Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

500

Brennabor - Brennerbahn

Netzedistrikt übertragen. Er baute die verwüsteten Städte wieder auf, setzte zahlreiche Kolonisten an, förderte den Landbau und die Viehzucht; besonders aber beschäftigten ihn die Bruchverbesserungen und Kanalisationen. Seit 1763 kultivierte er die Warthe- und Netzebrüche, 1769 die Umgebung des Madüesees, 1774 die Plöneniederung, 1772-75 führte er den Netzekanal aus. B. starb 21. Mai 1780.

Brennabor (Brennaborch, Brennaburg), der alte Name der Stadt Brandenburg.

Brennalter heißt in der german. Altertumskunde das Zeitalter, in dem man die Leichen zu verbrennen pflegte (s. Bestattung, Bd. 2, S. 889 b). Mit dem Heidentum hielt sich auch das B. im Norden länger als in Deutschland, und zwar bis in die Zeit des Harald Harfagr; um 850 war das Bestatten unter Hügeln gewöhnlich.

Brennbare Luft, veraltete Bezeichnung für Wasserstoff.

Brennbare Mineralien, Brenze oder Inflammabilien, eine Abteilung des Mineralreichs, die bei den meisten Versuchen einer Klassifikation eine besondere, in der Regel an den Schluß gestellte Gruppe ausmacht und Substanzen umfaßt, die sämtlich vollständig oder mit Hinterlassung von mehr oder weniger Asche verbrennlich sind. Es gehören dazu die Kohlen (Anthracit, Steinkohle, Braunkohle, Torf), Harze und ähnliche Körper (Bernstein, Asphalt, Retinit), ferner Kohlenwasserstoffe (Ozokerit, Erdöl, Naphtha u. s. w.), auch natürlich vorkommende Salze mit organischen Säuren, wie Honigstein und Oxalit; außerdem der Graphit (reiner Kohlenstoff), Diamant und Schwefel.

Brennberge, Lokalbezeichnung für einige den Brandschiefern ähnliche Gesteine, also für dunkle Schieferthone, die von Bitumen und Kohlenpartikelchen imprägniert sind und oft als Begleiter von Kohlen auftreten.

Brennbüchl, Weiler in der Bezirkshauptmannschaft und Gemeinde Imst in Nordtirol, 2 km südlich von Imst, an der Straße nach Innsbruck. In der Nähe eine Kapelle zum Andenken an König Friedrich August II. von Sachsen, der 9. Aug. 1854 hier verunglückte.

Brenneisen, s. Thermokauter.

Brennen, im allgemeinen ein Verfahren, mittels dessen durch Anwendung von Hitze auf irgend einen Körper entweder eine chem. Veränderung eingeleitet oder auch nur eine andere physik. Beschaffenheit erzielt wird (s. Destillation, Kalk, Cement, Thonwaren); im besondern auch das Ätzen mit Säuren, namentlich bei Metallen (s. Ätzen), das Pressen von Holz in glühenden Metallformen zur Imitation der Holzskulpturen (s. Pyrotypie) sowie das Sengen der Gewebe. (S. Appretur, Bd. 1, S. 763 a.)

Brennenberg, Reinmar von, Minnesänger, aus der Gegend von Regensburg, urkundlich bezeugt 1238, vor 1276 von den Regensburgern erschlagen, dichtete einstrophige farbenreiche Minnesprüche (hg. in von der Hagens "Minnesingern", Nr. 61). Das Volkslied knüpfte die Sage von der Liebenden, die das Herz des Geliebten ißt, ohne es zu wissen, an B. (S. Coucy.)

Brennende Liebe, Zierpflanze, s. Lychnis.

Brenner, s. Gasbeleuchtung, Petroleumlampen und Gasheizungsvorrichtungen.

Brenner, Käfer, s. Blütenstecher.

Brenner, die tiefe Senke zwischen den Rhätischen Alpen und den Hohen Tauern, welche, nur 1362 m hoch, das nördl. und südl. Flußgebiet Tirols, dasjenige des Inns und das der Etsch trennt und so die Wasserscheide bildet zwischen dem Schwarzen und dem Adriatischen Meere. Der B. ist ein Thalsattel, indem er ein orographisch einheitliches Thal (Wippthal) hydrographisch in zwei Thäler (Sill und Eisack) scheidet. Der Paß ist der niedrigste, schon von den Römern benutzte Übergang über die Hauptkette der Alpen und mit seiner seit dem Neubau von 1772 stets fahrbaren Straße (18 km) und der 1867 eröffneten Brennerbahn (s. d.) die kürzeste Verbindung von München und Innsbruck nach Triest und Verona. Auf der Höhe des Passes liegt auf der Nordseite der kleine Brennersee, an der Südseite das Brennerbad (s. d.). - Vgl. Penck, Der B. (in der "Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins", 1887).

Brenner, Richard, Afrikareisender, geb. 20. Juni 1833 zu Merseburg in der preuß. Provinz Sachsen, widmete sich dem Forstfache auf einigen Oberförstereien des Harzes und war später in mehrern Zuckersiedereien thätig. Als Baron von der Decken (s. d.) 1864 eine zweite große Expedition nach Ostafrika ausrüstete, bot B. diesem seine Dienste an und kam als Jäger und Privatsekretär Ende 1864 nach Sansibar. Von dort aus nahm er von Febr. bis Juli 1865 an der Erforschung der ostafrik. Küstenflüße Osi, Tula und Schamba teil, sowie im August und September an der Fahrt auf dem Jub. Nach dem Überfall durch die Eingeborenen am 1. Okt. oberhalb Bardera erreichten B. und seine Gefährten mit genauer Not die Mündung des Jub und von dort aus Sansibar. Nach Deutschland zurückgekehrt, übernahm er mit Kinzelbach den Auftrag der von der Deckenschen Familie, sichere Nachrichten über das Schicksal des Barons zu sammeln. Infolgedessen hielt er sich von Nov. 1866 bis Jan. 1867 in Barawa auf, besuchte den Webi und Scheri (Durnfordfluß) und kehrte 26. Febr. nach Sansibar zurück. Am 12. März trat er von hier eine neue Reise nach der Gallaküste an, befuhr wiederum den Tana und Osi und bereiste das Gallaland, von dem er die erste Karte und Beschreibung geliefert hat. (Vgl. Petermanns "Mitteilungen", 1868.) Anfang Febr. 1868 kam er nach Sansibar und reiste sodann über Mogdischu und über Aden nach Europa. Im Jan. 1870 unternahm er als Führer einer Handelsexpedition mehrerer Schweizer und österr. Häuser eine neue Reise nach Aden, nach dem Persischen Meerbusen und der ostafrik. Küste. Er bereiste Oman, die Somal- und Gallaküste und erforschte den Kinganifluß gegenüber von Sansibar. Mitte 1871 krank nach Merseburg zurückgekehrt, ging er 1872 als österr. Konsul nach Aden und von dort nach Sansibar, wo er 22. März 1874 starb.

Brennerbad, auch Wildbad Brenner genannt, Badeort im Gerichtsbezirk Sterzing der österr. Bezirkshauptmannschaft Brixen in Tirol, in 1326 m Höhe, an der Linie Kufstein-Ala (Tiroler Linie, Brennerbahn) der Österr. Südbahn, nahe dem höchsten Punkte des Brenners (1362 m), hat mit dem Dorfe B. (1890) 192, als Gemeinde 394 E., Post und Telegraph. Das seit alten Zeiten bestehende Bad, seit 1731 von der Stadtgemeinde Sterzing verwaltet, hat eine Badeanstalt mit Gasthaus und einer Kapelle und jährlich 1400 Kurgäste. Die zwei lauen indifferenten Quellen (21° C.) sind berühmt wegen ihrer Heilkraft bei Rheumatismus, Gicht, Nerven-, Rückenmarksleiden und Lähmungen.

Brennerbahn, die von Innsbruck über den Brenner nach Bozen führende, das nordalpine mit