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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Beātus; Beātus ille qui procul negotĭis; Beātus Rhenānus; Beaucaire; Beauce; Beauchamp; Beaucourt; Beaufort

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Beatus - Beaufort (in Südafrika)

von A. Bower (Lond. 1804); W. Forbes, An account of the life and writings of J. B., with many of his letters (2 Bde., Edinb. 1806; 2. Aufl. 1812); Mallet, Sur la vie et les écrits de J. B. (in den «Comptes rendus» der Akademie, 1863).

Beātus (lat.), selig, ein vom Papst Seliggesprochener.

Beātus ille qui procul negotĭis, «glücklich der, der fern von Geschäften» (d. h. fern von dem lauten Treiben der Stadt, dem geschäftlichen und polit. Leben), Stelle aus Horaz' «Epoden» (2, 1).

Beātus Rhenānus, eigentlich Bild (Rhenanus nach Rheinau, der Heimat des Vaters), deutscher Humanist, geb. 1485 zu Schlettstadt, studierte in Paris, lebte seit 1507 in Straßburg, Basel und Schlettstadt, wo er 1526 dauernden Wohnsitz nahm. Auf einer Reise starb er 20. Juli 1547 in Straßburg. B. R. war ein ausgezeichneter Kritiker und Herausgeber. Vellejus Paterculus hat er zuerst veröffentlicht (Bas. 1520). Seine zahlreichen Ausgaben lat. Prosaiker, namentlich der Werke des Tacitus, zeichnete glänzende Konjekturalkritik aus. Sein Geschichtswerk «Rerum Germanicarum libri tres» (Bas. 1531) besitzt neben seiner patriotischen Wärme auch wissenschaftlichen Wert. Beziehungen zum Baseler und Straßburger Buchdruck ermöglichten es ihm, den Druck wichtiger Schriften, namentlich der seines Freundes Erasmus, zu überwachen. – Vgl. Horawitz, B. R. (Wien 1872); B. R.' Briefwechsel gaben Horawitz und Hartfelder (Lpz. 1886) heraus.

Beaucaire (spr. bokähr; lat. Ugernum), Hauptstadt des Kantons B. (192,33 qkm, 4 Gemeinden, 14426 E.) im Arrondissement Nimes des franz. Depart. Gard, liegt 24 km östlich von Nimes, am rechten Ufer der Rhône, Tarascon gegenüber, mit dem es durch eine 520 m lange Hängebrücke und einen 597 m langen, auf acht Bogen ruhenden Viadukt in Verbindung steht, an den Linien Tarascon-Nimes-B. (391 km) und Tarascon-Le Martinet (86 km) der Franz. Mittelmeerbahn und steht durch den 47 km langen Kanal von Aiguesmortes mit dem Mittelmeer, und mit dem Canal du Midi und außerdem durch Dampfschiffahrt auf der Rhône mit Lyon in Verbindung. Die sonst gutgebaute Stadt hat enge Straßen, Parochialkirche, ein Theater, nicht unbedeutende Gewerbthätigkeit, wichtigen Durchgangshandel, (1891) 7635, als Gemeinde 8947 E. Über dem Meßplatz an der Rhône erheben sich die Ruinen eines Felsenschlosses (Bellum Quadrum), einst der Grenzposten gegen die Provence. Die altberühmte Magdalenenmesse von B., angeblich 1217 vom Grafen Raimund Ⅵ. von Toulouse gestiftet, urkundlich 1315 erwähnt, dauert vom 21. bis 28. Juli. In frühern Zeiten von Kaufleuten und Fabrikanten aus allen Ländern Europas, aus der Levante und selbst aus Persien und Armenien besucht, verringerte sich schon im 17. Jahrh. ihre Bedeutung durch die Aufhebung der Abgabenfreiheit seit 1632, die Kriege mit dem Auslande sowie die Warenlager zu Marseille, Lyon u. s. w. Seit der Revolution beschränkt sich der Handel auf Seide und Seidenfabrikate, Nimes-Shawls, Leinen, Tuch, Leder, Wolle und Baumwolle, Wein, Branntwein, Olivenöl, Südfrüchte, Spezereien, Parfümerien und Materialwaren. Immerhin wird die Messe noch von etwa 50000 Personen besucht, und der Warenumsatz beläuft sich auf 20 Mill. Frs.

B. hatte unter den Römern als Castrum und Stationsort an der (1731 entdeckten) großen Straße von Nemausus (Nimes) nach Italien Bedeutung, wie die aufgefundenen Altertümer bezeugen. Im 12. Jahrh. spielt die schon ansehnliche Stadt in den Schriften der Troubadours eine Rolle. 1215 wurde sie Simon von Montfort übergeben, aber 1216 vom Grafen Raimund Ⅵ. genommen, welcher die Bürger für ihre Treue mit Vermehrung ihrer Privilegien belohnte. Seit der Eroberung durch Ludwig Ⅷ. 1226 war sie bis zur Revolution Sitz eines Seneschallats mit weitem Gebiete; 1576 wurde sie einer der Sicherheitsorte der Protestanten. In den Hugenottenkriegen hatte B. viel zu leiden, und 1632 zerstörte Richelieu das Schloß. ^[Spaltenwechsel]

Beauce (spr. bohß), eine Landschaft im Südwesten von Paris, als dessen Kornkammer sie von jeher galt. Mit Chartres als Hauptstadt dehnt sie sich nördlich bis Dreux, südlich bis Bonneval aus und gehört zu den Depart. Eure-et-Loir, Seine-et-Oise, Loiret und Loir-et-Cher. Die B. ist eine hügellose, etwa 3300 qkm umfassende Ebene tertiärer Bildung und von solcher Fruchtbarkeit, daß das Depart. Eure-et-Loir dreimal mehr Getreide erzeugt als im Durchschnitt die übrigen franz. Departements. Auch Gemüse, Runkelrüben, Krapp, Hanf, Flachs bauen die Beaucerons (Bewohner der B.) in bedeutender Menge, und mit dem Feldbau geht eine bedeutende Rinder- und Schafzucht Hand in Hand.

Beauchamp (spr. bihtschämm), engl. Adelsfamilie, s. Warwick.

Beauchamp (spr. boscháng), Alphonse de, franz. Geschichtschreiber und Publizist, geb. 1767 in Monaco, wo sein Vater Platzkommandant war, erhielt seine Erziehung in Paris, trat in sardin. Dienste, dankte aber beim Ausbruche des Krieges mit Frankreich ab und wurde, deshalb verdächtig, auf die Festung gebracht. Nach der Freilassung ging er nach Frankreich, wurde bei der Pariser Polizei angestellt und erregte durch die im bourbonistischen Sinne geschriebene «Histoire de la guerre de la Vendée et des Chouans, ou tableau des guerres civiles de l'ouest» (3 Bde., Par. 1806; 4. Aufl. 1820) die Unzufriedenheit der Regierung. Er wurde nach Reims versetzt, aber zurückberufen, und fand bis 1814 bei der Einnahme der indirekten Abgaben eine Anstellung. Später erhielt er von Ludwig ⅩⅧ. eine Pension. Er starb 1. Juni 1832 in Paris. B. schrieb lange Zeit für den «Moniteur», die «Gazette» und die legitimistische «Biographie universelle» (hg. von Michaud). Seine zahlreichen Geschichtswerke sind parteiisch. Die «Histoire de la conquête et des révolutions du Pérou» (2 Bde., Par. 1808) und «Histoire du Brésil» (3 Bde., ebd. 1815) konnten weniger seine polit. Ansicht hervortreten lassen. Sonst verdienen Erwähnung: «Histoire des campagnes de 1814 et de 1815» (4 Bde., Par. 1817), die gegen de la Rosa gerichtete «Histoire de la révolution du Piémont» (2 Bde., ebd. 1821 u. 1823) und «Vie de Louis ⅩⅧ» (ebd. 1821; 3. Aufl., 2 Bde., 1825).

Beaucourt (spr. bokuhr), prot. Pfarrdorf im Kanton Delle des franz. Territoire de Belfort (in 500 m Höhe), an der Linie Montbéliard-Delle der Franz. Mittelmeerbahn, hat (1886) 3748, als Gemeinde 4439 E., Post und Fabrikation von Uhren (2000 Arbeiter), Schrauben, landwirtschaftlichen Maschinen und elektrischen Lampen.

Beaufort (spr. bohförrt), zwei Divisionen und Ortschaften in der brit. Kapkolonie in Südafrika. 1) Beaufort-West, Division der Midland-Provinz, in der Großen Karroo, hat 16508 qkm und (1891) 9171 E., darunter 3854 Weiße. Die Haupt-^[folgende Seite]