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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Briquetieren; Briquettes; Brisach; Brisánt; Brisánz; Brisánzgeschosse; Brisánzgranaten; Brisbane

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Briquetieren - Brisbane

halb, rechts an der Mündung des Céloux in den Allier, liegt Vieille-Brioude, mit 1563 E., einer seltsamen Kirche aus dem 11. Jahrh. und einer 1454 gebauten Brücke mit einem einzigen Bogen von 30 m Höhe. Es ist das alte Brivas der Arverner, das 732 durch die Saracenen zerstört wurde.

Briquetieren (vom frz. brique [spr. brik], d. i. Backstein), im Wandanstrich eine Ziegelmauer nachahmen.

Briquettes (frz.), Briketts, s. Preßkohlen.

Brisach (Brisăcum), s. Breisach.

Brisánt (frz.), Kunstausdruck der Sprengtechnik, gleichbedeutend mit zermalmend. B. nennt man Sprengstoffe von kurzer Explosionsdauer. Die Brisanz ist um so größer, je höher die Explosionswärme ist. Brisante Sprengstoffe können nicht zum Schleudern von Geschossen, dagegen zum Sprengen von Gesteinen sowie zur Füllung von Granaten verwendet werden. Der ungeheure Druck, den die sich in kürzestem Zeitraum bildenden Gasmengen ausüben, zertrümmert selbst bei Explosion an freier Luft eine feste Unterlage, z. B. dicke Eisenplatten, während langsam explodierende Stoffe, wie Schwarzpulver, dieselbe nicht beschädigen. Die Explosionsdauer von 1 kg Schwarzpulver als Würfel von 10 cm Seitenlänge beträgt nach Tranzl 1/100 Sekunde, dagegen von 1 kg Dynamit als Würfel von 9 cm Seitenlange 1/50000 Sekunde.

Brisánz, s. Brisant.

Brisánzgeschosse, s. Brisanzgranaten.

Brisánzgranaten, Granaten, die statt mit gewöhnlichem Schwarzpulver mit irgend einem brisanten Sprengstoff, meist Schießwolle, Pikrinsäure, Melinit, Cresylit, Ekrasit, Dynamit u. s. w., gefüllt sind. Das Bestreben, derartige Sprengstoffe zu verwenden, besteht bereits seit den ersten Zeiten ihrer technischen Herstellung; doch scheiterte ihre Verwendung fast stets an dem Umstände, daß diese Stoffe derart gegen Stöße und Erschütterungen empfindlich sind, daß sie bereits im Rohre beim Losgehen des Schusses die Granaten zum Zerspringen brachten und somit sowohl Rohr als auch Bedienung arg gefährdeten. Die Wege, auf denen man versuchte, diese Schwierigkeit zu beseitigen, waren sehr verschieden: 1) suchte man einfach den Stoß abzuschwächen, den die Geschosse beim Schusse im Rohre erhalten; man verfeuerte sie mit sehr geringen Anfangsgeschwindigkeiten aus Mörsern und Haubitzen; man setzte zwischen das Geschoß und die Geschützladung elastische Puffer (Snyder-Granaten, Graydon-Granaten); man legte die Sprengmasse innerhalb der Granaten in elastische Zwischenmittel; man benutzte zum Schießen anstatt des Pulvers komprimierte atmosphärische Luft(Zalinski-Kanone, Graydon-Kanone) oder ein Gemenge verschiedener Gase (Maxims Gasgeschütz) oder endlich die Centrifugalkraft (Hicks-Geschütz). 2) Man nahm statt der wirksamsten, aber freilich auch empfindlichsten Dynamite u. s. w. weniger empfindliche Sprengstoffe, wie feuchte, komprimierte und paraffinierte Schießbaumwolle, die außer eines gewöhnlichen Zünders zur Entzündung noch einer besondern Sprengkapsel benötigen. 3) Man nahm nicht den fertigen Sprengstoff, sondern seine voneinander getrennt gehaltenen Bestandteile, die erst beim Schuß sich miteinander verbanden, sodaß ein eintretendes vorzeitiges Zerspringen stets erst außerhalb des Rohres erfolgen konnte (Sprengelsche, Grusonsche Granaten). Da sich auf diese letztere Art und Weise die entzündbarsten Stoffe fast gefahrlos und in großen Mengen anwenden lassen, so ist dieses Mittel wohl das richtigste; nur die Unbequemlichkeiten in der Handhabung der meist flüssigen Bestandteile ist Schuld an ihrer geringen Anwendung.

Nachdem die B. zunächst (namentlich in Nordamerika) als Waffe für den See- und Küstenkrieg eine hohe Ausbildung erfahren, fanden sie auch seit einigen Jahren bei Belagerungs- und Festungsgeschützen Verwendung und brachten hierdurch in die Formen der Befestigungskunst gewaltige Umwälzungen, da die bisherigen Mauerbauten und Erdwerke dem Schuß einer Brisanzgranate mittlern Kalibers nicht widerstanden. In neuester Zeit haben die B. auch in der Feldartillerie Eingang gefunden; in Frankreich sind dieselben mit Melinit oder Cresylit gefüllt; die Füllung der deutschen «Sprenggranaten C/88» der Feldartillerie ist noch Geheimnis, besteht jedoch (nach Schubert, «Die Feld- und Gebirgsartillerien Europas», Wien 1890) aus Pikrinsäure. Sämtliche B. haben, um recht viel Sprengmasse aufnehmen zu können, dünne und daher meist aus Stahl bestehende Wandungen; auch ihre Länge ist größer (5‒7 Kaliber) als die anderer Granaten. Fig. 12 der Tafel: Moderne Geschosse beim Artikel Geschosse stellt eine 24 cm-Brisanzgranate (Torpedogranate) mit Schießwollfüllung dar.

Brisbane (spr. bríßbehn), Hauptstadt der brit.-austral. Kolonie Queensland, an dem stark gekrümmten, 400 m breiten, aber nur etwa 5 m tiefen gleichnamigen Flusse B., 35 km von seiner Mündung in die Moretonbai, zerfällt in zwei durch eine schöne Brücke verbundene Teile, Nord- und Südbrisbane, ist weitläufig gebaut, umgeben von bewaldeten Hügeln, üppigen Fruchtfeldern, Parks und Villen, Sitz des Gouverneurs und eines röm.-kath. Bischofs, und hat (1891) 55959 E., mit den Vorstädten in 16 km Umfang 102167 E., 39 Kirchen und Kapellen, Bibliothek, Theater, Gymnasium, mehrere Hospitäler, Kaserne und viele Zeitungen. Die Errichtung einer Universität ist im Werke. Die kath. Kathedrale ist ein schönes Gebäude, ebenso das Parlamentshaus. Der Botanische Garten, Victoria-Park und Bowen-Park sind die besuchtesten Anlagen der Stadt, die durch die Wasserwerke am Oberlaufe des Enoggera-Creek mit vorzüglichem Trinkwasser versehen wird. Durch zwei Eisenbahnlinien steht B. mit den wichtigern Städten des Innern in Verbindung und durch Dampfboote in regelmäßigem Verkehr mit Sydney und andern austral. Häfen, mit Europa durch die British India Steam Navigation Co.; seine Handelsschiffahrt ist lebhaft, da es den Hafen für ein reiches Hinterland bildet. Fast die gesamte Ein- und Ausfuhr Queenslands geht über B. 1889 liefen im Küstenverkehr 648 Schiffe mit 366000 t, im überseeischen Verkehr 102 Schiffe mit 140660 t ein. Außer Talg, Häuten, Baumwolle, Gold führt B. hauptsächlich Wolle (1891/92: 27,65 Mill. Pfund) aus; die Einfuhr an europ. Produkten ist bedeutend höher. In B. sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich durch Konsuln, die meisten andern Staaten durch Agenten vertreten. – B., 1824 als Verbrecherkolonie gegründet, blüht, seitdem es als solche 1842 aufgehoben wurde, rasch auf.

Brisbane (spr. bríßbehn), Sir Thomas Makdougall, engl. General und Astronom, geb. 1773 zu Brisbane House in Largs (Airshire), studierte in Edinburgh und London Mathematik und Astronomie, trat 1789 in die engl. Armee ein und machte,