1887), Kopenhagener Sittenbilder, und «Tine» (l889; im Kriege 1864 spielend), «Under Aaget», Novellensammlung (1890), «Ti Aaar» (1891); ferner «Digte» (1889), «Teatret» (1892).

Bang, Peter Georg, dän. Jurist und Staatsmann, geb. 7. Okt. 1797 zu Kopenhagen, studierte daselbst Jurisprudenz, wurde 1826 Gerichtsassessor, 1830 ord. Professor der Rechte an der Universität seiner Vaterstadt und 1836 Direktor der Nationalbank. Seit der Berufung der ersten Ständeversammlungen (1834) ist sein Name mit der polit. Geschichte Dänemarks eng verbunden. Er war einer der Abgeordneten der Hauptstadt (1834-44) und 1846 königl. Kommissar bei den Roeskilder Ständen, später Mitglied der grundgesetzgebenden Reichsversammlung, bis er nach einer kurzen Anstellung als Amtmann in Holbaek 16. Nov. 1848 das Portefeuille des Innern übernahm, das er jedoch 21. Sept. 1849 wieder niederlegte. B. wurde hierauf zum Domänendirektor ernannt, übernahm aber schon 7. Dez. 1851 wieder interimistisch das Ministerium des Kultus bis 3. Juni 1852 und 27. Jan. 1852 bis 21. April 1853 auch das Innere. Am 12. Dez. 1854 trat er an die Spitze des Kabinetts, welches 2. Okt. 1855 das Verfassungsgesetz für den Gesamtstaat durchsetzte. Bei seinem Rücktritte (18. Okt. 1856) wurde er Geh. Konferenzrat und Justitiarius beim Höchstengericht und starb in dieser Stellung 2. April 1861. B.s Hauptwerke sind: «Lärebog i de til den romerske private Ret henhörende Tiscipliner» (2Bde., Kopenh. 1833-35) und «Systematisk Fremstilling af den danske Procesmaade» (mit J. C. Larsen, 5 Bde., ebd. 1841-43).

Bangala, Negerstamm und Station, s. Kongostaat

Bangalore, s. Bangalur(u).

Bangalow, s. Bungalow.

Bangalur(u) (engl. Bangalore, d. h. Bohnenstadt), Hauptstadt des Distrikts B. und des brit. Vasallenstaates Maisur (s. d.) in Ostindien, 12° 57' nördl. Br., 77° 37' östl. L., in 914 m Höhe in einer sehr fruchtbaren Gegend. B. hatte 1881: 155857 E. (13344 mehr als 1871), darunter 108669 Hindu, 29521 Mohammedaner, 17430 Christen und 224 Dschain, 1891: 180366 E. Im Südwesten der Stadt steht ein Fort, nördlich davon liegt das alte Eingeborenenviertel (der sog. Pet), weiter nach Nordost das europäische und das neue Eingeborenenviertel, die Kasernen und Bazare. Der Pet hat 62317, das engl. Viertel mit der neuen Eingeborenenstadt 93540 E. An der zwischen den beiden Eingeborenenvierteln gelegenen Ebene, auf der Wettrennen, Paraden u. s. w. abgehalten werden, liegen die Hauptregierungsgebäude, der Bahnhof und eine Reibe neuer öffentlicher Gebäude in griech. Stile. Sonstige Gebäude sind: acht christl. Kirchen, viele Hindutempel und mohammed. Moscheen, das Central College (Hochschule) und im äußersten Norden der neue Palast des Maharadscha von Maisur. 1,6 km östlich vom Fort der Lal-Bagh, ein herrlicher Park ans der Zeit Haidar Alis, jetzt mit botan. Garten. - B. ist ein lebhafter Industrie- und Handelsplatz, besonders für Getreide und Baumwolle. Die früher sehr bedeutende Produktion von Rohseide hat jetzt abgenommen. Besonders bekannt ist B. durch seine Teppiche. In der alten und in der neuen Stadt finden große Märkte statt. 29 Aktiengesellschaften befassen sich mit Handels- und Bankgeschäften. Eisenbahnlinien führen nach Madras im Osten, Maisur im Südwesten und Tumkur im Nordwesten; mittelbar, durch eine Zweiglinie von dem Knotenpunkt Dschollarpett, ist es mit Negapattan an der Ostküste und mit Calicut an der Westküste verbunden. Im Bau begriffen ist die Linie über Tumkur zur Verbindung mit Goa und Bombay; geplant ist die Fortsetzung der Linie über Maisur direkt nach Calicut.

Die Geschichte B.s reicht bis zur Gründung des Forts zurück, das 1537 von den Hindu angelegt wurde. 1638 kam B. an Bidschapur; Aurangseb, in dessen Besitz es 1687 gelangte, verkaufte es an den Radscha von Maisur. 1758 trat der damalige Radscha das Fort und die Umgebung als Dscha-gir (Landlehen) an Haidar Ali ab. Als dieser zur Regierung gelangte, vergrößerte er (1761) das Fort und machte es zur thatsächlichen Residenz, obwohl Srirangapattan die nominelle Hauptstadt blieb. Im