Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

478
Break - Brechmittel
Tockberg erhebt sich bis 853 iu. Im engern Sinne
nennt man V.die größtenteils bewaldeten Bergrücken
südwestlich von Prag, von Königsaal bis Nokitzan.
Break (engl., spr. brehk), offener länglicher
Kutfchwagen mit hohem Kutfcherbock und Längs-
oder Querbänken.
Vroaksr (engl., spr. brehker), s. Brecher.
Breakfaft (enal., spr. breckfäst), Frühstück.
Bröal, Michel, franz. Philolog, geb. 26. März
1832 in Landau (Nheinbayern), wurde in Frankreich
erzogen, befuchteseit 1852 die Normalschule zu Paris
und studierte in Berlin Sanskrit. Nach Varis zurück-
gekehrt, wurde er an der Großen Bibliothek ange-
stellt und erhielt 1862 für die Schrift "I.'ewäs 663
0riFiii63 äe la. rLii^ion xoroHLtrieuiis" den Preis
der Akademie der Inschriften. 1864 erhielt V. den
Lehrstuhl der vergleichenden Grammatik am O0II636
äo Francs, wurde 1875 Mitglied der Akademie der
Inschriften, 1879 Generalinspektor des höhern Unter-
richtswesens, aber im März 1888, als dieses Amt
aufgehoben wurde, in den Ruhestand versetzt und
1890 zum Commandeur der Ehrenlegion ernannt.
Er veröffentlichte: "vs?6r8ici3 nomwidug kpuä
6cn'j)t0i'63 Fr2.6C03" (Par. 1863), "1^6 M^t1l6 li'06'
äizi6" (ebd. 1864), "()6äii)0 6 lg. mitoloZig. coiui)".-
rata" (Pisa 1866), die wichtige Übersetzung von
Bopps "Vergleichender Grammatik der indo-europ.
Sprachen" (Par., 5 Bde., 1866-74), mit histor. und
kritischen Einleitungen, "Hu6i<iu68 ui0t3 8ur 1'in-
8ti'ucti0Q piidlilius 6u ^i-Hiice" (1872; 3. Aufl.
1873),"N6iavF68 ä6 M^t1i0i0^i6 6t ä6 IiQFUi8ti<1U6>>
(1877; 2. Aufl. 1882); "1.3. rolorms ä6 I'ortdo-
Fra.plii6 li'au^3.i36" (1890). Mit Bailly bearbeitete
er "Ii6tzOQ3 lis ui0t3" (Par. 1881) und "I^ictiomiHii^
6t^N0i08iliu6 Illtin" (ebd. 1885).
Breccien (ital., spr. brettschen), Felsmassen, die
aus eckigen Stücken eines Gesteins oder eines Mi-
nerals bestehen, die durch irgend ein Bindemittel
(Cement) fest miteinander verbunden sind. Sowohl
die Bruchstücke als das Bindemittel können aus den
verschiedenartigsten Mineralsubstanzen oder Gestei-
nen bestehen, die Benennung bezieht sich nur auf die
Form der Teile und ihre Oerbindungsweise. Von
den Konglomeraten unterscheiden sich die V. da-
durch, daß sie nicht wie jene abgerundete Geschiebe
oder Gerölle, sondern stets kantige Bruchstücke ent-
halten. Je nach der Beschaffenheit der Bruchstücke
(Fragmente), die eine Vreccie bilden, oder auch nach
der Natur des Bindemittels pflegt man z. V. zu unter-
scheiden Quarz-, Kalk-, Dolomit-, Porphyr-, Gra-
nit-, Gneisbreccien u. s. w. Sogar Knochenbreccien,
die aus Bruchstücken fossiler Tierknochen zusammen-
gesetzt sind, kommen vor. Auch nach Art der Ent-
stehung unterscheidet man gewisse B. als sog. Nei-
vungsoreccien, die sich beim Hervordringen eruptiver
Gesteine an deren Rändern bildeten.
Brechdurchfall, s. Durchfall.
Nrsolio Ho N0I2.QÜ (spr. brähsch de roläng)
oder Rolandsbresche, ein 2804 ui hoch gelege-
ner, 40 m breiter, 1,i km langer schluchtartiger,
von 100 m hohen Felswänden gebildeter Engpaß
in den westl. Pyrenäen, der aus dem Thale von
Gavarnie in Frankreich im Westen des Mont-Perdu
nach Spanien führt, und den Roland mit seinem
Schwerte Durandal geöffnet haben soll.
Brecheisen, s. Hebcisen.
Brechen, in der Jägersprache das Aufwüh-
len des Bodens durch Sauen; medizinisch soviel
wie Erbrechen.
Brecher (engl. bl6Hk6r) oder Sturzseen nennt
man die hohen brandenden und sich überstürzenden
(sich brechenden) Wellen, welche namentlich an flachen
Küsten bei nach dem Lande gerichteten Mnde ent-
stehen, jedoch auch in tiefem Wasser und selbst auf
hoher See bei schwerem Sturm vorkommen.
Brechin (spr. brMnn), Stadt in der schott.
Grafschaft Forfar, eine der Montrose-Burghs (s. d.),
18 km im W. von Montrose, am linken Ufer des
South-Esk, hat (1891) 8955 E., eine alte, schlecht
restaurierte Kathedrale, einen runden Turm (9. oder
10. Jahrh.), ein auf steilem Felsen gelegenes Sckloß
Brechin-Castle, im Besitz des Earl von Dal-
housie, 1303 von König Eduard I. von England
gekommen; Segeltuch- und Leinenindustrie. V. und
Montrose haben zusammen einen Abgeordneten im
Parlament. Das Bistum V. wurde vom schott.
König David I. 1150 gegründet.
Brechkörner, s. Ricinug.
Brechmaschine, Maschine zum Brechen des
Flachses (s. Flachsspinnerei). B. für Steine, s.
Steinbrecher.
Brechmittel, Vomitive (Vomitorig. oder
Niuotica.), nennt man Stoffe, durch die man Er-
brechen (s. d.) zu Heilzwecken hervorruft. Dazu die-
nen teils einige scharfe Pflanzenmittel, namentlich
die Vrechwurzel (Ipecacuanha), seltener Meerzwiebel
(3ci11ll) u. a., teils einige Metallsalze, insbesondere
Vrechweinstein (^artm-us 3tidilUii8 8. 6M6tieu3),
Zinkvitriol, Kupfervitriol. Neuerdings bedient man
sich vielfach zu dem gleichen Zwecke des Apomor-
phins, eines Zersetzungprodukts der Morphiums,
das aus diesem durch Einwirkung konzentrierter
Salzsäure oder Schwefelsäure bei hoher Temperatur
Mvonnen wird und schon in minimalen Mengen
sowohl innerlich genommen als unter die Haut
eingespritzt sehr schnell und sicher brechenerregend
wirkt, ohne jedoch örtlich den Verdauungsapparat
allzugreifen oder sonstige nachhaltige Störungen
des Allgemeinbefindens hervorzurufen. Zur Unter-
stützung des Brechens läßt man laues Wasfer, laues
Butterwasser, Kamillenthee u.dgl. trinken, auch wohl
den Finger oder eine geölte Feder in den Hals
stecken, welche Mittel auch allein oft hinreichen, Er-
brechen hervorzurufen. Die Kaltwasserärzte lassen
als B. kleine Mengen Wasser in kurzen Zwischen-
räumen hintereinander häufig wiederholtverschlucken,
bis sich der Magen dagegen auflehnt. Die V. die-
ndn hauptsächlich zu folgenden Zwecken: 1) zur Ent-
leerung fchädlicher Stoffe aus dem Magen, den
Schlingwerkzeugen oder den Luftwegen, also z. B.
von Giften, übermäßigen oder magenverdcrbenden
Speisen, verschluckten fremden Körpern, schädlicher
Galle, Erstickung drohenden Massen von Schleim
oder von Gerinnsel (Kruppmembranen, besonders
aus dem Halse oder der Luftröhre) u. dgl.; 2) um
die Leber (da diese beim Erbrechen stark zusammen-
gedrückt wird) von Galle zu entleeren; 3) um den
ganzen Körper kräftig zu erschüttern, dadurch die
Nervenstimmung zu verändern, die Muskeln zu er-
schlaffen, die Haut in schweiß zu verschen u. s. w.,
daher als kräftigstes Umstimmungsmittel. (S. Ekel-
kur.) Das V. ist aber ein sehr gefährliches Mittel,
wo es unpassend angewendet wird; es kann leicht
längeres Siechtum, selbst den Tod zur Folge haben.
Namentlich bei Schwangern, bei Eingeweidebrüchen,
bei manchen innern Entzündungen, Verwachsungen,
Geschwüren (z. B. des Magens), bei Anlage zu Blut-
stürzen oder Blutandrang zu dem Kopfe, bei orga-