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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Boussingaultia - Bouts-rimés

Boussingaultia (spr. bußänggotĭa) H.B. et K., Pflanzengattung aus der Familie der Chenopodiaceen (s. d.), mit etwa zehn, sämtlich tropisch-amerik. Arten, krautartige Pflanzen mit windenden Stengeln und kleinen unscheinbaren Blüten. Die ausdauernde Wurzel ist bei einigen Arten knollig, so bei B. baselloides H. B. et K. Die Knollen derselben wurden zur Zeit, als die Kartoffelkrankheit zum erstenmal verheerend auftrat, als Kartoffelsurrogat empfohlen, eignen sich aber wegen ihres süßlichen Geschmacks wenig dazu.

Boussod, Valadon & Cie. (spr. bussoh, waladóng), Kunsthandlung, Kunstverlag und Kunstanstalt in Paris, im Besitz von Léon Boussod (Vater), René Valadon (Schwiegersohn), Etienne und Jean Boussod (Söhne) und Léon Avril (Schwiegersohn), wurde 1827 von Adolphe Goupil (geb. 1806, gest. 1893) gegründet und bis 1884 unter der Firma Goupil & Cie. betrieben. Ursprünglich vertrieb das Geschäft nur Kupferstiche; später wurde eine eigene Kupferdruckerei errichtet sowie Anstalten für andere Reproduktionsverfahren, besonders Photogravüre und Chromotypie, die auch für fremde Auftraggeber Drucke und Clichés liefern. Der eigene Verlag umfaßt Stiche der bedeutendsten franz. Meister, wie Paul Delaroche, Ary Scheffer u. a.; ferner Reproduktionen der Gemälde des Salons, illustrierte Werke, Mustervorlagen, Studien und Schulen für Maler und Zeichner u. s. w. Dabei wird Handel mit Gemälden betrieben. In Paris hat das Haus außer dem Hauptcomptoir zwei Geschäfte für den Einzelverkauf, ferner Zweigniederlassungen in London, Haag, Berlin (seit 1852) und Neuyork. Die technischen Zweige befinden sich in Asnières bei Paris.

Boussole, s. Bussole.

Boussu (spr. bußüh), Stadt in der belg. Provinz Hennegau, an der Haine und der Linie Brüssel-Mons-Quiévrain der Belg. Staatsbahnen, 12 km westlich von Mons, hat (1890) 9704 E., Post, Telegraph und sehr bedeutende, mannigfaltige Industrie, vorzüglich Kohlenbau. Sehenswert sind Park und Gruftkapelle des 1810 neugebauten Schlosses. 1792 siegten hier 28. April die Österreicher unter Beaulieu über die Franzosen, 4. Nov. die Franzosen unter Dumouriez über die Österreicher.

Boutade (frz., spr. butahd), wunderlicher, plötzlicher Einfall, Grille, Laune; auch Stegreifballett, musikalische Phantasie.

Boutaric (spr. butarick), Edgar Paul, franz. Historiker, geb. 9. Sept. 1829 zu Châteaudun, wurde Archivbeamter und 1876 Mitglied der Akademie der Inschriften. Er starb 17. Dez. 1877 in Paris. B. veröffentlichte die preisgekrönten Werke: "La France sous Philippe le Bel" (Par. 1861), "Saint-Louis et Alphonse de Poitiers" (1870); ferner "Les institutions militaires de la France avant les armées permanentes" (1863), "Les actes du parlament de Paris 1254-1328" (2 Bde., 1863-67), "Correspondance secrète de Louis XV sur la politique étrangère" (1866), "Mémoirs de Frédéric II, roi de Prusse" (mit Compardon, 2 Bde., 1866).

Bouteille (frz., spr. butäj), Flasche.

Bouterolle (frz., spr. but'róll), s. Schlachten.

Bouterweck, Friedr., Historienmaler, geb. um 1800 zu Tarnowitz in Schlesien, Schüler Kolbes an der Berliner Akademie, hatte durch seine ersten Arbeiten: Spinnerin (1828), Hagen und die Donaunixen (1830), wenig Erfolg errungen und deshalb bei Delaroche in Paris die koloristischen Mängel abzustreifen gesucht. Seine ersten 1836 von Paris gesandten Bilder: Tobias, Romeo und Julia, Arabische Schule, zeigten ihn bereits als Franzosen, der er auch blieb, da seine Gemälde Isaak und Rebekka (1840), Jakob und Rahel (1844), Die Taufe des Kämmerers der Mohrenkönigin (1848) in Paris Beifall fanden. Er starb 11. Nov. 1867 zu Paris.

Bouterwek, Friedr., philos. und litterarhistor. Schriftsteller, geb. 15. April 1766 zu Oker unweit Goslar, studierte 1784-87 zu Göttingen die Rechtswissenschaft, ging dann nach Hannover und Berlin; 1789 wieder nach Göttingen zurückgekehrt, widmete er sich der Litteraturgeschichte und Philosophie. Er wurde 1797 außerord., 1802 ord. Professor der Philosophie und starb 9. Aug. 1828. B.s "Kleine Schriften", mit einer Selbstbiographie, erschienen zu Göttingen 1818. Seine philos. Forschung hatte bei Kant begonnen und fand in Jacobi ihren Abschluß. Seinen "Ideen zu einer allgemeinen Apodiktik" (2 Bde., Halle 1799) widersprachen später sein "Lehrbuch der philos. Wissenschaften" (2 Bde., Gött. 1813; 2. Aufl. 1820) und die "Religion der Vernunft" (ebd. 1824), in welchen Schriften er einem unmittelbaren Glauben das Wort redet. Außerdem veröffentlichte B. eine "Ästhetik" (2 Bde., Lpz. 1806; 3. Aufl. 1824) und eine "Geschichte der Poesie und Beredsamkeit" (12 Bde., Gött. 1801-19), welche noch jetzt sehr schätzbar ist und ihrer Zeit den Romantikern und Uhland nachhaltige Anregungen gab. Der Abschnitt über die "Geschichte der span. Poesie und Beredsamkeit" ward von Jos. Gomez de la Cortina und Nic. Hugelde de Molinedo ins Spanische übersetzt und sehr vermehrt (3 Bde., Madrid 1828). Mejer veröffentlichte die "Briefe F. H. Jacobis an B." (Gött. 1868).

Bouteselle (frz., spr. butßéll), s. Reveille.

Boutique (frz., spr. butík), Kramladen, Bude.

Bouton (frz., spr. butóng), Knopf, Knospe; dann Blüte (im Gesicht); B. d'Alep, s. Aleppobeule; B. de Biskra, s. Biskarabeule.

Boutonnière (frz., spr. butonnĭähr, "Knopfloch"), abgekürzt aus Opération de la boutonnière, d. i. Knopflochsoperation, wird die bei Verengerungen der Harnröhre öfter nötige, die Harnröhre von außen her durch einen Schnitt öffnende chirurg. Operation genannt.

Bouts (spr. bauts), Dirk, früher meist Stuerbout genannt, holländ. Maler aus Haarlem, ließ sich in Löwen nieder, wo er 6. Mai 1475 starb. Sein Vorbild war in späterer Zeit Roger van der Weyden. Er ist einer der bedeutendsten Meister der alten niederländ. Schule und zeichnet sich durch ein glänzendes Kolorit und eine eigentümliche Mischung von Phantastik, die hauptsächlich in den Kostümen und Haartrachten hervortritt, und scharfe Naturbeobachtung aus. Seine Hauptwerke sind der Sakramentsaltar in St. Peter zu Löwen (1467; das Abendmahl noch dort, die vier Flügel in Berlin und München), die Marter des heil. Sebastian (in der Brüsseler Galerie), das Martyrium des heil. Erasmus (in St. Peter zu Löwen), das Martyrium des heil. Hippolyt (in der Kathedrale zu Brügge) und die Tiburtinische Sibylle mit Augustus (im Städelschen Institut zu Frankfurt a. M.).

Bouts-rimés (frz., spr. burimeh), gegebene Endreime; ein danach gefertigtes Gedicht (auch Boutrimé), ein "jeu d'esprit", das im 17. Jahrh. durch einen Reimschmied, Dulot, erfunden sein soll, bei den "Précieuses" beliebt, von ihren Gegnern (vgl.