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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Brocanteur - Brocken
!856), "V63 2.Q6vr)'üM62 6t lio Ic-ur ti'Hitemeiit"
<ebd. 1850), "1rait6 ä68 tumsurä" (2 Bde., 1865
-69). In Gemeinschaft mit Beau und Vonamy
bearbeitete B. den "^t1li3 ä'^uHtomis ä^criptivL
<lu corp8 kuinaiiin. Außerdem beschäftigten ihn
physiol. Fragen: "^tuä63 8ur 163 animHiix r638U3>
cita.ut3" (Par. 1860), "Keclior<:li68 8ur i'K^IiriliitL
Hiiimale en genörHl ot 8ur I'k^driäito Iiuinluue
on pHrticuIiern (ebd. 1860), "3ur 168 I6p0riä68
ou möti3 äu liövi-o et äs 1a. la^iiik" (ebd. 1862).
Seine anthropol. Thätigkeit zeichnete sich besonders
durch die Erfindung sinnreicher Instrumente und
Messungsmethoden aus, sodaß man ihn Vater
der exakten, positiven Anthropologie nennen kann.
B. stellte zuerst die Lokalisation des Sprachver-
mögens in einer bestimmten Windung des Vorder- !
Hirns fest, die nach ihm den Namen Vrocasche!
Windung führt; seine Untersuchungen über die!
Kapacität des Schädels, die Bildung des Gehirns ^
im Verhältnis zum Schädel, über die am Schädel z
vorzunehmenden Winkclmessungen u. s. w. sind als
klassisch anerkannt. Seine anthropol. Hauptwerke
sind: "I,'ot1iii0i0Fi6 66 1a I>anc6" (1859), "Iu-
8tructi0113 ß6U0rNio3 pour I<38 1'6c1i6rc1i63 äutkro-
z)0i03!l1U68') (1865), "N6lN0il'63 8U1- 168 cÄI'Hctoi'63
z>1i^3i^U63 äs I'koinmo s)1'6lli3t01'i<1U0 n (1869),
<M6M0il'68 (lAutliropoloZie" (4 Bde., 1871-83).
Val. die ^0i-r68p0uäatico äo ?aul Ü. 1841-57
(2Bde., 1886). Vor der Heolo äo meäLcius zu Paris
steht seit 1887 ein Denkmal V.s (von P. Choppiu).
Brocanteur (frz., spr. brockangtöhr), Trödler,
namentlich in Kunstsachen; brocantieren, trödeln,
schachern.
Brocardica (Ni'ocai'äicoruui opu3), die von
Vurkard oder Vurchard (von den Franzosen und
Italienern Vrocard genannt), Bischof in Worms
lgest. 1025), veranstaltete und vielfach gebrauchte
Sammluug von Kirchengesetzen, welche meist die
Form von Sentenzen, Sprichwörtern u. s. w. haben.
Danach bezeichnete man auch später als B. sprich-
wörtliche Rechtsregeln, z.B. wer bürgt, wird gewürgt.
Brocafche Windung, s. Vroca und Gehirn.
Brocat, s. Brokat.
^37'ooe., bei naturwissenschaftlichen Bezeichnun-
gen Abkürzung für Giovanni Vattista Vrocchi (s. d.).
Vrocchi (spr. brocki), Giovanni Battista, ital.
Naturforscher, Schriftsteller und Reisender, geb.
18. Febr. 1772 zu Vassano, machte Mineralog, und
votan. Studien in Rom und Venedig, wo er die
Abhandlung "8u11a cultui-H clessli N^ixii" (1792)
bcrausgab. Auch schrieb er geistvolle Briefe über
Dante (1797; Mail. 1835). 1801 übernahm V. den
Lehrstuhl der Botanik am Lyceum und die Inspektion
des Botanischen Gartens in Brescia und wurde,
nachdem die Schrift über die Minen von Mella und
Valtrompia (2 Bde., Vrescia 1807) erschienen war,
1809 als Inspektor des Vergamtes nach Mailand
derufen. Mit Malacarne durchwanderte er 1810
die an Fossilien reiche Gegend der Valle di Fassa
an der obern Etsch und veröffentlichte als Frucht
dieser Forschungen "NenwriH inwLi-HloZica 811II3.
vlill6 äi ^ii883. U6i ^ii-0i0" (Mail. 1811; deutsch,
Dresd. 1817). 1811-13 unternahm er Reisen in
die fossilienreichen Gegenden Italiens und schrieb
dann "OonciiilioloFm to83il6 8udlrpp6iiiiiH" (2 Bde.,
Mail. 1814'. 2.Aufl. 1843). Als 1814 unter der österr.
Herrschaft das Vergamt, den: er seine Sammlungen
überwiesen hatte, aufgelöst wurde, unternahm er von
Rom aus neue Wanderungen, dercn Ergebnisse er
in zahlreichen AufMen der "Nidliotoc^ itÄÜHiig."
niederlegte. Demnächst arbeitete er das auch philol.-
antiquarisch bemerkenswerte Buch "voilo 3tHw
ti8ie0 d6i 8U0I0 äi I^oing." s1820). 1821 durch
Form als Bergwerksdirettor ves Vicekönigs von
('lgypten gewonnen, ging V. nach Vorstudien in
Kärnten Herbst 1822 nach Kairo, besuchte die Wüste,
oen Libanon, 1825 Kordofan und starb 25. Sept.
!826 zu Chartum. - Vgl. Stoppani, 6j3.ind3.tti8tk
li. (Mail. 1874). sVlumcnkohl.
Broccöli oder Spargelkohl,s. ZrH38icH und
Broche (frz., spr. drosche), s. Gewandnadel.
Brochieren (spr. broich"), s. Buchbinderei und
Broschieren.
Brocken (^1on3 üructei'^, in der Volkssprache
auch Blocksberg), der der Grafschaft Stolberg-
Wernigerode in dem preuß. Reg.-Bez. Magdeburg
zugehörige höchste Gipfel des Harzes (s. d.), licgt
unter 51^48' 29" nördl. Nr., 10" 26' 29" östl. L.
von Grecnwich, 1141 in ü. d. M., 900 m über der
nur 8 km entfernten Ebene von Ilscnburg und
nur etwa 500 in über dem südöstl. Plateau. Er
bildet den Mittelpunkt der ungefähr 110 qkm be-
deckenden Hauptmasse des Oberharzes, des nach ihm
benannten Vrockcngebirges. Seine Entstehung
verdankt er dem Durchbruche der Granitmasse, die
das umlagernde und die Hauptmasse des Harzes
ausmachende Übergangsqebirge gehoben und ge-
sprengt hat. Man findet daber auf der sanft ge-
wölbten Kuppe viele große Granitblöcke zerstreut,
die Bruchstücke einer eingestürzten, einst höhern
Spitze des Gipfels. Der Gipfel selbst hat eine
Regenmenge von 1700 mui, eine mittlere Jahres-
temperatur von -l- 2,5° (^., trägt in der Regel vom
November bis Juni Schnee, ist eine etwa 2 Km im
Umkreis haltende, baumlose Fläche und gewährt bei
beiterm Himmel eine weitumfassende Aussicht: nörd-
lich bis Celle und Lüneburg, östlich bis in die
Gegend von Brandenburg, südlich bis zum Thü-
ringerwald, westlich bis in die Gegend von Cassel.
Cr trägt ein 1860 erbautes Hotel mit Postaaentur,
Telegraphenstation und ein Meteorolog. Observa-
torium. Der V. wird jährlich von ungefähr 24
-25000 Fremden besucht. Die bedeutendsten Er-
hebungen des nordwärts jäh abfallenden und auf der
Südwestseite mit den Plateaumassen des Harzes mehr
verwachsenen Vrockengebirges sind in der nächsten
Umgebung der höchsten Kuppe folgende: nordwest-
lich die Vrandklippen, nordöstlich die Zeterklippen
l935 m) und der Kleine V. (1040 m), südöstlich die
Heinrichshöhe(1044m)unddieHohnetlippenl9l)2m),
südlich die Feuersteine und die Schnarcdcrttippen
s682 m), der Wurm- oder Wormberg (968 m) und
die Achtermannshöhe (s. d.; 926 m), südwestlich der
.Königsberg (1028 m) mit den Hirschhörnern und west-
lich das Vrockenfeld und die Abbenstcinerklippe. Die
zahlreichen Bäche und Abflüsse der Bergmoore sen-
den ihre Wasser durch dic Okcr, Radau, Ecker und
Ilse der Weser und durch die Holzemme und Vode
der Elbe zu. Der B. ist bekannt durch seine Nebel-
und Wolkenschichten, die fast beständig wehender
Luftzug fortwährend hin und her peitscht. Diese
Lufterscheinungen sowie der Umstand, daß noch nach
dem Siege des Christentums auf dem V. ein ge-
heimnisvoller Dienst stattfand, machten den V. zum
Mittelpunkte der Sage. (S. Blocksberg.) Die
Namen verschiedener Granitmassen: Hexenbrunnen,
Hexenaltar, Teufelskanzel u. s. w., sind Anklänge
daran. Eine eigentümliche Erscheinung ist auch das