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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bause - Bautaxe

Bause, s. Pause.

Bause, Joh. Friedr., Kupferstecher, geb. 5. Jan.1738 zu Halle, war Professor an der Kunstakademie zu Leipzig und starb 3. Jan. 1814 zu Weimar. Seine histor. Blätter und vorzüglich seine Bildnisse nach Graff und Öser sind geschätzt.Sein ganzes Kupferstichwerk enthält über 200 Blätter. - Vgl. Keil, Katalog des Kupferstichwerks von B. (Lpz. 1849).

Bausk, russ. Stadt, s. Bauske.

Bauskattun, s. Pausleinwand.

Bauske (Bausk), Stadt im Kreis Mitau des russ. Gouvernements Kurland, 45 km südöstlich von Mitau, am Zusammenflusse der Memel und der Muße, die hier den Fluß Aa bilden, hat (1888) 7085 E., Post, eine griech. Kapelle, eine luth. Kirche, 2 Svnagogen; Lederfabrik, Branntweinbrennerei, Ziegelei, Gärtnerei und Obstbau. Das Schloß B., 1456 vom Ordensmeister Joh. von Mengden gegründet, wurde 1625 von den Schweden genommen. 1812 war hier ein Gefecht zwischen York und den Russen. - Vgl. Schmidt, Die Schlösser B. und Mesoten (Mitau 1890).

Bausleinwand, Bauspapier, s Pausleinwand, Pauspapier.

Baustein, s. Bruchsteine, Mauersteine, Quader.

Baustil, die eigenartige baukünstlerische Ausdrucksweise, d. h. die Formen der Architektur, eines Volks und einer Zeit, wie sie sich aus der Sitte, der Religion, dem Bedürfnis und zugleich aus dem zur Verfügung stehenden Baumaterial zu einer in sich fertigen Form entwickelt (s. Baukunst).

Bautain (spr. botäng), Louis Eugene Marie, franz. Philosoph und Theolog, geb. 17. Febr. 1796 zu Paris, erhielt seine Bildung auf der Normalschule, war seit 1816 Professor am Gymnasium, dann an der Universität zu Straßburg, wurde aber wegen seines Freisinns 1822 suspendiert. 1828 wurde er Priester, später Domherr des Münsterstifts und Vorsteher des Kleinen Seminars in Straßburg. Da er mündlich und schriftlich lehrte, daß die göttliche Offenbarung als einzige Quelle und Vermittlerin aller Gewißheit über religiöse und sittliche Wahrheiten zu betrachten und bei deren Annahme jede Mitwirkung der Vernunftthätigkeit ausgeschlossen sei, so geriet er mit seinem Bischof in Streit. Noch schärfern Angriffen setzte er sich aus, als er in "De l'enseignement de la philosophie en France au XIXe siècle (Straßb. 1833), ergänzt durch sein Nachlaßwerk, "De l'éducation publique en France au XIXe siècle" (Par. 1876), die scholastische Methode des philos. Unterrichts verwarf, und als das Werk "Philosophie du christianisme, correspondances religieuses de Mr. Louis B." (2 Bde., ebd. 1835) von seinem Schüler Abbé Bonnechose herausgegeben wurde. B. ging 1838 nach Rom, ließ sich 1840 zu einem Widerruf ("Lettre à Msgr. de Trevern, évéque de Strasbourg") bestimmen und lebte dann in Paris als vielbesuchter Prediger und Lehrer. 1848 ward er Obervikar der Pariser Diöcese, 1853 Professor der Moraltheologie an der Sorbonne und starb 18. Okt. 1867 zu Paris. Von B.s Schriften, die einen religiös-philos. Eklekticismus aus Augustin, Plato, Kant u. s. w. darstellen, sind noch zu nennen: "Psychologie expérimentale" (2 Bde., Straßb. 1839; deutsch von Dalhoff, Münst. 1853; als "L'esprit humain et ses facultés", Par. 1859), "La philosophie morale" (2 Bde., Par. 1840; deutsch von Gaißer, Tüb. 1855), "La liberté et la religion considérées dans leurs rapports" (Par. 1848; deutsch Schaffh. 1851), eine Sammlung seiner Pariser Kanzelvorträge, und "La morale de l'Évangile comparée aux divers systèmes de morale" (Par. 1855; deutsch Tüb. 1856), Vorlesungen an der Sorbonne; endlich Bücher erbaulichen Inhalts, wie "Conseils spirituels", "La chrétienne de nos jours" u. a.

Bautasteine, in Skandinavien hohe, ganz unbearbeitete und inschriftlose Steine, die einzeln oder auch in Gruppen stehen und auf oder neben den Grabhügeln als Gedenksteine dienten. Vereinzelt findet man sie auch in Gräbern, ab und zu mit symbolischen Zeichen. An Stelle der B. traten mit dem 6. Jahrh. die Runensteine. - Vgl. Engelhardt in "Aarbøger for nord. Oldkyndighed" (1876).

Bautaxe, die Abschätzung des gegenwärtigen Wertes eines Gebäudes. Denselben kann man von zwei verschiedenen Gesichtspunkten aus beurteilen.

a. Man betrachtet den gesuchten Gebäudewert W als ein Kapital, dessen Zinsen durch den jährlichen Reinertrag des Gebäudes dargestellt werden, wobei als Reinertrag die jährlichen Einnahmen (Miete) abzüglich der jährlichen Ausgaben (Abgaben, Versicherungsbeiträge, Arbeitslöhne, Verwaltungs- und Unterhaltungskosten u. s. w.) zu verstehen sind. Der Zinsfuß wird dabei gewöhnlich zu 5 Proz. angenommen, so daß der gesuchte Gebäudewert W das 20fache des jährlichen Reinertrages ausmacht.

b. Man berechnet auf Grund eines Bauanschlags (s .d.) - und zwar begnügt man sich in der Regel mit einem generellen - den Neuwert N des Gebäudes und zieht davon die durch Alter und Abnutzung bedingte Entwertung E ab. Bei der Berechnung dieser Entwertung, die mit dem Alter A zunimmt, geht man von der gesamten voraussichtlichen Lebensdauer D des Gebäudes aus, für die unter normalen Verhältnissen folgende erfahrungsmäßige Zahlen gelten:

^[Tabellenanfang]

Bauart und Zweck des Gebäudes D in Jahren

Wohnhaus mit gewölbtem Keller, ausgebautem Dach, massiven Umfassungen und massiven Scheidewänden 250

Wohnhaus mit gewölbtem Keller, ausgebautem Dach, massiven Umfassungen, Scheidewänden aus Fachwerk 180

Wohnhaus, nur teilweis unterkellert oder mit Balkenkeller, unausgebautem Dach und Scheidewänden aus Fachwerk 160

Wohnhaus mit Fachwerksumfassungen 100

Werkstätte, Brennerei, Brauerei zum Teil gewölbt 100

Dergleichen in Fachwerk 70

Magazine mit massiven Mauern 170

Scheunen, Schuppen, Ställe mit massiven Mauern, Balkendecken 100

Ställe, gewölbt 150

^[Tabellenende]

Beim Ende der Lebensdauer D kommt die Entwertung E dem Neuwert N gleich. Man berechnet N nach einer der folgenden drei zur Zeit gebräuchlichen Formeln. 1) E = A·N/D, 2) E = A²·N/D², 3) A(A+D)·N/2D². Formel 1 nimmt an, daß die Entwertung dem Alter proportional sei, während sie bei Formel 2 dem Quadrat des Alters propor-^[folgende Seite]