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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bremgarten; Bremi; Bremsbacken; Bremsberge; Bremsdynamometer; Bremsen

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Bremgarten - Bremsen (mechanisch)

zweiter Klasse, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Stade), Zollamt, Steueramt erster Klasse, Superintendentur, Oberförsterei, Gewerbeschule, Ackerbauschule; Brauerei, Branntweinbrennerei, Schiffswerft, Dampf- und Wassermühle mit Holzschneiderei, zwei Anstalten mit Dampfbetrieb zur Torfbereitung, Ackerbau und Viehzucht, und ist der Mittelpunkt des Verkehrs im Reg.-Bez. Stade. Die Oste vermittelt namentlich nach Hamburg einen sehr bedeutenden Torf- und Holzhandel. - B. war einige Zeit der Sitz der Erzbischöfe von Bremen, die in dem 1218 von ihnen eroberten, vom sächs. Herzog (spätern Kaiser) Lothar 1122 erbauten Schlosse (Castrum Vorde) residierten; 1547 wurde es dem Erzbischof von den Bremern abgenommen, 1627 von den Kaiserlichen erobert, 1632 aber den Erzbischöfen durch die Schweden wiedergegeben. Die Schweden nahmen B. 1645 ein und verbrannten es, verloren es dann an die Dänen, erhielten es jedoch durch den Roeskilder Frieden 1658 wieder, mußten es aber 1675 den Braunschweigern überlassen. Das Schloß wurde 1682 samt den Festungswerken abgebrochen.

Bremgarten. 1) Bezirk im schweiz. Kanton Aargau, hat (1888) 17 528 E., darunter 838 Protestanten und 84 Israeliten in 26 Gemeinden. - 2) Hauptstadt des Bezirks B., in 387 m Höhe, auf einer Halbinsel rechts der Reuß, an der Zweiglinie Wohlen-B. (8 km) der Schweiz. Centralbahn, hat (1388) 1874 E. (374 Protestanten), Post, Telegraph, ein altes Schloß, Rathaus, zwei Kirchen, eine Bezirksschule, Krankenhaus, Landwirtschaft, Strohflechterei und Baumwollweberei. B. ist der Geburtsort des Reformators Bullinger. - B. kam 1415 durch Eroberung an die Eidgenossen und war bis 1798 Hauptort der "gemeinen Herrschaft" der Freien Ämter, ohne seine Selbstverwaltung und seine Herrschaftsrechte über die Umgegend einzubüßen. 1803 fiel es an den neuen Kanton Aargau. 1794-95 diente B. dem Herzog von Chartres, dem nachmaligen König Ludwig Philipp, als Zufluchtsort.

Bremi, bei zoolog. Bezeichnungen Abkürzung für Bremi-Wolf (geb. 1791, gest. 1857 als Drechsler in Zürich; Entomolog).

Bremsbacken, Bremsband, s. Bremsen (mechanisch).

Bremsberge, Bremsschächte, s. Grubenbau.

Bremsdynamometer, s. Dynamometer.

Bremsen, mechan. Vorrichtungen, die den Zweck haben, die Bewegung einer Maschine zu verringern oder ganz aufzuheben, indem man dem zu bremsenden Maschinenteil Reibungswiderstände zuführt, deren Einfluß die Geschwindigkeit dadurch vermindert, daß ein größerer oder geringerer Teil der Bewegungsarbeit in Reibungsarbeit umgesetzt wird. Im allgemeinen teilen sich die B. in Band- oder Gurtbremsen und Backenbremsen. Die Band- oder Gurtbremse (s. Fig. 1) besteht aus der Bremsscheibe a und einem um dieselbe gelegten, gewöhnlich aus sehr hartem Federstahl bestehenden Bremsband b, das an dem Punkte c befestigt ist, der zugleich den Drehpunkt für den Hebel d bildet, mit dem das andere Ende des Bremsbandes bei e verbunden ist. Durch einen Druck p auf den Bremshebel wird das Band gegen den Umfang der Bremsscheibe gepreßt und dadurch Reibung erzeugt. Der Anzug erfolgt in der Bewegungsrichtung der Bremsscheibe; letztere ist derart mit der Maschine in Verbindung zu bringen, daß sie eine möglichst große Umfangsgeschwindigkeit hat. Die Bandbremsen gestatten, je nach der Lage der Angriffspunkte des Bremsbandes in Bezug auf den Drehpunkt des Bremshebels, zahlreiche verschiedene Anordnungen. Von denselben wirkt am vorteilhaftesten die Differentialbremse (Fig. 2), bei der die Enden des Bremsbandes den Hebel an verschiedenen leiten seines Drehpunktes c angreifen. Diese Bremse funktioniert selbstthätig, wenn man den Druck p auf das Hebelende durch das Gewicht des Bremshebels ersetzt. Zur Erhöhung der Reibung werden oft die Bremsbänder an ihrer wirksamen Seite mit angeschraubten Holzklötzchen versehen, die mit ihrer Hirnholzfläche auf der Bremsscheibe aufliegen. Die Bandbremsen finden besonders bei den verschiedenen Hebemaschinen (Winden, Kränen, Aufzügen u. s. w.) zum langsamen Herablassen der Last sowie bei Fördermaschinen Anwendung. Die nachstehende Fig. 3 zeigt das Princip einer einfachen Backenbremse. Der aus hartem Holz oder Eisen hergestellte Bremsbacken b wird durch einen Druck p senkrecht zur Drehachse der Bremsscheibe a gegen den Umfang der letztern gedrückt, sodaß die entstehende Reibung die Umdrehungsgeschwindigkeit der Scheibe verringert oder ganz aufhebt. Eine doppelte Backenbremse, zugleich Dampfbremse, ist in Fig. 4 abgebildet. Die Bewegung erfolgt von einem Dampfcylinder aus, dessen Kolben bei seinem Aufgang die Hebel d und d1 und somit die beiden Bremsbacken b gleichzeitig anzieht; e ist das Dampfrohr, s die Schieberstange. Von dem Dampfschieber führt ein Kanal zum untern Cylinderende, ein anderer zum Auspuffrohr, mit dem der Raum über dem Kolben kommuniziert. Dampfbremsen ergeben die rascheste und kräftigste Wirkung. Backenbremsen sind besonders bei Fahrzeugen (Straßen- und Eisenbahnwagen) in Gebrauch; der Anzug der Backen erfolgt dann meist durch Drehung einer Schraubenspindel, deren Bewegung mittels verschiedener Hebelübersetzungen auf die Bremsklötze übertragen wird. (S. Eisenbahnbremsen.) Das Princip der Bandbremse wie der Backenbremse ist bei dem Bremsdynamometer zur Bestimmung der Größe einer mechan. Arbeit benutzt, indem die Größe der anzuwendenden Reibungswiderstände, die dieser Arbeit das Gleichgewicht halten, ein Maß für dieselbe darstellen.

Automatische B. finden Verwendung, wenn die unbeabsichtigte Umkehrung einer Drehbewegung (z. B. bei Winden und Aufzügen) selbstthätig verhindert werden soll; die Umkehrung kann dann erst durch Lüftung der B. eingeleitet werden. Bei Gaskraftmaschinen und einigen Arten der Nähmaschine wird die Bremsung des Rücklaufs des Schwung-^[folgende Seite]

^[Fig. 1. Fig. 2.]

^[Fig. 3. Fig. 4.]