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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bernhard

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Bernhard (Karl, Herzog von Sachsen-Weimar) - Bernhard (von Clairvaux)

im Januar gegen den Strom auf, eroberte Säckingen, Lauffenburg und Waldshut und belagerte Rheinfelden. Savelli und Johann von Werth entsetzten zwar die Stadt, aber drei Tage darauf, 21. Febr., überfiel B. sie und schlug sie bei Rheinfelden. Die Generale Savelli, Johann von Werth, Enkefort und Sperreuter nebst 3000 Mann wurden gefangen, Rheinfelden, Röteln, Neuenburg und Freiburg mußten sich ergeben und Breisach ward belagert.

Während der kaiserl. General von Götz sich zum Entsatz näherte, griff ihn B., unterstützt durch 3000 Franzosen unter Turenne, an, schlug ihn und Savelli 30. Juli bei Wittenweiher, dann den Herzog von Lothringen 5. Okt. bei Thann im Sundgau und nötigte wenige Tage darauf Götz abermals zum Rückzüge. Nach einer viermonatigen Belagerung ergab sich Breisach 7. Dez. 1638. B. hatte die Kapitulation in seinem eigenen Namen abgeschlossen und ließ sich als alleinigem Herrn huldigen. Richelieu ließ kein Mittel unversucht, die Festung in franz. Hände zu bringen; er trug sogar dem Herzog die Hand seiner Nichte, der Herzogin von Aiguillon an. Aber B. verwahrte seine Festungen möglichst, besetzte sie mit deutschen Soldaten und zeigte sich einer Vermählung mit der verwitweten Landgräfin Amalie von Hessen geneigt, um durch sie zu einer Macht zwischen dem Kaiser und dessen Feinden zu gelangen. Nach der Einnahme von Landskron im Sundgau, Pontarlier und Schloß Joux in Hochburgund war er eben im Begriff, über den Rhein nach Bayern vorzudringen, als ihn der Tod ereilte. Er starb 18. Juli 1639 zu Neuenburg am Rhein, nach seiner eigenen und anderer Meinung an Vergiftung durch seinen angeblich von Frankreich bestochenen Arzt Blandini. Jedoch ist der Verdacht unerwiesen. B. hatte verordnet, daß die von ihm eroberten Länder bei dem Deutschen Reiche verbleiben sollten, und den Wunsch ausgedrückt, seine Brüder möchten sie unter schwed. Schutze übernehmen. Richelieu aber wartete den Entschluß der Brüder nicht ab, sondern gewann die Anführer und Kommandanten durch Bestechung und mit ihnen die Truppen und Festungen. Vergeblich bemühte sich der Herzog Wilhelm, das Elsaß für Deutschland zu retten. B. verstand es stets, mit den religiösen Interessen die eigenen zu verbinden, und oft mußten jene vor diesen zum Schaden der allgemeinen Sache zurücktreten. Dennoch aber vereinigte sich in ihm innige Religiosität mit einem höchst lebendigen reichsfürstl. und nationalen Pflicht- und Selbstgefühl. - Vgl. Rose, Herzog B. der Große von Sachsen-Weimar (2 Bde., Weim. 1828-29); Alexi, Der Tod des Herzogs B. von Weimar (Colmar 1873); Droysen, B. von Weimar (2 Bde., Lpz. 1885). Mosen, Genast, Gottschall und Wildenbruch haben das Schicksal B.s dramatisch behandelt.

Bernhard, Karl, Herzog von Sachsen-Weimar, der zweite Sohn des Großherzogs Karl August, geb. 30. Mai 1792, trat sehr jung in die preuß. Armee und wohnte 1806 im Korps des Fürsten Hohenlohe der Schlacht bei Jena bei. Nach dem Anschlüsse seines Vaters an den Rheinbund trat er in die sächs. Armee, nahm als Generalstabsoffizier im sächs. Kontingent an dem Feldzuge von 1809 gegen Osterreich teil und focht mit Auszeichnung bei Wagram, wofür er zum Major ernannt ward. Um nicht gegen Ruhland kämpfen zu müssen, nahm er 1812 Urlaub und bereiste Frankreich und Italien. Unter seinem Vater, der ein Armeekorps der Verbündeten befehligte, wohnte er als Oberst dem Winterfeldzuge von 1814 in den Niederlanden und Flandern bei, trat 1815 in den Dienst des Königs der Niederlande und nahm an den Schlachten von Quatrebras und Waterloo rühmlichen Anteil. Nach Wiederherstellung des Friedens blieb er in holländ. Diensten, wurde 1816 General und 1819 Provinzialkommandant von Ostflandern. 1825-26 unternahm er eine Reise nach Nordamerika, deren Beschreibung von Luden (2 Bde., Weim. 1828) veröffentlicht ward. Seit 1829 Divisionär, mußte B. bei Ausbruch der Belgischen Revolution der Übermacht weichen, Gent aufgeben und sich nach Antwerpen zurückziehen. Als Generallieutenant und Befehlshaber des linken Flügels unter dem Prinzen von Oranien schlug er 1831 die Insurgenten bei Löwen. Die ihm in den folgenden Jahren vergönnte Muße benutzte er zu wissenschaftlichen Studien und Reisen, unter anderm auch nach Rußland und dem Orient (1837). Seit 1848 wirkte er als General der Infanterie und Oberbefehlshaber der holländ.-ind. Armee in Java, von wo er 1853 seiner angegriffenen Gesundheit halber zurückkehrte. Er starb 31. Juli 1862 in Bad Liebenstein. B. schrieb «Précis de la campagne de Java en 1811» (Haag 1834). - Vgl. Starklof, Das Leben des Herzogs B. (2 Bde., Gotha 1865-66).

Bernhard von Clairvaux (spr. klärrwoh), der Heilige, Mystiker, geb. 1091 zu Fontaines bei Dijon, trat 1113 in den Orden der Cistercienser, ward 1115 erster Abt der Mönchskolonie zu Clairvaux in Burgund und that viel für die Ausbreitung des Ordens, weswegen die Cistercienser (s. d.) sich oft auch Bernhardiner nannten. Kraft seines persönlichen Ansehens gewann er den größten Einfluß als freimütiger Sittenrichter der Geistlichkeit, treuer Ratgeber der Päpste, Schiedsrichter der Fürsten und Bischöfe. Seine begeisterte Predigt entflammte das Abendland 1146 zu einem Kreuzzug. Der kalten Spekulation und Dialektik der scholastischen Philosophen hielt seine strenge Rechtgläubigkeit und wohl bisweilen schwärmerische, doch immer auf thätiges Christentum dringende Mystik ein heilsames Gegengewicht. Weniger rühmlich war sein Benehmen gegen Abälard, dessen Verdammung auf der Synode zu Sens (1140) er durchsetzte; auch gegen den Bischof Gilbert von Poitiers und andere ketzerische Richtungen, wie die Albigenser, war er ein eifriger Verteidiger der kirchlichen Lehre, aber aller äußern Gewalt abgeneigt. B. starb 20. Aug. 1153 und wurde von Alexander III. 1173 heilig gesprochen. Unter seinen Schriften ist hervorzuheben der berühmte Traktat an Papst Eugen III. «De consideratione libri V» (hg. von Schneider, Berl. 1850); ferner fünf lat. Hymnen, eine von P. Gerhardt (O Haupt voll Blut und Wunden) deutsch bearbeitet. Die unter B.s Namen laufenden lat. Gedichte spricht ihm Hauréau, «Les poèmes latins attribués à Saint-Bernard» (Par. 1890), ab; die beste Ausgabe seiner Schriften besorgte Mabillon (2 Bde., ebd. 1667; neuer Abdruck ebd. 1839-40), eine neuere Auswahl von Predigten Fernbacher (deutsch, im 6.Bde. von «Die Predigt der Kirche", Lpz. 1889).- Vgl. Neander, Der heilige B. und sein Zeitalter (Berl. 1813; neueste Aufl. Gotha 1889); Ellendorf, Der heilige B. und die Hierarchie seiner Zeit (Essen 1837); Morison, The life and times of St. Bernhard (Lond. 1863; 5. Aufl. 1887); Neumann, B. v. C. und die Anfänge des zweiten Kreuzzuges (Heidelb. 1882); Hüffer, Der heilige B. v. C. (Münst. 1886); Chevalier, Histoire de Saint-^[folgende Seite]