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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Baßgeige - Bassompierre

Ausbruche des franz. Krieges im Okt. 1806" (Lpz. 1847); "Die Kurmark Brandenburg im Zusammenhang mit den Schicksalen des Gesamtstaates Preußen während der Zeit vom 22. Okt. 1806 bis zu Ende des J. 1808" (2 Bde., ebd. 1851 - 52); "Die Kurmark Brandenburg im Zusammenhange mit den Schicksalen des Gesamtstaates Preußen während der J. 1809 und 1810" (hg. von K. von Reinhard, ebd. 1860).

Baßgeige, s. Violon und Violoncello.

Bassĭa., Pflanzengattung aus der Familie der Sapotaceen (s. d.). Die etwa 30 Arten, Ostindien und den Inseln des Indischen Archipels angehörig, sind Bäume mit blattwinkelständigen, in Büschel gestellten Blüten. Die Früchte sind kugelige oder eiförmige fleischige große Beeren mit sehr viel Fett enthaltenden Samen. In den Blättern und Stämmen finden sich reichliche Mengen von Milchsaft. Aus den Samen einiger Arten wird durch Zerkleinern und Auspressen oder Auskochen ein butterartiges Fett gewonnen (s. Bassiafette).

Bassĭafette, zusammenfassende Bezeichnung für eine Anzahl von Pflanzenfetten, die sämtlich aus den Samen verschiedener Arten der Gattung Bassia (s. d.) gewonnen werden und unter verschiedenen Namen zum Teil auch in den europ.Handel gebracht werden. Von welcher Bassiaspecies die einzelnen Fettarten abstammen, ist jedoch bei mehrern derselben noch nicht mit Sicherheit bekannt. Diese B. werden durch Zerkleinern der Samen und Auspressen oder Auskochen derselben mit Wasser gewonnen und dienen den Eingeborenen in den Produktionsländern als Genußmittel, während sie bei uns in der Seifen- und Kerzenfabrikation Verwendung finden. Die Ware kommt von Ostindien und der Westküste Afrikas. Man unterscheidet mehrere Arten von B. 1) Galambutter (Bambukbutter, Sheabutter) stammt von der im Innern Westafrikas wachsenden Bassia Parkii Hassk., deren Fruchtkerne die Gestalt derjenigen der Roßkastanie und auch dieselbe Farbe besitzen. Das daraus gewonnene Fett ist grünlichweiß, schmilzt bei 43° C. und hat bei 15° C. ein spec. Gewicht von 0,9540. Der Fettgehalt der Kerne soll 49 - 52 Proz. betragen. 2) Illipefett (Mahwabutter) soll von den in Indien heimischen Bassia latifolia und longifolia Roxb. abstammen, ist frisch grünlichgelb, wird später weiß, von 0,953 spec. Gewicht, schmilzt schon zwischen 25 und 29° C. 3) Phulwarabutter (Pulawarabutter, Chooriebutter, Ghee, Fulwa) stammt von der im Himalajagebirge wachsendcn Bassia butyracea Roxb., ist weiß, geruchlos, von 0,9540 spec. Gewicht, schmilzt bei 48 - 49° C. Die Kerne geben 50 - 52 Proz. Fett. Von welchen Bassiaarten die beiden folgenden abstammen, ist noch nicht bekannt. 4) Djavefett, von grünlich-gelber Farbe, schmilzt bei 40° C. 5) Noungonfett, dem vorigen sehr ähnlich, besitzt einen unangenehmen räucherigen Geruch. Alle Sorten des Bassiafetts haben, mit Ausnahme von Nr. 3 und 5, im frischen Zustande einen angenehmen kakaoähnlichen Geruch, werden aber bald ranzig.

Bassigdrehen, s. Passigdrehen.

Bassigny (spr. -injih), s. Langres.

Bāßim, ursprünglich Waßim (früher englisch verderbt Bassein). 1) Indobrit. Distrikt im westl. Berar (s. d.), unter der Jurisdiktion des brit. Residenten zu Haidarabad im Dekan, grenzt im N. an die Distrikte Akola und Amraoti, im O. an den Distrikt Wun, im S. an die Penganga und das Gebiet des Nisam von Haidarabad, im W. an den Distrikt Buldana und hat (1881) 7661 qkm, 358883 E. (darunter 335647 Hindu, 19715 Mohammedaner, 3362 Dschain, 107 Christen, 51 Sikh). Der westlichste Teil des Landes, der Ta'alluqa (Bezirk) B., ist ein fruchtbares Tafelland von 300 m Meereshöhe, während die beiden übrigen Ta'alluqa, Mangrul und Pußad, nur aus niedrigen Hügeln mit spärlichem Graswuchs bestehen. Einzelne Berggipfel erheben sich bis zu 600 m Höhe. Eisenerz in Fülle und minderwertiges Teakholz in den dichten Wäldern sind die Haupterzeugnisse für die Industrie, Baumwolle, Weizen, Hirse, Gummi und Farbstoffe für den Handel. - 2) Hauptstadt des Distrikts B., 20° 6¾' nördl. Br., 77° 11' östl. L., in 536 m Höhe, hat (1881) 11576 E.

Bassin (frz., spr. -ßäng), Becken, insbesondere ein künstlich angelegtes größeres Wasserbecken (Schwimm-, Hafenbassin). In geolog. Bedeutung s. Becken.

Bassinat (frz., spr. -nah), Flockseide (s. Seide).

Bassinet (frz., spr. -neh), mittelalterliche Helmform, s. Kesselhaube.

Baßinstrumente, die dem Singbaß an Tiefe und Klangart ähnlichen Musikinstrumente. Sie verschmelzen sich leicht mit diesem und bilden teils zu seiner Unterstützung, teils allein die harmonische Grundlage eines Tonstücks. Die B. sind dreierlei Art: mit Saiten, nämlich Kontrabaß und Violoncell; zum Blasen, unter denen das Fagott und die Baßposaune den ersten Platz einnehmen; zum Schlagen, wie Pauke und Trommel. Auch Klavier und Orgel werden als B. gebraucht; namentlich übertrifft eine starke Orgel mit ihren tiefen Registern an Gewalt alle andern Instrumente.

Bassist, Baßsänger, s. Baß.

Baßklausel, in der Musik der von der Dominante zur Tonika fortschreitende Baß, durch den der vollkommene Tonschluß bewirkt wird.

Basso continŭo oder Basso continuāto (ital.), die bezifferte Baßstimme, nach der im 17. und 18. Jahrh. alle mehrstimmigen Kompositionen vom Flügel oder von der Orgel aus begleitet wurden, Continuo (fortlaufend) wurde dieser Baß genannt, weil er im Gegensatz zu den hie und da pausierenden Sing- oder Orchesterbässen ununterbrochen durch das ganze Stück fortlief, immer mit den jeweilig tiefsten Stimmen im Einklang. Der B. c. ist nicht eine selbständige einzelne Stimme, sondern eine Art stenographierter Skizze der Harmoniefolge, nach der der kundige Begleiter das Fehlende ergänzt. In diesem Sinne wurde der B. c. schon im 16. Jahrh. ausgebildet und von Viadana um 1600 in ein System gebracht. In der Tonkunst der klassischen Zeit hat er große Bedeutung. (S. Generalbaß.)

Bassompierre (spr. -ongpĭähr), François, Baron von, Marschall von Frankreich, aus dem Hause Ravenstein, geb. 12. April 1579 zu Harouel in Lothringen, kam an den franz. Hof, wo er die Gunst Heinrichs IV. erlangte, und wurde 1610 Mitglied des Staatsrats und Befehlshaber eines Regiments. Nach der Ermordung Heinrichs IV. hielt sich B. zur Partei der Königin, die ihn zum Commandeur der Schweizer ernannte. Er unterstützte dann aber Ludwig XIII. gegen dessen Mutter. 1622 zum Marschall von Frankreich erhoben, mußte B. Gesandtschaften nach Spanien, der Schweiz und England übernehmen. Später war er bei der Belagerung von La Rochelle thätig, erstürmte 1629 den Paß von Susa