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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Briza - Broca
Post, Telegraph, Berg- und Hüttenamt, schöne spät-
got. Kirche, Kupfer-, Schmelz-, Hammer- und Walz-
werk und ist in neuerer Zeit vielbesuchte Sommer-
frische geworden. In der Nähe das Schwefelbad
Mehrn und ein vom Montanärar betriebenes Fahl-
erzbergwcrk (Centralanstalt für die ärarischen Berg-
werke Tirols), dessen Erze in der Kupfer- und
SilberhüttezuB. zur Verhüttung gelangen, die
überdies auch alle von Privaten eingelösten Gold-,
Silber-, Blei-, Kupfer- und Zinkerze von Tirol
und Salzburg verarbeitet. 1886 wurden erzeugt:
2856 Ctr. Kupfer, 39 Ctr. Silberschlamm mit
137,371 kF Silber- und 1,402 kF Goldgehalt (250 Ar-
beiter). 1868 und 1883 wurden zu V. Passionsspiele
unter großem Volksandrang aufgeführt. - Vgl. Pe-
zagger, Das Passionsspicl zu B. (Innsbr. 1868).
Vriia. ^., Pflanzengattung aus der Familie
der Gramineen (s. d.), mit gegen 10 Arten, nament-
lich in der gemäßigten Zone beider Hemisphären.
Zu dieser Gattung gehört das bekannte Zitter-
oder Flittergras, ü. moclm I. (s. Tafel: Gra-
mineen I, Fig. 2), in ganz Deutschland und Nord-
europa auf trocknen Wiesen und Grasrainen häufig,
zu den bessern Futtergräsern gehörend, wegen seiner
vom leisesten Windhauch erzitternden, eine lockere
Nispe bildenden Ahrchen allgemein beliebt und häufig
(auch im getrockneten Zustande) zu Bouquets und
Kränzen verwendet.
Brizcux (spr. brisöh), Julien Auquste Peiage,
franz. Dichter, geb. 12. Sept. 1805 zu Lorient in der
Bretagne, starb im Mai 1858 zu Montpellier. Seine
ersten Gedichte: "Nin-jL" (1831), "I'rimLi et^ola.",
"1^68 I'Ornaii'OL" oder "I^a ^leur ä'or" (1841) sind
reizende, formvollendete Idyllen, in denen er seine
Heimat besingt. "1^8 LrstouZ" (1845) und "lli8wii'68
p06ti<iu68" (1854) wurden von der Französischen
Akademie gekrönt. Auch übersetzte B. Dantes "Gött-
liche Komödie" in Prosa (1840; neue Ausg. 1853).
Seine Gedichte wurden verdeutscht von Sophie
Hasenclever (Lpz. 1874). Die "(Nnvr68 comMt68"
erschienen Par. 1879-84 (4 Bde.). - Vgl. Duplair,
Uri26ux (ebd. 1888).
Vrjansk. 1) Kreis im westl. Teil des Gou-
vernements Orel, hat 6900,5 qkm. 139 662 E.,
Hanf-, Flachsbau, Bienenzucht, Hanfwebcrci sowie
28 Fabriken und Manufakturen, darunter die be-
rühmten Glashütten, Maschinen- und Waggon-
fabriken des Generals Malzow bei den Dörfern Ro-
dischtscha, Darkowitschi, Lubochna, Djadkowo u. a.
- 2) Kreisstadt im Kreis B., 132 km ostnordöstlich
von Orel, an der schiffbaren Desna gegenüber der
Mündung des Snjeshet und an den Flüßchcn Sudak,
Bjelij, Kolodes und Podara, die die Stadt in vier
Teile teilen, sowie an der Eisenbahn Orel-Witebsk,
der Linie Brest-Gomcl-B. der Poljessje-Vahnen und
der Linie B.-Moskau (im Bau), hat (1888) 20064 (5.,
in Garnison das 143. Infanterieregiment, 18 Kirchen,
darunter die altertümliche Pokrowsche Kathedrale,
das Petropawlowsche Nonnenkloster und 1 Progym-
nasium. Seit 1783 befindet sich daselbst ein Artillerie-
arsenal mit Geschützgießerci, in der jährlich bis 200
Geschütze, Lafetten u. s. w. hergestellt werden. Von
den Gewerben ist die Tischlerei und der Schiffbau
(jährlich gegen 500 Fahrzeuge) am bedeutendsten.
Beträchtlich ist der Handel mit Hanf, Hanfgespinst,
Tauen, Seilen, Hanfsamen, Hanföl, Holz, zuweilen
auch Getreide und Salz. Im Mönchskloster Swjen-
skoj oder Swinskoj, ungefähr 10 km von B., be-
findet sich ein Priesterseminar und zwei Kirchen:
e^/
bei demselben wird alljährlich ein fthr stark be-
suchter Jahrmarkt abgehalten.
Vrjochow-Inseln, auch Briochowski-In-
seln, Inselgruppe im Ienissei-Delta zwischen 63"
^5^ und 71,20° nördl. Br., zum russ.-sibir. Gouverne-
ment Ienisseisk gehörig, wird nur im Sommer des
Fischfangs wegen besucht.
Vr. m., Abkürzung für Lrsvi inanu (s. d.).
Vrno, czech. Name von Brunn in Mahren.
Vro., Abkürzung für Brutto. "otsch (s. d.).
Broach (spr. brobtsch), engl. verderbt für Vha-
Vroaa-vknrolinisn (spr. brahd tschörtsch-),
s. Anglikanische Kirche (Bd. 1, S. 628 a).
Broads, s. Norfolk Vroads.
Broadstairs (spr. brähdstährs), s. Namsgate.
Broadwcll-Ning (spr.brahd-), in der Artillerie
ein von Vroadwell in Karlsruhe konstruierter Lide-
rungsring (s. Liderung) aus Stahl von beistehendem
Querschnitt. Der Ring a fitzt mit seiner äußern
konvexen Fläche in einer
genau entsprechenden
ringförmigen Ausdre-
hung des Rohres d, in
welcher er beini Schlie-
ßen des Verschlusses c
angepreßt wird. Die
beim Schuß sich ent-
wickelnden Pulvergase
bewirken infolge des ge-
wählten Ring - Quer-
schnittes ein Auseinan-
dcrfedcrn des Ringes
und dadurch ein um so festeres Anlehnen seiner Lide-
rungsflächen an das Rohr und den Verschluß. Der
V. ist mit Ausnahme von Frankreich und England
fast in allen Artillerien, namentlich für die schwerern
Kaliber, eingeführt.
Broadwood and Sons (spr. brahdwudd änd
sönns, "Broadwood und Söhne") in London, die
größte Pianofortefabrik Englands und eine der be-
deutendsten der Welt, begründet 1732 durch den
Schweizer Vurkhard Tschudi (gest. 1773), fort-
geführt von seinem Schüler und Schwiegersohn
John Vroadwood (geb. 1732), der um 1780 die
von Americus Bäckers eingeführte sog. engl. Mecha-
nik in Anwendung brachte und 1812 starb. Die
Anstalt ist noch in Händen der Familie.
Broang, Paß im Himalaja, s. Borenoa.
Brobdignac (spr. -injäck), in "Gullivers Reisen"
oas Land der Riesen, wie Liliput das der Zwerge.
Vroca, Paul, srauz.Arzt und Anthropolog, geb.
28. Juni 1824 zu St. Foy-la-Grande im Depart.
Gironde, studierte Medizin und speciell Chirurgie,
wurde Professor der chirurg. Klinik an der mcdiz.
Fakultät, Mitglied der ^c".ä6ini6 äe moäeciiiL und
cine der bedeutendsten Autoritäten von Paris in
diesem Fache. Später wandte er sich der Anthro-
pologie zu und gründete 1859 die "30ci6t6 "l'^u-
lliropolo^io äs 1'ai-i8n, deren ständiger General-
sekretär er bis zu seinem Tode blieb, und in deren
"NevuL" und "Lu1l6tiu8" seine zahlreichen Arbeiten
niedergelegt sind; 1867 schuf er das "I^doi-iNoii-o
ä'^iNkropoloFiL", das 1876 mit einer "I^cole ä'^n-
Uii'oixiloFiL" verbunden wurde. 1872 gründete er
noch die "^ZLociatiou li'Hii^HiLo pour I'avanceineiit
ä68 8cionc68"; im Jan. 1880 zum Senaior auf
Lebenszeit ernannt, starb er 9. Juli 1880 in Paris.
Seine mediz. Hauptwerke sind: "v61'eti-2.n^I"m6ut
6:>.N3168 K6i-nio8 3.dä0inin",!ll8" (Par. 1853; 2. Aufl.