Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Beaufort; Beaufort-en-Vallée; Beaufortskala; Beaufschlagung; Beaufsichtigung; Beauftragte

596

Beaufort (in Nordamerika) - Beauftragte

stadt B. (in 893 m Höhe), 1820 gegründet und durch eine Eisenbahn mit der Kapstadt verbunden, hat 2725 E., darunter 1260 Weiße, Bibliothek, Stadthaus, vier Kirchen und ein großes Wasserreservoir, das auch in der trockensten Jahreszeit nicht versiegt. – 2) Beaufort-East oder Fort B., Division der Nordostprovinz, zu welcher außer Fort B. und Adelaide auch Blinkwater, Koonap, Winterberg und Kroomie gehören, hat (1891) 2227 qkm und 14676 E., darunter 3136 Weiße. Der Hauptort, Fort B., am Katfluß, über den eine steinerne Brücke führt, zählt im Stadtbezirk 1007 E. (darunter 663 Weiße), in den ländlichen Bezirken 4265 E. (darunter 32 Weiße), zusammen 5272 E. Hier besiegten 3. Jan. 1851 die Engländer die Kaffern und aufständischen Hottentotten.

Beaufort (spr.bohförrt), Name mehrerer Orte in den Vereinigten Staaten von Amerika; darunter 1) Hauptstadt des County Carteret in Nordcarolina, an der Mündung des Newport in den Albemarlesund, mit 2500 E., gutem Hafen und Küstenhandel. – 2) Hauptstadt des County B. in Südcarolina, am Port-Royalfluß, Mittelpunkt der Gewinnung von Flußphosphaten in Südcarolina, ist Schiffen bis zu 4 m zugänglich, hat etwa 4000 E. und (1888–89) eine Ausfuhr im Werte von 781599 Doll. (693945 Doll. Phosphate und 87654 Doll. Bauholz). In der Nähe Port-Royal mit etwa 400 E.

Beaufort (spr. bohförrt), der von einem Schloß in Anjou hergenommene Name eines von den Plantagenet (s. d.) stammenden Geschlechts, dessen erstes Glied John B. (gest. 1409) war, der älteste Sohn Johns von Gaunt, Herzogs von Lancaster, Sohnes König Eduards Ⅲ. aus dem Konkubinat mit Katharina Swynford. Die Nachkommenschaft aus dieser Verbindung wurde von Richard Ⅱ. legitimiert, und John zum Grafen, sein Sohn John (gest. 1444) zum Herzog von Somerset (s. d.) ernannt. Des letztern Tochter und einzige Erbin Margarete war die Mutter Heinrichs Ⅶ. Tudor. Mit seinem Neffen John erlosch 1471 die herzogl. Linie, ein natürlicher Sohn von Heinrich, dem Bruder dieses jüngsten John, nahm den Namen Somerset als Familiennamen an. Dieser Charles Somerset wurde 1514 zum Grafen von Worcester, der fünfte Graf Worcester zum Marquis, und dessen Enkel Henry 1682 von Karl Ⅱ. zum Herzog von B. ernannt. Dieses von einer Seitenlinie der B.s stammende herzogl. Haus Somerset besteht noch heute, der jetzige Träger des Namens ist Henry Somerset, achter Herzog von B., geb. 1. Febr. 1824. Von andern Gliedern der Familie Somerset machten sich einen Namen der vor Sewastopol 1855 gestorbene Feldmarschall Lord Raglan und dessen Neffe, Lord Granville Charles Henry Somerset (gest. 1848), Staatsmann und Freund Peels.

Der zweite Sohn Johns von Gaunt und der Katharina Swynford war Henry B., Bischof von Winchester, seit 1403 dreimal Lordkanzler, mit Heinrich Ⅴ. vorübergehend in Zwist, weil dieser ihm die Annahme des Kardinalshutes verbot. In der Regentschaft für Heinrich Ⅵ. stand er in schroffem Gegensatz zu dem Herzog von Gloucester. 1417 nahm er am Konstanzer Konzil teil, wo er für Papst Martin Ⅴ. stimmte, wurde 1426 zum Kardinal erhoben und organisierte im päpstl. Auftrag in Deutschland den Krieg gegen die Hussiten. 1431 krönte er Heinrich Ⅵ. in Paris zum König von Frankreich und schlug mit Beistand des Parlaments einen Versuch Gloucesters zurück, ihn während seiner Abwesenheit von England zu stürzen. Politisch ging er mit Bedford zusammen; nach dessen Tod (1435) arbeitete er eifrig für den Frieden mit Frankreich, in allem grimmig angefeindet von Gloucester, an dessen geheimnisvollem Tod er keinen Anteil gehabt haben kann. Er selbst starb einige Wochen später 11. April 1447. ^[Spaltenwechsel]

Die Herzöge von B. in Frankreich stammen von der Geliebten Heinrichs Ⅳ., Gabrielle d'Estrées (s. d.), indem der König aus Liebe zu dieser die kleine Stadt Beaufort in der Champagne, die ihrer Familie gehörte, 1597 zum Herzogtum erhob. Bekannt ist besonders François de Vendôme (s. d.), Herzog von B., der Enkel Gabrielles und Heinrichs Ⅳ.

Andere Grafen und Herzöge von B. oder Beauffort, die in Belgien heimisch sind, entlehnten ihren Namen einem zur Grafschaft Namur gehörigen Schlosse. Im 13. Jahrh. hatte sich das Haus in vier Zweige, B. de Gones, B. de Fallais, B. de Celles und B. de Spontin, gespalten, von denen sich namentlich die Glieder des letztern auszeichneten. Karl Albrecht von B., kaiserlicher Wirkl. Geheimrat und Kämmerer, erhielt 16. Febr. 1746 die Bestätigung der gräfl. Würde und die Ernennung zum Marquis mit fürstl. Rang. Sein Sohn Friedrich August Alexander wurde 1782 zum Herzog von B. ernannt und 1814 von den Alliierten zum Generalgouverneur von Belgien eingesetzt. Er starb 22. April 1817 zu Brüssel als Obersthofmarschall des Königs der Niederlande. Sein Sohn und Erbe des Herzogstitels war Friedrich Ludwig Ladislaus, geb. 1809, der 10. Nov. 1834 kinderlos starb; ihm folgte sein Bruder Alfred (geb. 16. Juni 1816, gest. 20. Juli 1888) als Herzog, dessen Sohn Friedrich (geb. 8. Juni 1843) seit 1888 Träger des Titels ist.

Beaufort-en-Vallée (spr. bofohr ang walleh), Hauptstadt des Kantons B. (151,93 qkm, 7 Gemeinden, 12956 E.) im Arrondissement Baugé des franz. Depart. Maine-et-Loire (Anjou), 30 km östlich von Angers, nahe der Westbahn, hat Post und Telegraph, ein Kolleg, 2 Krankenhäuser, (1891) 2359, als Gemeinde 4492 E. Segeltuchfabrikation sowie Handel mit Getreide, Hanf, Nüssen, gedörrten Pflaumen und Wein. – König René kaufte B. 1469; 1842 wurde hier seiner Gemahlin, Jeanne de Laval, eine Statue errichtet.

Beaufortskala (spr. bohförrt-), s. Windskalen.

Beaufschlagung, bei Wassermotoren die Art und Weise der Zuführung des Betriebswassers (Aufschlagwassers). So unterscheidet man bei Turbinen voll beaufschlagte und teilweise beaufschlagte, je nachdem das Betriebswasser sämtlichen oder nur einem Teile der Laufradschaufeln zugeführt wird.

Beaufsichtigung, s. Aufsicht.

Beauftragte, auch Revisionsingenieure genannt, auf Grund des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884 und der andern Unfallversicherungsgesetze seitens der Berufsgenossenschaften angestellte und bezahlte Beamte zur Kontrolle der erlassenen Unfallverhütungsvorschriften und der Erfüllung der für die Durchführung der Unfallversicherung den Betriebsunternehmern auferlegten Verpflichtungen. Die B. sind auf Verschwiegenheit zu beeidigen; sie sind befugt, die Betriebsstätten während der Betriebszeit zu betreten und an Ort und Stelle sich aus Listen und Büchern über die Zahl der beschäftigten Arbeiter und die Höhe der Löhne zu unterrichten; sie können bei Feststellung